Die 10 größten Zahnpflege-Mythen

Frau bei der Zahnpflege © istockphoto, LuckyBusiness

Damit unsere Zähne gesund bleiben, sollten sie mindestens zweimal täglich sorgfältig mit Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt werden. Auch die tägliche Anwendung von Zahnseide ist empfehlenswert, um Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Neben Zahnbürste & Co. gibt es noch viele weitere Tipps für gesunde Zähne. Doch Vorsicht: Nicht alles, was über die Zahnpflege gesagt wird, stimmt tatsächlich auch. Wir räumen mit den 10 größten Zahnpflege-Mythen auf. 

1) Fest schrubben bringt am meisten

Falsch! Zwar ist es wichtig, die Zähne gründlich zu reinigen, festes Schrubben ist dazu aber nicht nötig. Denn wer mit der Zahnbürste zu fest aufdrückt, strapaziert Zähne und Zahnfleisch. Durch den Druck kann sich das Zahnfleisch zurückziehen, so dass es zu freiliegenden Zahnhälsen kommt. Zudem kann der schützende Zahnschmelz geschädigt werden. Deswegen sollten Sie beim Putzen darauf achten, nur einen leichten Druck auszuüben.

2) Schlechte Zähne sind erblich

Falsch! Schlechte Zähne sind nicht erblich – nur weil die Eltern schlechte Zähne hatten, heißt dies nicht, dass man selbst auch Probleme mit den Zähnen bekommt. Einige Faktoren sind zwar genetisch bedingt, etwa die Dicke des Zahnschmelzes oder die Zahnstellung. Generell gilt jedoch, dass ein sauberer Zahn keine Karies bekommt – und dafür, dass Ihre Zähne sauber bleiben, sind Sie ganz alleine verantwortlich.

3) Schwarzer Tee schädigt die Zähne

Falsch! Zwar sorgen einige Teesorten – unter anderem schwarzer Tee – dafür, dass sich die Zähne verfärben – allerdings lassen sich diese Verfärbungen ohne Probleme wegpolieren. Den Zahnschmelz schädigt schwarzer Tee nicht, lediglich einige sehr saure Früchtetees können bei häufigem Konsum Schäden hervorrufen. Schwarzer Tee kann sich im Gegensatz dazu sogar positiv auf die Zähne auswirken, da er Fluorid enthält, das den Zahnschmelz härten soll.

4) Kaugummikauen ersetzt Zähneputzen

Falsch! Kaugummikauen ersetzt auf keinen Fall die Pflege der Zähne mit Zahnbürste und Zahnseide. Vielmehr sollte das Kauen als eine zusätzliche Pflegemaßnahme angesehen werden – vorausgesetzt, es handelt sich um zuckerfreien Kaugummi.

Besonders empfehlenswert sind spezielle Zahnpflegekaugummis mit Xylit oder ähnlichen Substanzen. Durch den Kaugummi wird die Speichelproduktion angeregt, wodurch schädliche Säuren neutralisiert werden und der Zahnschmelz gehärtet wird. Um den auf den Zähnen sitzenden Plaque zu entfernen, ist ein sorgfältiges Zähneputzen aber zwingend notwendig.

5) Äpfel essen verhindert Karies

Falsch! Das Gerücht, dass durch den Verzehr von Lebensmittel mit einer harten Konsistenz wie Äpfeln oder Karotten die Entstehung von Karies verhindert werden kann, hält sich hartnäckig. Tatsächlich ist es so, dass durch solche Lebensmittel die oberen Beläge auf den Zähnen abgerieben werden. Um aber auch den festsitzenden Plaque zu entfernen und die Zahnzwischenräume zu reinigen, sind Zahnbürste und Zahnseide unverzichtbar.

Allerdings spricht nichts dagegen, zusätzlich einen Apfel oder eine Möhre zwischendrin zu naschen. Bei Äpfeln sollten Sie jedoch beachten, dass diese reich an Fruchtzucker sind und die enthaltene Säure den Zahnschmelz angreifen kann.

6) Milchzähne müssen nicht gepflegt werden

Falsch! Die Meinung, dass Milchzähne ruhig Karies haben dürfen, da sie eh wieder ausfallen, ist weit verbreitet. Allerdings müssen auch die Milchzähne sorgfältig gepflegt werden. Denn durch Karies an den Milchzähnen kann die Zahnkrone der bleibenden Zähne geschädigt werden.

Kommt es durch Karies zu einem frühzeitigen Verlust des Milchzahnes, kann der bleibende Zahn zudem in einer schlechten Position durch das Zahnfleisch brechen und dadurch später kieferorthopädische Korrekturen nötig werden lassen.

7) Zähneputzen direkt nach dem Essen ist wichtig

Falsch! Zwar sollten Sie die Zähne am besten zeitnah nach dem Essen putzen, aber eben nicht unmittelbar danach. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie Obst zum Nachtisch gegessen haben. Denn durch die Säure von Früchten und Fruchtsäften wird der Zahnschmelz weich und kann beim Zähneputzen angegriffen werden.

Neben Früchten können auch Getränke wie Wein oder Cola den Zahnschmelz aufweichen. Warten Sie deswegen nach dem Essen mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen. So lange braucht der Speichel etwa, um die Säure im Mund zu neutralisieren.

8) Alle aufhellenden Zahncremes sind schädlich

Falsch! Bei aufhellenden Zahncremes kommt es immer auf das jeweilige Produkt an. Viele der Pasten enthalten aggressive Schmirgelstoffe, die den Zahnschmelz angreifen und dadurch den Zahn schädigen können. Von solchen Produkten sollten Sie besser die Finger lassen. Einige Cremes sind jedoch auch relativ mild und enthalten nur wenig abrasive Substanzen. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Zahnarzt, ob die jeweilige Paste eine Gefährdung für Ihre Zähne darstellt.

Wenn Sie weißere Zähne möchten, können Sie alternativ darüber nachdenken, Ihre Zähne bleichen zu lassen. Aber auch hier gilt, dass Sie dazu mit Ihrem Zahnarzt Rücksprache halten sollten.

9) Eine Minute Zähneputzen reicht

Falsch! Anstatt einer Minute sollten Sie sowohl morgens als auch abends mindestens drei Minuten in Ihre Zahnpflege investieren. So lange dauert es etwa, bis beim Putzen alle Plaque von den Zahnoberflächen entfernt wurde. Zudem müssen die in der Zahnpasta enthaltenen Substanzen wie beispielsweise Fluorid eine gewisse Zeit auf die Zähne einwirken. Grade abends ist es wichtig, sich Zeit zum Zähneputzen nehmen, da die Zähne über Nacht am besten regenerieren können.

10) Rauchen verfärbt die Zähne nur oberflächlich

Falsch! Wer regelmäßig raucht, muss damit rechnen, dass sich die Zähne mit der Zeit gelblich verfärben. Oberflächliche Verfärbungen kann man wegpolieren, tiefere Verfärbungen bleiben dagegen.

Außerdem verschlechtert sich durch Rauchen auch die Versorgung des Zahnfleisches mit Blut und Sauerstoff. Dadurch kann es zu schmerzhaften Zahnfleischentzündungen und im schlimmsten Fall sogar zu Parodontitis und zum Zahnausfall kommen.

Aktualisiert: 02.08.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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