Moxa-Therapie weckt Energie

Moxa-Therapie © istockphoto, MarkFGD

Die Moxa-Therapie (auch: Moxibustion) ist eine Spielart der Akupunktur und wie diese in der traditionellen chinesischen Medizin beheimatet. Anders als die Akupunktur ist diese alternativmedizinische Therapie in den westlichen Ländern noch wenig bekannt. Der heute weniger gebräuchliche Name Moxibustion setzt sich aus dem japanischen Pflanzennamen Mogusa (latinisiert Moxa = Echter Beifuß) und dem lateinische Wortstamm buro (= brennen) zusammen.

Moxibustion zum Behandeln

Bei der Moxa-Therapie werden kleine Mengen von Heilkräutern über Akupunkturpunkten abgebrannt. Meist handelt es sich dabei um die Heil- und Gewürzpflanze Beifuß. Sie wird getrocknet und dann zu verschiedenen Formen von Moxa verarbeitet, meist Kegel oder Watte (Wolle).

Beifuß enthält an wirksamen Bestandteilen vor allem ätherische Öle (Cineol, Thujaöl), außerdem:

  • Cholin
  • Baumharze
  • die Vitamine A, B, C und D
  • Tanin
  • Kaliumchlorid
  • Eisen
  • Magnesium

Über die Hitzeeinwirkung beim Abbrennen wird das Meridiansystem (Energieleitbahnen) stimuliert, wodurch körpereigene Energien wieder besser fließen sollen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Moxa-Therapie auch zur Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt. Nach einem alten chinesischen Sprichwort soll demnach niemand eine Reise unternehmen, der nicht vorher das Qi, die Lebensenergie, durch Moxa angereichert hat.

Behandlung mit Moxa

Die Moxibustion kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Folgende Formen der Moxa-Behandlung stehen zur Verfügung:

  1. direkte Methode
  2. indirekte Methode
  3. Moxa-Zigarre
  4. Nadelmoxa

Wichtig: Am Gesicht und den Schleimhäuten ist die Therapie tabu.

Direkte und indirekte Moxa-Behandlung

Bei der direkten Methode legt der Therapeut Kegel oder Quader aus getrocknetem Heilkraut auf die Akupunkturpunkte und entzündet sie. Sie werden langsam abgebrannt, bis der Patient ein Hitzegefühl spürt, das sogenannte De-Qi-Gefühl, das oft als spitzer Hitzeschmerz beschrieben wird.

Die direkte Methode kann je nach Dauer zu Brandblasen, manchmal auch zu Narben führen. In dieser Form ist sie schmerzhaft und wird fast nur in China angewendet.

In Europa üblicher ist die indirekte Methode. Dem Moxa-Kegel wird als Verbrennungsschutz oder zur Unterstützung der Wirkung eine Ingwerscheibe, Knoblauch oder Salz unterlegt. Wenn der Patient ein Hitzegefühl am Akupunkturpunkt verspürt, wird der Moxakegel zum nächsten Punkt geschoben. Jeder Akupunkturpunkt sollte sechs- bis achtmal erhitzt werden.

Moxa-Zigarre: Therapie mit einer Moxastange

Das Heilkraut kann aber auch in Form einer Moxa-Zigarre eingesetzt werden. Das ist eine in dünnes Papier gerollte Moxastange, die an einem Ende angezündet wird.

Der Therapeut nähert sich immer wieder mit der glühenden Spitze der Zigarre den Akupunkturpunkten (auf 0,5-1 Zentimeter) bis der Behandelte das De-Qi-Gefühl spürt. Auch hier wird der Vorgang so lange wiederholt, bis die Haut deutlich gerötet ist.

Nadelmoxa mit Akupunkturnadeln

Außerdem kann man ein Moxa-Stück auf eine bereits gesetzte Akupunkturnadel aufstecken. Bei diesem Nadelmoxa wird die Hitze des verglühenden Pulvers über die Nadel direkt in die Haut geleitet.

Eine Sitzung dauert etwa 15 bis 30 Minuten und wird zunächst in eintägigen dann weiteren Abständen wiederholt (insgesamt bis zu acht Behandlungen). Danach reicht eine Erhaltungsdosis alle sieben bis zehn Tage.

Anwendungsgebiete der Moxa-Therapie

Das Huang Di Nei Jing, das Lehrbuch des gelben Kaisers, empfiehlt Moxibustion bei Erkrankungen durch Kälte und Feuchtigkeit sowie bei Erkrankungen vom Schwächetyp.

Hauptanwendungsgebiete heute sind Erkrankungen mit chronischem Charakter, zum Beispiel: 

Ähnlich wie die Akupunktur wird sie auch in der Schmerzbehandlung eingesetzt, zum Beispiel bei Migräne und Spannungskopfschmerz, außerdem bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates wie Schulter-Nacken-Verspannungen, Bandscheibenschäden oder Hexenschuss.

Selbstbehandlung mit Moxa

Die Moxa-Therapie eignet sich auch gut zur Selbstbehandlung. Der Patient wird hierzu vom behandelnden Arzt möglichst umfassend in die Moxibustion eingeführt. Am sichersten für die Heimbehandlung ist die indirekte Methode mit Moxa-Zigarre oder Moxakegel.

Zur Orientierung markiert der Arzt die ausgewählten Akupunkturpunkte mit einem wasserfesten Filzstift.

Komplikationen bei der Moxa-Therapie

Auf eine Moxa-Therapie sollte man bei akuten Erkrankungen besser verzichten. Auch bei Fieber, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit oder während der Menstruation sollte die Moxa-Therapie nicht angewendet werden.

Aktualisiert: 12.07.2017 – Autor: Ina Mersch

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