Seele und Essen – Schokolade als Trostpflaster

Schokolade © AlexanderStein

Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Einfluss unserer psychischen Situation auf die Lebensmittelauswahl und die Häufigkeit der Mahlzeiten. Sind Kinder untröstlich, weil sie beim Spielen gestürzt sind oder der Spielkamerad das Lieblingsspielzeug nicht hergeben will, so hilft meist etwas Süßes, um den Tränenfluss versiegen zu lassen.

Wohlbefinden steigern durch Essen

Auch im Erwachsenenalter lässt sich mancher Kummer, Einsamkeit und Langeweile mit Schokolade lindern. Dabei resultiert die Steigerung des Wohlbefindens nicht nur aus dem Geschmackserlebnis. Die Inhaltsstoffe der Schokolade bewirken, dass in unserem Gehirn bestimmte Substanzen ausgeschüttet werden, die unserem seelischen Zustand gut tun. Hierzu gehören beispielsweise die Endorphine, die ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit erzeugen.

Aber auch andere Speisen, die wir mit Genuss verzehren, lösen diese Befriedigung aus und helfen über so manchen Frust hinweg. Müssen wir unsere Seele zu häufig mit Schokolade oder anderen Leckereien balsamieren, macht sich dies möglicherweise irgendwann auf der Waage bemerkbar.

Essen gegen den Stress

Stress ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Er kann in Maßen gut und notwendig sein, zu viel Stress kann uns jedoch erheblich seelisch und körperlich belasten. Viele schaffen bei starkem Stress einen Ausgleich, indem sie mehr essen als sonst. Das Essen hat eine entspannende Wirkung und so wird in Stresssituationen oft ordentlich zugegriffen.

Wissenschaftler haben gezeigt, dass gerade Menschen, die ständig auf Diät sind und ihr Essen stark kontrollieren, dazu neigen, unter Stress alle verfügbaren Lebensmittel "in sich hineinzustopfen". Scheinbar wird der Körper durch die selbst auferlegte Kontrolle und Überwindung der körpereigenen Regulationsmechanismen so beansprucht, dass hinzukommender Stress dieses System zusammenbrechen lässt.

Nach einer Heißhungerattacke kommen die Schuldgefühle meist postwendend und eine so schöne Sache wie das Essen beschert uns ein wahres Wechselbad der Emotionen.

Tipps gegen "Stressessen"

Verleiten uns unsere Empfindungen wie Stress, Frust, Kummer, Einsamkeit und Langeweile zu sehr zum Essen, kann daraus eine unkontrollierte Gewichtszunahme resultieren. Leider werden wir meist nicht dazu verführt, zu Obst und Gemüse zu greifen, sondern Schokolade, Chips und andere hochkalorische Köstlichkeiten dienen als Seelentröster. Diese Tipps können helfen, Stressessen zu vermeiden:

  • Ein erster Schritt ist es, sich bewusst zu machen, in welchen Situationen man vermehrt zugreift und welche Lebensmittel dann bevorzugt werden. Sie lernen so Ihr eigenes Essverhalten besser kennen und können sich gezielt Alternativen überlegen.
  • Versuchen Sie doch einfach mal Folgendes: Sie fühlen sich am Arbeitsplatz gestresst oder frustriert. Normalerweise würden Sie zum Schokoladenvorrat im Schreibtisch greifen, um ruhiger zu werden. Warum nehmen Sie nicht stattdessen eine kurze Auszeit und machen einen Spaziergang oder laufen ein paar Treppenstufen rauf und runter?
  • Bewegung führt dazu, dass wir tiefer durchatmen, der Körper wird dann besser mit Sauerstoff versorgt. Außerdem kommt es auch bei Bewegung zur Ausschüttung von Hormonen, unter anderem Endorphinen, die zu unserem Wohlbefinden beitragen.

Aktualisiert: 27.09.2018 - Autor: Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin)

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