Darf man Schlafwandler aufwecken?

Schlafwandler in der Nacht © Cocoparisienne

Schlafwandeln ist ein seltenes Phänomen. Etwa 15% der 5 bis 12-jährigen waren schon einmal vom Schlafwandel betroffen. Bis zur Pubertät sinkt der Anteil jedoch drastisch und im erwachsenen Alter kommt diese Form der Schlafstörung kaum noch vor. Was steckt dahinter und wie verhält man sich, wenn man einem Schlafwandler begegnet? Das Phänomen des Schlafwandelns gehört zu den so genannten Parasonien. Darunter versteht man abnormale Ereignisse während des Schlafs oder an der Schwelle zwischen Wachsein und Schlafen. Das Verhalten beim Schlafwandeln ist komplex. Ein einfaches Aufsitzen, was als "verwirrtes Aufwachen“ bezeichnet wird oder ein Gang durch die Wohnung können auftreten. Nach dem Aufwachen kann man sich meist an nichts mehr erinnern.

Die "Schlafwandlerische Sicherheit"

Landläufig besteht die Annahme, dass sich der Schlafwandelnde gut orientieren kann und sich in der Regel nicht selbst in Gefahr bringt. Forschungen belegen jedoch das Gegenteil. Die Koordination von Bewegungsabläufen ist äußerst schlecht. Häufig stolpert der Schlafwandler oder gerät ins Wanken.

Das Geradeauslaufen stellt eine der größten Gefahren dar. Trotz geöffneter Augen, sieht der Schlafwandler nicht, ob sich etwas auf ihn zu bewegt. Hindernisse können ihm so Verletzungen zufügen. Außerdem besteht Absturzgefahr, da der Schlafwandler nicht bemerkt, wenn sein Weg endet.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man einem Schlafwandler begegnet?

Ein Schlafwandler ist meistens nicht ansprechbar. Wenn er eine Antwort von sich gibt, artikuliert er sich schlecht. Man sollte versuchen, den Schlafwandler zurück in sein Bett zu lenken. Dabei muss unbedingt vermieden werden, ihn aufzuwecken. Er würde sich anderenfalls erschrecken und wäre verstört über seine aktuelle Situation.

Bei Gefahr würde er voraussichtlich aus Schreck falsch reagieren. In den seltensten Fällen kommt es vor, dass ein Schlafwandler handgreiflich wird. Beim Zurückbringen des Schlafenden kommt es lediglich darauf an, ihn vor sich selbst zu schützen.

Spielt der Mond beim Schlafwandel eine Rolle?

Schlafwandeln wird auch als "Mondsüchtigkeit“ bezeichnet. Tatsächlich ist es so, dass der Schlafwandler dazu neigt, sich an einer Lichtquelle zu orientieren. Das kann der Mond sein oder ein beliebiges anderes Licht. Heute spielt der Mond vermutlich keine so große Rolle mehr, da er, in einer üblichen Wohngegend, ein Licht unter vielen ist.

Aktualisiert: 18.06.2018

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?