Corona-Impfung: Muss sie aufgefrischt werden?

Während viele Menschen der ersten Corona-Impfung und den damit verbundenen Freiheiten entgegenfiebern, machen sich Wissenschaftler*innen bereits Gedanken über die Auffrischung der Impfung. Ob und warum eine dritte Corona-Impfung notwendig sein könnte, erfahren Sie hier.

Frau bei Corona-Impfung © Getty Images/Halfpoint Images

In Deutschland genießen Genesene, Getestete und vollständig Geimpfte aktuell besondere Freiheiten. Doch wie lange besteht der Impfschutz, helfen Corona-Impfungen auch gegen Mutationen und ist eine dritte Impfung notwendig?

Corona-Impfung: Ist eine Auffrischung nötig?

Um einen vollständigen Impfschutz zu gewährleisten, müssen manche Impfungen wie Tetanus oder auch die Grippe-Impfung in gewissen Abständen aufgefrischt werden.

Expert*innen rechnen auch bei der Corona-Impfung mit einer dritten Impfung: Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), geht davon aus, dass der Impfschutz bei einzelnen Personengruppen bereits langsam wieder abgebaut werden könnte. Dies gilt sowohl für die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna als auch für die Vektor-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Dabei wären besonders ältere Personengruppen und Menschen, deren Immunabwehr durch Medikamente beeinflusst oder gesteuert wird, betroffen.

Während Virologe Christian Drosten eine einmalige Auffrischung der COVID-Impfung im Winter empfiehlt, rät Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, dazu, die Ergebnisse erster Studien der Pharmahersteller abzuwarten.

Die Impfstoffhersteller Moderna und BioNTech/Pfizer weisen darauf hin, dass ein Impfschutz von 90 Prozent auch ein halbes Jahr nach der Zweitimpfung besteht. Die Unternehmen wollen die Wirksamkeit allerdings auch für einen längeren Zeitraum überprüfen.

England: Erste Studie zur Impfauffrischung läuft

In England untersuchen Forscher*innen bereits die Effektivität der dritten Impfung – insgesamt sollen sieben unterschiedliche Impfstoffe als Booster getestet werden. Hintergrund ist, besonders gefährdeten Personengruppen mithilfe der Auffrischung einen möglichst hohen Impfschutz zu gewähren.

Hierfür werden auch verschiedene Impfschemata getestet. Die heterologe Impfung, also eine unterschiedliche Erst- und Zweitimpfung, sei hierbei eine Option. Diese Vakzine werden geprüft:

  • AstraZeneca
  • BioNTech/Pfizer
  • Moderna
  • Johnson & Johnson
  • CureVac
  • Novavax
  • Valneva

Die Impfstoffe von CureVac, Novavax und Valneva sind allerdings noch nicht zugelassen.

Mutationen spielen wichtige Rolle

Die Pharmahersteller arbeiten daran, die Vakzine an die Herausforderungen neuer Mutationen anzupassen. Eine besondere Rolle spielen hierbei die südafrikanische, brasilianische und auch die indische Mutation.

Moderna testet aktuell drei Booster-Impfstoffe. Für das effektivste Vakzin soll bereits im September ein Zulassungsantrag eingereicht werden.

Aktualisiert: 21.05.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin