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Magnetresonanztomographie: Vor- und Nachteile

Vorteile der Magnetresonanztomographie

  • keine Strahlenbelastung (verglichen mit Röntgen und Computertomographie)
  • nach heutigen Erkenntnissen hat die Untersuchung keine anhaltenden Nebenwirkungen
  • bestimmte Strukturen, insbesondere Weichteilgewebe wie Nerven oder Gehirn lassen sich besser (oder überhaupt erst) darstellen
  • Tumoren, Entzündungen und Verletzungen sind besonders gut zu sehen

Nachteile der MRT

  • Kosten: Ein großer Nachteil sind die Kosten sowohl bei der Anschaffung als auch während des Betriebs.
  • Artefakte und Auflösung: Im Vergleich zum CT-Bild treten häufiger Artefakte auf, technisch bedingte Strukturen, die das eigentliche Bild überlagern und zu Fehleinschätzungen führen können. Die Auflösung der Bilder ist auf etwa einen Millimeter begrenzt.
  • Metall: Ein Nachteil ist auch, dass Metall am oder im Körper (zum Beispiel Münzen, Schlüsselbund, Metallsplitter, Gefäßclips, Intrauterinpessar) Bildstörungen verursachen oder sich eventuell erwärmen oder verlagern, also für den Patienten gefährlich sein kann. Die heute eingesetzten Implantate wie zum Beispiel künstliche Hüftegelenke stellen allerdings kein Problem mehr dar; Gegenanzeigen sind Cochleaimplanate, implantierte Insulinpumpen und das erste Schwangerschaftsdrittel. Auch bei großflächigen Tätowierungen wird von der MRT abgeraten, da die Farbpigmente Metall enthalten. Träger eines Herzschrittmachers wurden bisher nicht mittels MRT untersucht, einige große Zentren bieten dies neuerdings jedoch an.
  • Enge Röhre: Für viele Patienten sehr unangenehm ist die enge Röhre bei Ganzkörpertomographen, die durchschnittlich einen Durchmesser von 60 cm hat und etwa 160 cm lang ist. In Einzelfällen wird die Untersuchung deshalb mit Beruhigungsmitteln oder sogar in Narkose durchgeführt. Bei den kleineren Geräten, mit denen sich auch einzelne Körperteile untersuchen lassen, ist das unnötig.
  • Verwackelgefahr und Lautstärke: Stillhalten ist sehr wichtig – bei den lauten Klopfgeräuschen des Gerätes eine besondere Herausforderung. Ein Gehörschutz ist deshalb obligat, zusätzlich kann ein Schlafmittel speziell bei Kindern nötig sein.
  • Allergie: Bei manchen Fragestellungen oder speziellen Untersuchungen (zum Beispiel der MR-Angiographie = MRA) wird zusätzlich ein Kontrastmittel gegeben, das wiederum in Einzelfällen allergische Reaktionen verursachen kann.
  • Dauer: Und nicht zuletzt dauert die Untersuchung – allen Entwicklungen zum Trotz – nach wie vor relativ lange.

Ausblick

Um die Einsatzgebiete zu erweitern und die Nachteile zu minimieren, sind die Forschungen noch lange nicht abgeschlossen. Sie reichen von leistungsstärkeren Magnetfeldern über sensiblere Sensoren bis hin zur Messung anderer Atomkerne, um spezielle Strukturen wie Krebsgeschwüre besser sichtbar zu machen.

Auch die Entwicklungen von MRT-Verfahren nicht nur zur Diagnostik, sondern auch zur Ursachenforschung, Operationsvorbereitung und Therapiekontrolle schreiten stetig voran. So lassen sich Stoffwechselvorgänge wie zum Beispiel die Gehirnaktivität messen (funktionelle MRT = fMRT) – mittlerweile sogar in Echtzeit.

Bedeutung für die Hirnforschung

Ein großes Potential, um gerade in den aktuellen Bereichen Hirnforschung und Neuropsychiatrie neue Erkenntnisse zu gewinnen, beispielsweise bei Krankheiten wie der Schizophrenie.

Und sogar für andere Bereiche können solche Einsichten in unsere Innenwelten interessant sein – so erhofft sich zum Beispiel die Werbebranche brauchbare Aussagen, wann welche Gehirnregionen wie auf Werbereize reagieren.

Aktualisiert: 28.07.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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