Achtung! So ungesund ist hormonelle Verhütung

Thrombosen stehen aktuell als Nebenwirkungen verschiedener Medikamente besonders im Fokus. Auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille können Thrombosen und weitere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Doch wie gefährlich ist die Pille?

Pille © Getty Images/ Tat'âna Maramygina / EyeEm

Hormonelle Verhütungsmittel sind immer wieder umstritten, aber dennoch beliebt. Stiftung Warentest hat 141 hormonelle Verhütungsmethoden untersucht, aber nur 58 empfohlen.

Die Pille: Ein häufiges Verhütungsmittel

Die Pille ist ein Verhütungsmittel, das in Tablettenform oral eingenommen wird. Die Einnahme erfolgt einmal täglich, am besten zur gleichen Uhrzeit. Das Verhütungsmittel kann durchgenommen werden, es wird allerdings empfohlen, eine Pillenpause (je nach Präparat vier bis sieben Tage) einzuhalten. Während dieser Pause kann es zu Hormonentzugsblutungen kommen. Viele Frauen verwechseln diese allerdings mit der normalen Periode.

Diese Nebenwirkungen können bei Einnahme der Pille auftreten:

  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen
  • Wassereinlagerungen
  • Verlust der Libido
  • Erhöhtes Thrombose-Risiko
  • Depressionen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten

Auch Scheidentrockenheit oder Übelkeit können im Zusammenhang mit der Anti-Baby-Pille vorkommen.

Besonders das erhöhte Risiko für Thrombosen in den Beinvenen oder eine Lungenembolie ist vom Pillenpräparat abhängig: Die Pille besteht meist aus einer Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen.

Im Zusammenhang mit Thrombosen spielt die Art des Gestagens eine entscheidende Rolle. Pillen, die viel Östrogen gemeinsam mit Desogestrel, Dienogest, Drospirenon oder Gestoden enthalten, verfügen über ein höheres Thrombose-Risiko als Pillen mit anderer Zusammensetzung.

Alternativen zur Anti-Baby-Pille: Weitere Verhütungsmittel

  • Spirale – Verhütungsmittel mit und ohne Hormone: Die Spirale wird in die Gebärmutter eingesetzt und bleibt dort bis zu fünf Jahre. Sowohl das Kupfer der Kupferspirale als auch das Gestagen der Hormonspirale verändern die Gebärmutterschleimhaut. Dies verhindert, dass sich eine Eizelle einnistet oder befruchtet wird.
  • Dreimonatsspritze: Das Hormon der Dreimonatsspritze wird in die Muskulatur des Pos gespritzt. Dort wird es wie ein Depot gelagert und regelmäßig freigesetzt. Das Hormon verändert die Gebärmutterschleimhaut und hindert die Eizelle daran, sich einzunisten.
  • Implantat: Das Implantat wirkt ähnlich wie die Dreimonatsspritze, wird aber als Hormonstäbchen unter der Haut eingepflanzt.
  • Vaginalring und Pflaster: Beide Verhütungsmethoden wirken ähnlich wie die Pille. Die Frau setzt sich den Ring selbst in die Scheide ein, wo er die nötigen Hormone freisetzt, während das Pflaster auf der Haut liegt. Beide sollten nach 21 Tagen entfernt werden. Das Thrombose-Risiko kann bei manchen Präparaten sogar höher ausfallen als bei der Pille.

Neben den aufgeführten hormonellen Verhütungsmethoden kann auch mit Kondom, Diaphragma oder mithilfe von Verhütungs-Apps und der Messung der Körpertemperatur verhütet werden. Diese Methoden bergen allerdings ein höheres Schwangerschaftsrisiko.

Wichtig ist in jedem Fall, Verhütungsmethoden mit dem*der Partner*in abzuklären und das Thema Verhütung als gemeinsame Verantwortung anzusehen.

Aktualisiert: 24.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin