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Naturheilverfahren: Phototherapie

Die Phototherapie gehört zusammen mit der Heliotherapie (Helios, gr. = Sonne) zu den medizinischen Behandlungen mit Licht. Die Phototherapie arbeitet mit künstlichen Lichtquellen wie UV- oder Weißlicht-Lampen. Die Heliotherapie nutzt dagegen das natürliche Sonnenlicht.

Anwendungsgebiete der Phototherapie

Folgende phototherapeutischen Anwendungsgebiete werden unterschieden:

  • Infrarot-Licht: Wärmestrahlung bei rheumatischen Erkrankungen oder chronischen Entzündungen (z. B. Nasennebenhöhlen)
  • Weißes Licht: Bestrahlungen bei Schlafstörungen und Winterdepressionen
  • UV-Strahlung: Hauterkrankungen (Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne), Gelbsucht bei Neugeborenen.

Eine Phototherapie im weitesten Sinne ist auch die Anwendung von Lasern, die in den letzten Jahren in vielen Bereichen der Medizin Einzug gehalten hat (zum Beispiel in der Chirurgie, Augenheilkunde, Krebstherapie, bei kosmetischen Behandlungen).

Infrarot-Licht

Die Wirkungen der verschiedenen Lichtformen auf den Körper sind sehr unterschiedlich. Das Infrarot-Licht hat vor allem eine wärmende Wirkung. Es steigert die Durchblutung, wirkt muskelentspannend und schmerzlindernd.

UV-Licht

Das UV-Licht wirkt besonders auf die Haut. Eine Bestrahlung kann das Immunsystem in den oberen Hautschichten beruhigen. Dies ist bei allergischen Erkrankungen wie Neurodermitis wichtig, da sie auf einem überaktiven Immunsystem beruhen.

Auch entzündliche Hauterkrankungen lassen sich mildern. Bei Schuppenflechte wirkt die Strahlung wachstumshemmend und kann so die vermehrte Bildung und Abschuppung der Hautzellen stoppen.

In der Kinderheilkunde wird UV-Licht gegen die Gelbsucht bei Neugeborenen eingesetzt. Diese Gelbfärbung der Haut beruht auf der Einlagerung eines Abbauproduktes des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der nur in geringen Mengen über die Niere ausgeschieden werden kann. Durch die UV-Bestrahlung zerfällt der Farbstoff in gut lösliche Bestandteile, die über den Urin ausgeschieden werden können.

Weißes Licht

Die Bestrahlung mit weißem, hellem Licht, das in etwa der Zusammensetzung des Sonnenlichtes entspricht, findet vor allem in der Therapie von Schlafstörungen Anwendung. Diese Methode wird im Allgemeinen als Lichttherapie bezeichnet.

Schlafstörungen liegen häufig Verschiebungen des biologischen Tagesrhythmus zugrunde (z.B. Schichtarbeit). Eine Bestrahlung vor einem Leuchtschirm ("Lichtdusche") kann den Organismus wieder in Übereinstimmung mit der Tageszeit bringen. Genutzt werden die Leuchtschirme auch bei der Behandlung von so genannten Winterdepressionen.

Ausgelöst werden diese psychischen Störungen durch einen Mangel an Sonnenlicht, was zu einem Ungleichgewicht von wichtigen Botenstoffen und Hormonen (Melatonin, Serotonin) führt. Auf keinen Fall aber gehören Besuche in kommerziellen Solarien dazu. Eine Lichttherapie mit UV-Licht muss immer medizinisch sinnvoll sein und überwacht werden.

Aktualisiert: 11.07.2018 – Autor: Udo Schmidt

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