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Untersuchungen von Nieren und Harnwegen

Untersuchungen von Nieren und Harnwegen beim Arzt © istockphoto, AlexRaths

Dreihundert Mal fließt das gesamte Blutvolumen täglich durch die Nieren: 1500 Liter Flüssigkeit, von der zunächst knapp ein Zehntel abgefiltert wird. Davon gelangt wiederum nur ein kleiner Bruchteil durch die Harnwege zusammen mit Abfallstoffen als Urin nach draußen - der größte Teil wird wieder zurück in den Blutstrom aufgenommen. Neben der Blutreinigung haben die Nieren noch andere wichtige Funktionen in unserem Organismus.

Symptome bei Störungen der Nierenfunktion

Störungen der Nierenfunktion werden häufig erst bei Routineuntersuchungen des Blutes erkannt; bei Krankheiten im ableitenden Harnsystem führen den Patienten dagegen oft Beschwerden zum Arzt. Typische Symptome, die für Krankheiten im Bereich von Harnblase und Harnröhre sprechen, sind Probleme bei der Harnentleerung wie vermehrter Harndrang, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, verzögertes Wasserlassen, Blasenschwäche sowie Geruchsveränderungen oder Verfärbungen des Urins. Sie können z.B. auf eine Reizblase, Entzündungen der Blase oder Harnröhre, Tumoren oder Veränderungen der Prostata hinweisen.

Aber auch andere Krankheiten können sich durch Beschwerden im Harntrakt äußern, so z.B. die Zuckerkrankheit durch vermehrtes Wasserlassen (Polyurie) oder die Porphyrie durch Urinverfärbungen. Nierenbeckenentzündungen können sich durch ziehende Schmerzen in der Flanke und Fieber äußern, Nieren- oder Harnsteine rufen massive Koliken hervor, wenn sie stecken bleiben.

Die Krankengeschichte

Meist lassen sich durch gezieltes Befragen des Patienten zu seiner Krankengeschichte (Anamnese) die geschilderten Beschwerden bereits wahrscheinlichen Krankheiten zuordnen. Im Mittelpunkt stehen zunächst die aktuellen Symptome - wo, wann und wie häufig sie auftreten, ob sie plötzlich angefangen haben oder schon länger bestehen und ob weitere Beschwerden vorliegen. Andere durchgemachte oder chronische Krankheiten, frühere Operationen oder Unfälle, eingenommene Medikamente und Erkrankungen in der Familie sind ebenso von Bedeutung.

Die Grunddiagnostik

Die körperliche Untersuchung erfolgt meist am stehenden und liegenden Patienten. Äußerlich sichtbare Krankheitszeichen (Inspektion) sind z.B. Wassereinlagerungen und blasse oder gelbliche Haut.

Bei der Tastuntersuchung (Palpation) kann der Arzt die Nieren untersuchen (zumindest bei schlanken Menschen) und den Füllungszustand und die Empfindlichkeit der Harnblase prüfen, insbesondere wenn er gleichzeitig sein Stethoskop zum Abhören einsetzt (Auskultation); bei der Untersuchung des Enddarms lässt sich die Prostata ertasten. Beim Abklopfen (Perkussion) im Bereich der Flanken offenbart sich eine Schmerzhaftigkeit der Nierenlager – möglicher Hinweis auf eine Entzündung oder einen Stein.

Zu den wichtigsten Untersuchungen bei Krankheiten im Bereich der ableitenden Harnwege gehört die Urinuntersuchung. Dabei kann nicht nur die Harnmenge bestimmt werden, sondern die Urinprobe kann unter dem Mikroskop auf Beimengungen (z.B. Blut oder Entzündungszellen) begutachtet sowie auf das Vorhandensein und die Menge gewisser Stoffe geprüft werden. Substanzen wie Harnsäure, Eiweiße und Zucker sind normalerweise nicht oder nur in geringen Mengen vorhanden – und geben Hinweise auf Stoffwechselerkrankungen wie Gicht und Diabetes.

Bei Verdacht auf eine Infektion von Niere oder Blase lässt sich eine "Urinkultur" anlegen, mit der Keime bestimmt werden können. Meist werden gleichzeitig Blutproben untersucht, mit denen sich besonders Aussagen über die Nierenfunktion treffen lassen.

Aktualisiert: 02.10.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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