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Oxycodon – Opioid mit Nebenwirkungen

Oxycodon: Verschreibung beim Arzt © istockphoto, monkeybusinessimages

Oxycodon ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Opioide, zu der beispielsweise auch Fentanyl, Methadon, Morphin, Tilidin oder Tramadol gehören. Genau wie viele andere Opioide wird Oxycodon zur Behandlung von starken und sehr starken Schmerzen eingesetzt. Bislang ist der Wirkstoff in Deutschland nur wenig bekannt. Da er jedoch angeblich geringere Nebenwirkungen als andere Opioide haben soll, wird er mittlerweile immer häufiger eingesetzt. Erfahren Sie hier mehr zu Wirkung und Nebenwirkungen von Oxycodon.

Wirkung von Oxycodon

Oxycodon entfaltet seine Wirkung an verschiedenen Opioid-Rezeptoren im Gehirn und kann starke bis sehr starke Schmerzen effektiv lindern. Sein schmerzstillender Effekt gilt als etwa doppelt so stark wie der von Morphin. Außerdem wirkt das Opioid beruhigend und schlaffördernd – allerdings ist seine Wirkung hier schwächer einzuschätzen als die von Morphin.

Oxycodon wirkt zudem dämpfend auf das Hustenzentrum und ähnelt in dieser Hinsicht dem Wirkstoff Codein. Heutzutage wird anstelle von Oxycodon allerdings eher auf Dihydrocodein zurückgegriffen.

Nebenwirkungen von Oxycodon

Im Vergleich zu anderen Opioiden wurde Oxycodon in Deutschland lange Zeit relativ wenig verwendet. Seit einigen Jahren bekommen jedoch immer mehr Schmerzpatienten den Wirkstoff verschrieben, da er angeblich weniger Nebenwirkungen als andere Opioide haben soll. Wissenschaftliche Studien, die dies bestätigen, stehen allerdings noch aus. Wie bei anderen Opioiden geht allerdings auch die Einnahme von Oxycodon mit einer hohen Suchtgefahr einher.

Zu häufigen Nebenwirkungen des Wirkstoffes zählen Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Verstopfungen. Oft treten außerdem Stimmungsveränderungen (Angst, Euphorie, Depression), Schlafstörungen, Benommenheit und Verwirrtheit auf. Daneben kann Oxycodon noch eine Reihe weiterer Nebenwirkungen haben – eine vollständige Auflistung enthält die Packungsbeilage Ihres Medikamentes.

Überdosierung von Oxycodon

Bei einer Überdosierung von Oxycodon kann es zu einer herabgesetzten Funktion des Atemzentrums, einem Abfall des Blutdrucks sowie einer verminderten Spannung der Skelettmuskulatur kommen. Zudem sind Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit sowie der Eintritt einer Atemlähmung möglich. Wenn Sie eine zu hohe Dosis des Wirkstoffes eingenommen haben, sollten Sie deswegen immer sofort einen Arzt benachrichtigen.

Oxycodon und Naloxon

Oxycodon ist in verschiedenen Arzneiformen erhältlich – unter anderem als Tablette, Kapsel, Retardtablette, Zäpfchen und Injektionslösung. Außerdem gibt es ein Kombinationspräparat, in dem zusätzlich der Opioid-Antagonist Naloxon enthalten ist.

Durch die Kombination der beiden Wirkstoffe sollen bestimmte Nebenwirkungen wie beispielsweise Verstopfungen verringert werden. Bei oraler Einnahme entfaltet Naloxon seine Wirkung nämlich nur im Darm und nicht im zentralen Nervensystem. Dadurch kann Oxycodon ungestört im Gehirn wirken, während seine Wirkung im Darm abgeschwächt wird.

Entzugserscheinungen vermeiden

Wenn Oxycodon über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, können nach dem Absetzen des Medikamentes Entzugserscheinungen auftreten. Um diese Nebenwirkung möglichst zu vermeiden, sollten Sie die Dosis schrittweise verringern.

Um den Erfolg der Behandlung nicht zu gefährden, sollten Sie das Opioid aber nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt absetzen. Beenden Sie die Therapie auf keinen Fall eigenmächtig.

Gegenanzeigen von Oxycodon

Oxycodon darf nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff vorliegt. Daneben darf das Opioid aber auch nicht verwendet werden, wenn

  • eine schwere Atemdepression vorliegt.
  • Sie an einer Darmlähmung leiden.
  • eine schwere COPD oder Bronchialasthma vorliegt.
  • Sie schwanger sind oder Ihr Kind stillen.
  • Sie unter akuten, starken Bauchschmerzen (akutes Abdomen) oder einer verzögerten Magenentleerung leiden.

Wenn eine der folgenden Erkrankungen vorliegt, sollten Sie Oxycodon nur nach einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung durch Ihren Arzt einnehmen:

  • Funktionseinschränkungen oder Erkrankungen von Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Galle, Lunge, Nebennierenrinde, Schilddrüse oder Prostata
  • Obstruktive entzündliche Darmerkrankung
  • Kreislaufregulationsstörung
  • Alkohol- oder Opioidabhängigkeit
  • Epilepsie

Auch ältere oder geschwächte Patienten sollten sich vor der Einnahme des Wirkstoffes von Ihrem Arzt beraten lassen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Durch die Einnahme bestimmter Medikamente können sich die Nebenwirkungen von Oxycodon verstärken. Dazu zählen unter anderem Schlaf- und Beruhigungsmittel, Mittel gegen Allergien und Erbrechen, Medikamente zur Behandlung von Parkinson, andere Opioide, Alkohol sowie Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken.

Zudem sollten die folgenden Medikamente und Wirkstoffe nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt gleichzeitig mit Oxycodon eingenommen werden: MAO-Hemmer, Cimetidin oder Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ.

Aktualisiert: 07.05.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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