Phototherapie - Es werde Licht!

Ob Johann Wolfgang v. Goethe auf dem Sterbebett tatsächlich "Mer Licht!" gefordert hat, bleibt weiterhin ungeklärt. Klar ist aber, dass natürliches Licht für unser tägliches Leben unverzichtbar ist. Es bestimmt unseren Biorhythmus und sorgt unter anderem dafür, dass über die Einstrahlung auf die Haut Vitamin D gebildet werden. Mehr noch: Sonnenlicht und künstliches Licht werden in der Medizin auch zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt.

Sonne und mehr

Zu den medizinischen Behandlungen mit Licht gehören die Phototherapie und die Heliotherapie. Die Phototherapie arbeitet mit künstlichen Lichtquellen wie UV- oder Weißlicht-Lampen, die Heliotherapie nutzt das natürliche Sonnenlicht. In der Medizin unterscheidet man die folgenden phototherapeutischen Anwendungsgebiete:

  • Infrarot-Licht: Wärmestrahlung bei rheumatischen Erkrankungen oder chronischen Entzündungen (z. B. Entzündungen der Nasennebenhöhlen)
  • Weißes Licht: Bestrahlungen bei Schlafstörungen und Winterdepressionen (SAD)
  • UV-Strahlung: Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne, Gelbsucht bei Neugeborenen.

Die verschiedenen Lichtformen wirken ganz unterschiedlich auf den Körper. Infrarot-Licht wirkt vor allem über Wärme. Sie steigert die Durchblutung, entspannt die Muskeln und lindert Schmerzen – daher werden Infrarot-Lampen bei Muskelverspannungen, rheumatischen Symptomen oder auch bei Erkrankungen der Nebenhöhlen eingesetzt.

UV-Licht wirkt direkt auf die Haut. Eine Bestrahlung kann das Immunsystem in den oberen Hautschichten beruhigen. Das ist vor allem bei allergischen Erkrankungen wie Neurodermitis wichtig, da sie auf einem überaktiven Immunsystem beruhen. Auch entzündliche Hauterkrankungen können dadurch abgemildert werden. Bei Schuppenflechte wirkt die Strahlung wachstumshemmend und kann so die vermehrte Bildung und Abschuppung der Hautzellen stoppen.

In der Kinderheilkunde wird UV-Licht gegen die Gelbsucht bei Neugeborenen eingesetzt. Bei der Umstellung auf die eigene, kindliche Blutproduktion nach der Abnabelung von der Mutter zerfallen die mütterlichen Blutkörperchen. Die Hämoglobin-Abbauprodukte können zunächst nur in geringen Mengen über die Niere ausgeschieden werden und würden das Kind schädigen, wenn sie im Körper blieben. Bei der UV-Bestrahlung zerfällt der Farbstoff dann in gut lösliche Bestandteile, die komplett über den Urin ausgeschieden werden können.

Aktualisiert: 23.10.2017 - Autor: Susanne Köhler

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