Wie Essen auf die Seele wirkt

Glückliche Frau beim Essen
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Essen ist mehr als nur die Aufnahme von Nährstoffen, das besagt schon das Sprichwort "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen". Auch die Psyche will vom Genuss des Essens profitieren und nicht selten dient die Essensaufnahme als Balsam für unsere Seele. Lesen Sie hier, wie Essen unsere Seele beeinflusst.

So steuert der Körper Hunger und Sättigung

Die Nahrungsaufnahme wird durch viele verschiedene Faktoren in unserem Körper gelenkt. Da gibt es fein gesteuerte Mechanismen, die Hunger und Sättigung regulieren.

Die Schaltzentrale für das Hunger- und Sättigungsgefühl befindet sich in unserem Zwischenhirn, der so genannte Hypothalamus. Hier gehen Signale ein und werden Botschaften verarbeitet, zum Beispiel über den Füllungsgrad des Magens und über die Energiereserven im Körper. Zahlreiche Botenstoffe sind an dieser Regulation beteiligt.

Dieses komplexe Regulationssystem steuert die Nahrungsaufnahme so, dass wir so viel verzehren, wie unser Körper benötigt. Sättigungsmechanismen führen zur Beendigung einer Mahlzeit und schützen uns in der Regel davor, zu viel zu essen.

Satt und zufrieden

Das Gefühl der Sättigung nach einer Mahlzeit erfüllt uns gleichzeitig mit Befriedigung. Hören wir auf die Signale unseres Körpers, haben wir in der Regel eine Balance zwischen Energieaufnahme und -verbrauch und brauchen uns über unser Körpergewicht keine Sorgen zu machen.

Überhören wir jedoch ständig unsere Hunger- und Sättigungssignale, so kann eine Störung der Regulation auftreten. Menschen, die häufig Diäten durchführen, versuchen meist die Hungersignale zu überwinden und verlieren darüber die natürliche Wahrnehmung des Hungers.

Vom Appetit verführt

Neben den Informationen, die der Körper sendet, werden auch äußere Reize im Hypothalamus verarbeitet. Optische Eindrücke, wie der Anblick und der Geruch von Speisen werden dorthin vermittelt, wo die Appetitregulation stattfindet. Die Regulation des Appetits spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Körpergewichts. Dies kann auch zu Problemen führen:

  • Häufig können wir nicht unterscheiden, ob wir hungrig sind oder nur Appetit verspüren.
  • Lassen wir uns zu häufig vom Appetit verführen, so kann die Energieaufnahme schnell über dem Verbrauch liegen und der Hüftspeck nimmt zu.

Von den Freuden der Sinne

Essen und Trinken regen die Sinne an. Über unsere Sinneswahrnehmungen wird das Essen etwas Erfreuliches – in besonderem Maße natürlich durch den Geschmackssinn. Das genüssliche Zergehen zart schmelzender Schokolade auf der Zunge ist da nur ein Beispiel.

Die Geschmackswahrnehmung findet vorwiegend auf der Zunge statt. Ungefähr 7.000 Geschmacksknospen unterscheiden in die Geschmacksqualitäten süß, sauer, salzig, bitter und umami (= schmackhaft, der Geschmack von Glutamat).

Manche Geschmacksvorlieben sind angeboren

Einige Geschmacksvorlieben und -abneigungen werden uns schon mit in die Wiege gelegt. So ist die Vorliebe für Süßes und die Abneigung gegen salzige und bittere Speisen angeboren.

Schon im Mutterleib beginnt vermutlich die Geschmacksschulung. Über die Ernährung der Mutter erhält der Fötus Geschmacksvorerfahrungen, die seine späteren Präferenzen prägen. Manche Speisen essen wir deshalb mit besonderem Genuss, andere lehnen wir ab.

Im Kindesalter kommt das Erlernen eines bestimmten Essverhaltens hinzu. Dieses wird maßgeblich geprägt durch die Familie, aber natürlich auch durch die Esskultur eines Landes. Ob wir nun später genießerisch ein frisches Salatblatt knabbern oder lieber vor Fett triefende Pommes frites verspeisen, scheint schon früh verankert zu werden.

Aktualisiert: 27.09.2018
Autor*in: Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin)

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