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Wer erfand die Anti-Baby-Pille?

In früheren Zeiten hatten Frauen kaum Möglichkeiten eine Schwangerschaft zu verhüten. Erst 1960 war die erste einzunehmende "Pille" erhältlich. Voraussetzung für die Entwicklung der Pille war die Entdeckung, dass der weibliche Körper regelmäßigen zyklischen Veränderungen unterliegt, der von vielen Hormonen gesteuert wird.

Geschichte der Pille

  • So ist seit etwa 1850 bekannt, dass die Eierstöcke der Frau in regelmäßigen Abständen ein Ei hervorbringen.
  • Im Jahre 1902 wurden die Hormone entdeckt, die die Fortpflanzung steuern.
  • 1919 kam dann als erster der Physiologe Ludwig Haberlandt auf die Idee, dass eine gezielte Hormongabe dem weiblichen Organismus eine Schwangerschaft vortäuscht und dadurch der Eisprung und somit auch die Empfängnis verhindert werden.
  • Dem aus Österreich stammenden Carl Djerassi gelingt 1951 die Synthese eines oral wirksamen künstlichen Schwangerschaftshormons.

Ein Mittel zum Schlucken?

Die Entstehung der Pille verdankt diese jedoch vor allem Margaret Sanger und Katharine McCormick: sie gaben Gregory Pincus 1951 den Auftrag ein billiges und in Massen herstellbares Schwangerschaftsverhütungsmittel entwickeln, das wie eine Kopfschmerztablette geschluckt wird. 1960 kam dann die erste oral einzunehmende "Pille" auf den Markt; 1961 war sie auch in Deutschland zu erhalten.

Bis in die 70er Jahre hinein war die Pille heftig umstritten und Grund für zahlreiche Demonstrationen. So verbietet Papst Paul VI. 1968 in seiner Enzyklika "Humanae vitae" die künstliche Empfängnisverhütung.

Sicheres Verhütungsmittel

Dennoch war der Siegeszug der Pille nicht aufzuhalten, denn die Pille hat die Frauen von einer großen Unsicherheit und der Angst vor ungewollter Schwangerschaft erlöst. Man unterscheidet 2 Formen:
 

  1. Die klassische Anti-Baby-Pille besteht aus zwei Hormonen, nämlich Östrogen und Gestagen. Alle heute im Markt befindlichen Präparate enthalten das synthetisch hergestellte Östrogen Ethinylöstradiol in unterschiedlichen Mengen (maximal 50 µg). Gestagene gibt es viele Unterschiedliche und immer wieder kommen Neue dazu. Inzwischen ist man bei der sog. Dritten Generation angelangt.
     
  2. Gestagen-Monopräparate (Minipille). Diese Präparate zur oralen Empfängnisverhütung enthalten ausschließlich geringe Mengen eines Gestagens.

Die Anti-Baby-Pille nutzen etwa 65 Millionen Frauen weltweit, auch in Deutschland ist sie das am meisten genutzte Verhütungsmittel. Zu dieser Akzeptanz hat auch beigetragen, dass die Pille nach der Sterilisation das sicherste Verhütungsmittel ist. Statistisch treten nur zwei ungewollte Schwangerschaften auf, wenn sich 1.000 Frauen ein Jahr lang auf sie verlassen.

Aktualisiert: 06.11.2017

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