Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Frau bei Vorsorgeuntersuchung © istockphoto, AlexRaths

Vorsorge kann Leben retten. Da sind sich Experten einig. Dennoch wissen viele Menschen nicht, welche Untersuchungen zur Vorsorge ihnen gesetzlich zustehen und welche selbst zu zahlende Vorsorgeuntersuchung empfehlenswert ist. Gerade für Frauen existieren ab dem 20. Lebensjahr eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, mit denen zum Beispiel einige Krebserkrankungen wie Darmkrebs oder Hautkrebs rechtzeitig erkannt werden können. Aber auch für schwangere Frauen gibt es in einer Schwangerschaft unterschiedliche Möglichkeiten sich zwecks Vorsorge untersuchen zu lassen.

Vorsorge ab dem 18. Lebensjahr

Versicherte zwischen 18 und 35 Jahren bekommen von der Krankenkasse einen einmaligen Gesundheits-Check-up bezahlt.

Außerdem können sich Frauen von 20 bis 25 Jahren pro Jahr einmal auf eine Chlamydieninfektion untersuchen lassen. Eine Chlamydieninfektion ist eine sexuell übertragbare bakterielle Infektion, die oft keine Symptome zeigt, jedoch zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Ebenfalls ab dem 20. Lebensjahr kann als Vorsorgeuntersuchung eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs vorgenommen werden. Neben der äußerlichen Untersuchung des Intimbereichs ist der Schwerpunkt bei dieser Vorsorgeuntersuchung die Diagnostik des Gebärmutterhalses. Durch Abtasten der Organe und einen Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhalskanal sollen bösartige Veränderungen im Vorstadium entdeckt werden.

Bei rechtzeitiger Therapie wird eine fast hundertprozentige Heilungsrate erreicht. Ab dem 30. Lebensjahr werden bei einer Vorsorgeuntersuchung zusätzlich die Brust sowie die Achselhöhlen abgetastet und eine ärztliche Anleitung zur Selbsttastuntersuchung erteilt.

Vorsorgeuntersuchungen ab dem 35. Lebensjahr

Ab dem 35. Lebensjahr findet eine allgemeine internistische Untersuchung zur Vorsorge im Rhythmus von drei Jahren statt – der sogenannte "Gesundheits-Check-Up". Dieser beinhaltet ein vollständiges Lipidprofil, das die Kontrolle des Gesamtcholesterins, des LDL- und HDL-Cholesterins sowie von Triglyceriden beinhaltet. Zuckerwerte und Blutdruck werden ebenfalls überprüft. Auch Herz, Lunge und Nieren werden unter die Lupe genommen, um mögliche Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Außerdem dienen diese Untersuchungen zusätzlich der Krebsfrüherkennung.

Neben dem gründlichen Körpercheck erkundigt sich der Arzt zudem nach Krankheiten innerhalb der Familie und klärt ab, ob die/der Patient/in raucht und ob sie/er sich ausreichend bewegt. Auch der Impfstatus wird überprüft.

Ebenfalls ab 35 sollte ein jährlicher Check-Up beim Hautarzt zur Früherkennung von Hautkrebs erfolgen. Insbesondere Leberflecke und Muttermale werden dabei gründlich untersucht.

Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr

Frauen ab 50 Jahren können sich bis zum Ende des 70. Lebensjahres alle zwei Jahre einem Mammographie-Screening unterziehen. Diese Vorsorgeuntersuchung dient der Brustkrebsfrüherkennung und umfasst neben einem Beratungsgespräch das Röntgen beider Brüste und anschließende Doppelbefundung der Röntgenaufnahmen durch zwei unabhängige Untersucher.

Aktualisiert: 08.04.2019 – Autor: Astrid Zehbe

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