Ysop – das "heilige Kraut"

Ysop-Kraut © istockphoto.com, dolnikow

Ysop (Hyssópus officinalis) ist ein 20 – 70 cm hoch wachsender Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler, der ursprünglich in Südwestasien und Südeuropa beheimatet war. Im Mittelalter fand dieses Gewürz Eingang in die deutschen Klostergärten und hat sich sogar heutzutage in Teilen Süddeutschlands in der Natur an trockenen Hängen und Hügeln eingebürgert. Die Bezeichnung "Ysop" leitet sich wahrscheinlich aus der arabischen Sprache ab und bedeutet übersetzt "heiliges Kraut".

Saison ab Juli

Ab Juli öffnen sich die meist blauen, seltener weißen oder rosa Blüten in mehrblütigen einseitswendigen Quirlen an den Stängeln der Ysoppflanze. Während der einmonatigen Blütezeit dient dieses Kraut im Garten als Bienenweide und wird darüber hinaus gerne von Schmetterlingen besucht. Wie die meisten südländischen Kräuter liebt auch der Ysop einen lockeren, etwas trockenen, kalkhaltigen Boden in voller Sonne. An geeigneten Standorten kann er eine starke Wuchskraft entwickeln und Höhen von einem Meter erreichen.

Einen Winterschutz braucht der Ysop nur in besonders kalten Wintern. Er gilt als Abwehrmittel von Schnecken, Raupen und Blattläusen und wird daher in Gärten gerne als Randbepflanzung eingesetzt.

Wirkstoffe und Heilwirkung von Ysop

Ysop enthält etwas ätherisches Öl (Cineol, β-Pinen u.a.) und den Farbstoff Hyssopin. Die auch für andere Lippenblütler wie Rosmarin und Salbei typischen Gerb- und Bitterstoffe kommen ebenfalls vor. Dazu gehören Phenole wie Carnosolsäure und Carnosol sowie eine Zimtsäureverbindung und Triterpensäuren wie Ursolsäure und Oleanolsäure. Diese Stoffe führen zu dem herben Beigeschmack des Ysops und wirken adstringierend sowie antioxidativ.

Die meisten Fachleute lehnen die medizinische Anwendung des Ysops ab, da eine Wirkung nicht belegt ist. Zudem löste die Einnahme von Ysopöl in einigen Fällen Krämpfe aus. Daher wird die Anwendung von Ysop als Heilpflanze nicht uneingeschränkt empfohlen.

Ysop als Küchenkraut

Die schmalen, lanzettlichen bis linealen Blätter des Ysops kann man für den Gebrauch in der Küche während der ganzen Vegetationszeit frisch ernten. Das getrocknete Kraut hingegen hat sehr viel weniger Aroma. Die frischen Blätter des Ysops riechen würzig (ähnlich wie Rosmarin und Salbei) und haben einen kräftigen, leicht bitteren Geschmack. Ysop wirkt verdauungsfördernd, weshalb diese Pflanze gern als Würzmittel von fetterem Fleisch eingesetzt wird. Auch Kartoffel- und Bohnensuppen, Kalbs- und Hühnerfleisch, Salate, Kräuterquark und Soßen können mit Ysop gewürzt werden.

Aktualisiert: 23.05.2014 - Autor: Anke Dorl

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