Fehler als Chance - Aus Fehlern lernen

Fehler als Chance

Die Angst vor Fehlern ist einer der bedeutendsten Stress-Faktoren. Wenn Menschen Fehler gemacht haben, beeinflusst sie das zunächst einmal negativ. Sie werden vorsichtiger, trauen sich nicht mehr an Neues heran und flüchten in Rituale - ohne jeglichen Erkenntnisgewinn und Einsicht. Ohne Fehler im Leben entwickeln wir uns aber nicht weiter. Dies liegt daran, dass die Entdeckung eines Fehlers ein Gefühl der Überraschung hervorruft, welches das Lernen fördert.

Fehler zu machen, sollte also als positiver Vorgang gesehen werden, zur eigenen Entwicklung und als Motivation zum Suchen und Entdecken von Zusammenhängen. Aus Fehlern kann man also vieles lernen... warum versuchen wir dann, sie zu vermeiden? So verrät zum Beispiel die Art und Weise, wie in einer Organisation über Fehler gesprochen wird, sehr viel über deren Kultur.

Wenn ein Unternehmen Fehler als Rückmeldung nicht wertschätzt, so werden Risiko-Vermeidung gefördert und Fehler nicht mehr als Möglichkeit zur Kurs-Korrektur genutzt. Das System ist nicht mehr lernfähig.

Die Natur macht’s vor…

Aus der Evolutionsbiologie, die sich mit dem Entstehen von organisch "Neuem" befasst, wissen wir, dass dieses Neue, Abgewichene, Unerprobte zunächst weniger tüchtig sein wird, ein "Fehler" ist. Eine andere Kombination äußerer Bedingungen lässt dieses Neue aber in Zukunft vielleicht "tüchtiger" sein. Diese doppelte Fähigkeit von Organismen zu Fehleranfälligkeit und Fehlertoleranz ist die Fehlerfreundlichkeit: eine Überlebensgarantie.

Evolution, das dauernde Sich-Aneinander-Anpassen und die gemeinsame Weiterentwicklung, ist auf Fehler angewiesen. Das sind Systeme, die Überraschungen, Abweichungen und Andersartigkeit akzeptieren und fördern. Fehlerunfreundliche Systeme sind praktisch tot.

Solange Menschen aus Fehlern lernen können, ist es hilfreich, die Übernahme von Risiko zu ermutigen. Ganz nach dem Motto: "Die Dummen machen immer die gleichen Fehler, die Klugen immer neue." Unbekannt

Aktualisiert: 31.08.2016 - Autor: Sandra Baumann

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