Wie entsteht Schluckauf?

Mann mit Schluckauf hält Hand vor den Mund © derneuemann

Im Grunde ist ein kurzanhaltender Schluckauf nichts Schlimmes und medizinisch in der Regel unbedeutend, dennoch sind die laut vernehmbaren "Hickser-Attacken" meist lästig, zudem sie natürlich fast immer in den unmöglichsten Situationen auftreten. Schluckauf, in der Medizin Singultus (lat. Schluchzen, Röcheln) genannt, entsteht durch unwillkürliche, schnelle Kontraktion des Zwerchfells, wobei sich die Stimmritze verschließt. Beim Einatmen werden die typischen Schluckauf-Geräusche verursacht, wenn die eingesogene Luft gegen die geschlossene Stimmritze prallt.

Häufige Ursachen für die Entstehung von Schluckauf

  • Verzehr zu kalter bzw. heißer Speisen oder Getränke
  • Alkohol
  • Hastiges Essen oder Trinken
  • Schwangerschaft
  • Stress
  • Magen-/ Darmerkrankungen

Gereizter Parasympathikus schafft Abhilfe

Tipps, wie Sie Ihren Schluckauf wieder loswerden können, gibt es zahlreiche. Die meisten sind in Ihrer Wirkung umstritten. Hier eine kleine Auswahl:

  • Mit den Daumen die Ohren und mit den kleinen Fingern die Nase zuhalten, und dabei die Luft anhalten
  • Laut singen
  • Essig trinken
  • Sich erschrecken lassen
  • Zucker essen

All diese Maßnahmen reizen den Parasympathikus, der zum vegetativen Nervensystem gehört. Vielleicht ist Ihr Schluckauf damit gelöst. Wenn nicht, hilft abwarten. Das Zwerchfell beruhigt sich normalerweise recht schnell wieder. Dies gelingt am besten, wenn man sich ablenkt. Daher stammt wahrscheinlich der alte Brauch, Schluckauf-Geplagte zu fragen, was Sie vor drei oder mehr Tagen gegessen haben.

Der Schluckauf, ein Relikt aus pränatalen Zeiten

Für den Fötus ist der Schluckauf ein notwendiger Reflex. Dieser muss sich bereits im Fruchtwasser an das Leben "draußen" gewöhnen, und tut dies unter anderem mit Atemübungen. Die geschlossene Stimmritze verhindert dabei das Einfließen von Fruchtwasser. Nach der Geburt ist Schluckauf, biologisch gesehen, kompletter Unsinn. Aber wenn uns sein Auftreten doch weiterhin begleitet, verliert sich wenigstens die Häufigkeit: Im Kindesalter "hicksen" wir 3000 mal mehr als im Erwachsenenalter!

Aktualisiert: 06.03.2018

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