EKG (Elektrokardiographie)

Belastungs-EKG
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Damit der Herzmuskel jahrein, jahraus möglichst regelmäßig pumpt, werden Impulse von einem Schrittmacher ausgesendet. Diese elektrischen Aktivitäten können mit der Elektrokardiographie aufgezeichnet werden. Ihr Muster gibt Aufschluss über Herzfunktion, Rhythmus und abgelaufene Infarkte. Nach 70 Lebensjahren hat sich das Herz etwa 3 Milliarden Mal zusammengezogen und wieder entspannt, um täglich etwa 7.000 Liter Blut durch den Körper pumpen. Um diese Leistung zu erbringen, wird beim Gesunden in Ruhe 60- bis 70-mal pro Minute vom sogenannten Sinusknoten ein Reiz erzeugt, der sich als elektrischer Strom über bestimmte Bahnen zur Herzmuskulatur ausbreitet und diese zum Pumpen animiert. Der Sinusknoten ist ein Geflecht spezialisierter Herzmuskelzellen im rechten Vorhof des Herzens und steuert die Herzschlagfrequenz, dient also als natürlicher Schrittmacher. Das Herz motiviert sich damit ständig selbst zum Arbeiten.

Das EKG - wie funktioniert's?

Da der menschliche Körper Strom leitet, kann diese Erregungsausbreitung im Herzen in einem Kurvenbild aufgezeichnet werden. Dazu werden mehrere Metallplättchen als Elektroden in bestimmten Abständen an der Körperoberfläche befestigt und die dazwischen liegenden Spannungsschwankungen (elektrischen Potentiale) abgeleitet. Sie werden im EKG-Gerät verstärkt und am Monitor angezeigt bzw. ausgedruckt. Da der elektrische Impuls in seinem Verlauf die Richtung ändert, variiert auch das Kurvenbild (Elektrokardiogramm) je nach dem Zeitpunkt der Aktion. Der gesamte sich daraus ergebende Ablauf wiederholt sich bei jedem Herzschlag. Gewebsveränderungen wie sie z. B. nach einem Herzinfarkt auftreten, führen zur Umleitung der Ströme und damit zu typischen Abweichungen.

Was für den Laien bestenfalls wie Strichzeichnungen von Bergen und Tälern aussieht, gibt dem Fachmann wertvolle Hinweise über die Herzaktion. Ausgewertet werden neben dem Rhythmus, also der Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Spannungsänderungen, auch deren Größe, Richtung und Dauer. So lassen sich Störungen der Erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung im Erregungsleitungssystem und in der Herzmuskulatur ermitteln und die Lage des Herzens im Brustkorb bestimmen.

Aktualisiert: 10.05.2013 - Autor: Dagmar Reiche

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