Was ist fMRT?

fMRT © jarmoluk

Die fMRT oder auch fMRI (im englischen Sprachraum gängige Abkürzung für functional magnetic resonance imaging) ist ein noch junges Bildgebungsverfahren, bei dem bestimmte Hirnfunktionen gemessen und lokalisiert werden. Anders gesagt: Es wird sichtbar gemacht, welche Teile des Gehirns arbeiten, wenn wir zum Beispiel eine bestimmte Bewegung machen oder uns etwas anschauen. Diese Gehirnareale verbrauchen Energie, welche als Sauerstoff oder Zucker durch die Blutgefäße geleitet und in den Nervenzellen verbrannt wird.

Durchblutung des Gehirns messbar

Die fMRT kann den verschieden hohen Sauerstoffgehalt in den roten Blutkörperchen erkennbar machen – ein hoher Gehalt deutet auf Aktivität der jeweiligen Hirnregion hin. Die fMRT misst also die veränderte Durchblutung des Gewebes in den verschiedenen Arealen des Gehirns, die durch den Bedarf an Energie der aktiven Nervenzellen verursacht wird.

fMRT im Vergleich zu anderen Verfahren

Seit der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen 1895 die nach ihm benannten unsichtbaren Röntgenstrahlen entdeckte, ist es den Medizinern möglich, ohne operatives Verfahren in den menschlichen Körper hineinzusehen. Jedoch führen Röntgenstrahlen zur Schädigung eines lebenden Organismus. Auch die Computertomographie (kurz CT) wertet eine große Anzahl von aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommenen Röntgenbildern aus und verarbeitet sie computerbasiert zu einem dreidimensionalen Bild.

Die fMRT kommt hingegen ohne Röntgenstrahlen und andere ionisierende Strahlung aus und hat so einen großen Vorteil gegenüber den anderen Verfahren. Wie die seit den 80er Jahren entwickelte Magnetresonanztherapie (MRT), die mittels einzelner Schnittbilder Informationen zu Organen, Gewebe und folglich krankhafter Veränderungen liefert, erlaubt die fMRT nicht nur einen Blick auf die Knochen.

Wem nützt die fMRT?

Die fMRT vermittelt neue Erkenntnisse über Funktionsweisen des Gehirns. Insbesondere emotionale und kognitive Vorgänge können mithilfe der fMRT genauer untersucht werden. Die Neuropsychologie und die Neurologie nutzen die fMRT, um unterschiedliche Vorgänge des Hirnstoffwechsels bei gesunden Personen und Patienten, die unter psychischen Störungen leiden, zu untersuchen. Neben psychiatrischen werden auch neurologische Krankheitsbilder mit den neuen Möglichkeiten der fMRT untersucht. Zudem wird die fMRT zur Untersuchung von Hirntumoren und chronischen Schmerzen eingesetzt.

Vor einer Operation lässt eine fMRT Rückschlüsse zu, wie viel Tumor entfernt werden kann, ohne gesundes, funktionelles Hirngewebe zu schädigen. So können die Gefahren von Lähmungen, Sprachstörungen oder Sensibilitätsausfällen, die bei einer OP entstehen können, verringert werden. Die fMRT kann außerdem die Faserverbindungen und Faserbahnen im Gehirn darstellen, die bei einer Operation nicht zerstört werden dürfen.
 

Aktualisiert: 25.09.2018 - Autor: Daniela Heinisch

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