Thrombose-Signal: Petechien durch Blutplättchen-Mangel

Nebenwirkungen infolge einer Impfung sind häufig. Meist sind es leichte Erkältungssymptome, Gliederschmerzen oder Fieber. In Zusammenhang mit Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff AstraZeneca, auch Vaxzevria genannt, können auch gefährliche Sinusvenenthrombosen auftreten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät daher, nach der Impfung besonders auf Warnsignale des Körpers zu achten, um rechtzeitig reagieren zu können. Petechien sind kleine, aber wichtige Indizien für eine Blutgerinnungsstörung. Erfahren Sie mehr über Petechien und wie Sie eine mögliche Sinusvenenthrombose erkennen.

Petechien © Getty Images/bozhdb

Petechien sind Einblutungen in die Haut, die als kleine rote Punkte erscheinen und welche oftmals mit Ausschlag oder einer anderen Hauterkrankung verwechselt werden. Die stecknadelkopfgroßen Punkte kommen meist in Ansammlungen vor und erinnern an einen kleinen Bluterguss, da sie weder jucken noch Schmerzen verursachen. Erfahren Sie, warum Petechien ein wichtiges Warnsignal für eine Thrombose sein können.

Petechien erkennen: So geht's

So unterscheiden Sie Petechien von einer Hauterkrankung oder Ausschlag: Üben Sie mit einem Glasspatel oder einem durchsichtigen Trinkglas Druck auf die betroffene Hautpartie aus. Ein Ausschlag verschwindet durch den Druck, während Petechien weiterhin gut zu sehen sind.

Bei Petechien kann das Blut nicht weggedrückt werden, da dieses aus den Kapillaren austritt und sich in der Haut sammelt. Beim Ausschlag hingegen ist das Blut noch im Gefäß, durch Drücken verschwindet die Rötung.

Petechien: Warnsignal für Blutgerinnungsstörung

Meist entstehen Petechien im Zusammenhang mit einer Blutgerinnungsstörung. Besonders ein Mangel der Blutplättchen (Thrombozyten) kann zu den punktförmigen Einblutungen führen, da kleinste Verletzung, die durch den Blutfluss selbst bedingt sind, nicht mehr ausreichend abgedichtet werden können. Es kommt zu kleinen Einblutungen der umliegenden Hautpartien.

Folgen des Blutplättchen-Mangels (Thrombozytopenie) ist eine erhöhte Blutungsneigung, diese äußert sich in:

  • Hämatomen, nach kleinen Stößen
  • Nasenbluten
  • Zahnfleischbluten
  • Anhaltender Periodenblutung

Die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT)

Blutplättchen-Mangel tritt auch in Verbindung mit dem Gerinnungshemmer Heparin auf. Dieser wird meist als Thrombose-Prophylaxe nach Verletzungen und Operationen verwendet. In seltenen Fällen kommt es dadurch aber zu einer Thrombozytopenie.

Nach Verabreichung des Heparins sinkt die Anzahl der Thrombozyten ein wenig ab, nach wenigen Tagen kehrt die Thrombozytenzahl selbstständig in den Normalzustand zurück und die Behandlung kann fortgeführt werden. Man spricht hierbei vom Typ 1 der Heparin-induzierten Thrombozytopenie.

Typ 2 der HIT ist deutlicher gefährlicher: Das Heparin führt zu einer Autoimmunreaktion: Es werden Antikörper gebildet, was zu einer Aktivierung der Thrombozyten führt und die Gerinnselbildung fördert. Damit steigt die Gefahr von Thrombosen und Durchblutungsstörungen. Je nach Gefäß und Ausprägung kann dies lebensbedrohliche Konsequenzen haben.

COVID-19-Impfung: Thrombozytopenie möglich

Nach Untersuchungen erster Blutproben zum Zusammenhang von Sinusvenenthrombosen und der AstraZeneca-Impfung gehen Forscher*innen ebenfalls von einer Thrombozytopenie nach der Corona-Impfung aus. Diese kann ähnlich wie bei der Heparin-induzierten Thrombozytopenie Typ 2 zu einer Autoimmunreaktion führen und schwerwiegende Folgen wie Lungenembolien und Sinusvenenthrombosen nach sich ziehen.

Geimpfte Personen sollten deshalb vier bis 16 Tage nach der Impfung auf entsprechende Symptome achten und bei Problemen und Auffälligkeiten eine*n Arzt*Ärztin kontaktieren. Nach Überprüfung der Thrombozytenzahl kann eine Behandlung eingeleitet werden.

Aktualisiert: 08.04.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin