Atemtherapie: Behandlung von Krankheiten

Die Therapie des Atmens befasst sich mit Funktionsstörungen und Krankheiten von Lunge und Stimmapparat. Sie arbeitet sowohl vorbeugend als auch in der Folge von schweren Operationen oder Lungenfunktionsstörungen. 

Bei was hilft Atemtherapie?

Atemtherapie wir vorwiegend zur Behandlung von folgenden gesundheitlichen Defiziten angewandt:

  • Lungenentzündungen vorbeugen (Pneumonieprophylaxe),
  • Schleim im Lungenbereich lösen (Sekretlösung und -transport) sowie
  • ein stabiles Bronchialsystem aufbauen bzw. stützen. Das gilt vor allem bei obstruktiven Erkrankungen wie chronischer Bronchitis, Asthma und Mukoviszidose.

Diese Form der Atemtherapie dient dazu, Atemnot durch die Mobilisierung des Brustkorbes zu verringern und gleichzeitig die Vitalkapazität zu verbessern. Die Atemarbeit soll außerdem durch die Lockerung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur des Oberkörpers erleichtert werden. Unter Anleitung eines geschulten Therapeuten ist es möglich, die Atemtechnik so zu verfeinern, dass sich die Sauerstoffversorgung der Körpergewebe bessert. Dabei ist das Zwerchfell besonders wichtig. Die tiefe Bauchatmung kann trainiert werden. Alte und bettlägerige Menschen können die Atemtherapie nutzen, um die Verkümmerung ihrer Atemorgane zu verhindern. Während der Schwangerschaft sind Atemübungen ein elementarer Bestandteil der Geburtsvorbereitung.

Atemtherapie bei Krankheiten

Zunehmend gewinnt die Atemtherapie in der Medizin an Bedeutung. Erwiesen ist, dass die richtige Atmung die Durchblutung verbessert und so die Sauerstoffversorgung des ganzen Organismus optimiert. Besonders Asthmatiker trainieren das Atmen in einer bestimmten Körperhaltung – dem Kutschersitz. Hier sind die Beine leicht gespreizt, die Füße stehen ganz auf dem Boden, der Oberkörper ist leicht vornüber gebeugt, die Unterarme sind auf den Oberschenkeln abgestützt. So ist der Brustkorb vom Gewicht des Schultergürtels entlastet, man kann tiefer einatmen.

Die Therapie des Atmens ist auch für Patienten mit chronischen Bronchialerkrankungen oder nach Operationen im Bereich des Brustkorbes wichtig. Über die so genannte Lippenbremse, eine spezielle Atemtechnik, werden die Bronchien entkrampft. Man atmet normal durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus. Beim Ausatmen sind die Lippen leicht zusammengepresst als würde man gegen einen Widerstand ausatmen. So verlängert sich die Ausatmungsphase, die Bronchien entkrampfen.

Therapie mit dem Atem

Atemtherapie als Selbsterfahrung und zur Selbsthilfe wird zu den sogenannten alternativen Heilverfahren gezählt. Es gibt zahlreiche Ansätze zur Atemtherapie als Selbsterfahrung. Dabei gehen alle Atemschulen davon aus, das von allen der Atem am intensivsten mit allen anderen Ebenen des Menschen verknüpft ist. Alle Reize, die auf den Menschen von außen oder von innen einströmen, können danach die Art und Weise zu atmen verändern. Daher kann man mit der Arbeit am Atem zu jeder Ebene des Menschen vordringen und sie harmonisieren.

Einige Atemtherapeuten arbeiten dabei mit dem so genannten "unbewussten Atem" des Patienten, andere mit dem "willentlichen Atem" oder dem "zugelassenen Atem". Die unterschiedlichen Varianten der Therapie mit dem Atem unterscheiden sich daher in Nuancen, aber nicht im grundlegenden Ansatz.

Aktualisiert: 19.10.2017 - Autor: bo, Susanne Köhler / Überarbeitung: Nathalie Blanck

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