Untersuchungen von Nieren und Harnwegen: Tests der Nierenfunktion und Harnblasenfunktion

Es gibt eine Reihe von Verfahren, mit denen die Ausscheidungsleistung und Konzentrierfähigkeit der Nieren, die Nierendurchblutung sowie die Funktionsfähigkeit der Harnblase überprüft werden können:

Funktionstests

  • Harnstoff und Kreatinin: Einen groben Überblick gibt die Konzentration von Harnstoff und Kreatinin im Blut. Diese Substanzen werden von den gesunden Nieren aus dem Blut gefiltert und ausgeschieden. Ist die Nierenfunktion beeinträchtigt, steigt deshalb ihre Konzentration im Blut an. Ein genaueres Bild gibt die Kreatinin-Clerance, bei der die Konzentration von Kreatinin im Blut und im über 24 Stunden gesammelten Urin bestimmt und miteinander in Beziehung gesetzt wird.
  • PAH-Clearance: Dem Patienten wird p-Aminohippursäure in die Vene gespritzt und ihre Konzentration in Blut und Urin bestimmt. Dies lässt Rückschlüsse auf die Nierendurchblutung zu.
  • Inulin-Clearance: Statt PAH wird Inulin gespritzt; der Test erlaubt eine Aussage über die Filtrationsleistung in den Nierenkörperchen.
  • Volhard-Versuch: Der Patient stellt die Wasserzufuhr ein und in regelmäßigen Abständen wird die Harnkonzentration gemessen. Diese steigt beim Gesunden kontinuierlich an.
  • Nierenszintigraphie (Radionuklidnephrographie): Dem Patienten wird eine radioaktiv markierte Substanz gespritzt, die in den Nieren gespeichert bzw. mit dem Harn ausgeschieden wird. Das Ausmaß der Anreicherung über mehrere Phasen kann mit einer speziellen Kamera aufgenommen werden. So lassen sich Durchblutung, Filterfunktion und Harnentleerung beurteilen und damit verschiedene Krankheiten voneinander abgrenzen. Daneben ist sie eine wichtige Untersuchung nach einer Nierentransplantation, um frühzeitig Abstoßungsreaktionen zu erkennen.
  • Urodynamik: Dieser Oberbegriff umfasst verschiedene Untersuchungen, mit denen sich die Funktion der Harnblase und ihrer Schließmuskel prüfen lassen: Bestimmen der Harnmenge, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums die Harnblase durchfließt, des Drucks in der Blase und das Prüfen mittels Ultraschall, ob sich darin nach der Entleerung noch Urin befindet.

Aktualisiert: 13.02.2017 - Autor: Dagmar Reiche

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