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Wer entdeckte die Blutgruppen?

Blutgruppen © istockphoto, Eraxion

Karl Landsteiner (1868 bis 1943) ein österreichischer Bakteriologe ist der Entdecker des Blutgruppensystems - also der vier Blutgruppen A, B, 0 und AB. Schon früh war ihm klar, dass Blut ein „ganz besonderer Saft" ist. Landsteiner stellte nämlich fest, dass bei der Übertragung von Blut von einem Mensch zum anderen das Blut in den Gefäßen oft verklumpte und zersetzte. Seine grundlegenden Ergebnisse publizierte er im Jahre 1901 in der "Wiener Klinischen Wochenschrift" unter dem Titel "Über Agglutinationserscheinungen normalen menschlichen Blutes".

Die Entdeckung der Blutgruppen

Am 11.Dezember 1930 wurde ihm für die Entdeckung der Blutgruppen des Menschen der Nobelpreis für Medizin verliehen. Ein Jahr nach seiner Entdeckung der Blutgruppen (1901) entwickelte er gemeinsam mit dem Gerichtsmediziner Max Richter eine Methode zur Bestimmung der Blutgruppen aus Blutflecken.

Nach dem Ende des ersten Weltkriegs übersiedelte Karl Landsteiner wegen der wirtschaftlichen Not erst nach Holland und später ins Rockefeller Institute (New York). Dort arbeitete er an der Erforschung der Blutgruppen weiter. Zusammen mit dem Amerikaner Alexander Solomon Wiener, entdeckte er im Blut den Rhesusfaktor, ein Blutmerkmal im Blut von Rhesusaffen. Landsteiner war noch bis zu seinem Tod in der Forschung tätig. Er verstarb am 26. Juni 1943 in New York.

Die Blutgruppen...

Die Blutgruppe ist so alt wie die Menschheit selbst. Sie wird von den Eltern nach den Mendelschen Gesetzen an die Kinder weiter vererbt. Zu Beginn der Menschheitsgeschichte gab es nur die Blutgruppe 0. Heute gibt es neben der Blutgruppe 0, noch Blutgruppe A, B, und AB.

Die roten Blutkörperchen - die Erythrozyten - besitzen auf ihrer Zelloberfläche bestimmte Eiweissmoleküle, die die Zellen sozusagen markieren. Man nennt diese Moleküle Antigene und die bestimmen die Blutgruppe des Menschen.

Erhält nun ein Mensch der Blutgruppe A bei einer Transfusion ein Blutpräparat der Blutgruppe B, kommt es zu heftigen Reaktionen, die vom Schock bis zum Tod reichen können.

Heute, nach genauer Forschung und Untersuchung weiß man, dass Menschen mit der Blutgruppe AB alle anderen Blutgruppen vertragen, die Blutgruppe 0 kann von allen Gruppen empfangen werden. Diese Erkenntnis ist auch heute noch bei Bluttransfusionen und Operationen wichtig.

... und das Rhesus-System

Neben dem AB0-System ist das Rhesus-System (Rh-System) von großer Bedeutung. 85% der Bevölkerung haben den Rhesusfaktor Rh positiv (d.h. das antigene Erythrozytenmerkmal Rh ist vorhanden), 15% haben Rh negativ (d.h. das Rh-Antigen fehlt).

Seit der Entdeckung der Blutgruppen vor etwas mehr als hundert Jahren hat sich die Medizin rasant weiterentwickelt. Aber erst die Entdeckung der Blutgruppen ermöglichte eine Bluttransfusion und verbesserte viele Operationstechniken. Auch in der Gerichtsmedizin, beispielsweise für den Vaterschaftsnachweis oder die Identifikation von Blutflecken, sind die Entdeckungen Landsteiners von elementarer Bedeutung.

Aktualisiert: 18.05.2012

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