Heilfasten zu Hause

Heilfasten: fröhliche Frau © iStock.com/Squaredpixels

Ob aus religiösen, spirituellen oder gesundheitlichen Aspekten: Fasten ist etwa so alt wie die Menschheit. So viele Beweggründe es zum Heilfasten gibt, genauso viele verschiedene Fasten-Arten existieren auch. Neben der Möglichkeit, in Kliniken, im Kloster oder speziellen Hotels zu fasten, kann Heilfasten zu Hause eine weitere Option darstellen. Wir erklären, was dabei zu beachten ist und geben Ihnen zehn Tipps, mit denen das Heilfasten in den eigenen vier Wänden gelingt.

Heilfasten zu Hause: Plan für gesundes Fasten

Gesund oder ungesund – zum Fasten gibt es unterschiedliche Ansichten. Wer vom Fasten überzeugt ist, beruft sich auf die möglichen positiven Effekte für Körper und Geist. Fasten soll zu Wohlbefinden und Vitalität führen und außerdem das Immunsystem stärken, da der Darm komplett gereinigt wird.

Wer fasten möchte, wird sich zunächst fragen, wie und wo er das Heilfasten durchführen kann. Für die meisten liegt das eigene Zuhause als Wahl am nächsten. In der gewohnten Umgebung ist man keinem äußeren Zwang ausgesetzt und kann sein Vorhaben so durchführen, wie man es selbst möchte.

Allerdings ist dabei auch keine Anleitung durch erfahrene Fachkräfte möglich. Wer zu Hause fastet, sollte also besonders auf seinen Körper achten. Leichte Nebenwirkungen, wie Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen können auftreten, bei stärkeren körperlichen Beschwerden sollte das Fasten jedoch vorsichtig abgebrochen und im Zweifelsfall ein Arzt konsultiert werden.

Nicht jeder sollte fasten

Wichtig ist: Wer gesund ist, kann fasten, auch zu Hause. Alle, die an chronischen Vorerkrankungen leiden, sollten das Vorhaben "Heilfasten" unbedingt vorher medizinisch abklären. Auch schwangere und stillende Frauen sollten auf das Fasten verzichten.

Wer Heilfasten möchte, benötigt auch eine gute Portion Disziplin, ganz gleich ob beim Heilfasten zu Hause oder an einem anderen Ort. Die Dauer des Heilfastens kommt dabei auf die jeweilige Methode an. Für Einsteiger sind etwa fünf Tage empfehlenswert.

Heilfasten: Abnehmen möglich und gesund?

Auch wenn viele mit Fasten automatisch abnehmen verbinden, ist die Gewichtsreduktion beim Heilfasten nur ein Nebeneffekt, wenn auch für viele ein erfreulicher.

Allerdings ist Heilfasten nicht mit einer Diät zur puren Gewichtsreduktion zu vergleichen. Das primäre Ziel des Fastens ist die Reinigung des Körpers. Giftstoffe, die sich infolge unserer normalen Lebensweise im Körper angesammelt haben, sollen mithilfe einer Fastenkur freigesetzt und ausgeschieden werden.

Vor allem in den ersten Fasten-Tagen wird hauptsächlich Wasser ausgeschieden und nicht etwa den ungeliebten Fettzellen zu Leibe gerückt. Erst nach einigen Tagen wird der Kohlenhydratstoffwechsel umgestellt und Fett und Eiweiß werden verbrannt.

Zudem ist zu beachten: Wer nach dem Heilfasten seine vorherigen Ernährungsgewohnheiten wieder komplett aufnimmt, wird auch die verlorenen Kilos schnell wieder spüren. Dennoch kann Heilfasten, neben vielen anderen möglichen positiven Effekten, ein guter Ausgangspunkt dafür sein, um die Ernährung langfristig umzustellen und dabei alte Ernährungsgewohnheiten über Bord zu werfen. Zudem kann das Heilfasten auch als Vorbereitung für eine anschließende Diät dienen.

Heilfasten zu Hause: Anleitung und Tipps

In der eigenen Umgebung zu fasten, kann viele Vorteile mit sich bringen, denn bekanntlich fühlt man sich zu Hause am wohlsten. Allerdings lauern gerade im gewohnten Umfeld ein paar Fallen, die das vorzeitige Beenden einer Fastenkur begünstigen können. Daher ist es wichtig, einige Vorbereitungen zu treffen, die es leichter machen, das geplante Heilfasten zu Hause durchzuziehen.

Beachten Sie folgende Tipps, damit das Heilfasten zu Hause gelingt.

1) Richtig einkaufen

Kaufen Sie schon vor dem Fasten alle benötigten Lebensmittel für das Fasten sowie den Entlastungs- und Aufbautag ein. So können Sie vermeiden, dass Sie sich im Supermarkt dazu verführen lassen, doch gewohnte Kost einzukaufen. Grundsätzlich gilt: Während des Fastens wird ausschließlich Flüssigkeit in Form von Gemüsebrühe, Säften oder Tee zu sich genommen. Vor und nach dem Fasten sollte der Körper langsam an die Nahrungsumstellung gewöhnt werden.

2) Motivation durch andere

Sprechen Sie über Ihr Vorhaben. Denn Kollegen, Familienmitglieder oder Freunde können Sie beim Heilfasten unterstützen und dabei an Fastentagen, die Ihnen schwerfallen, motivierend auf Sie einwirken.

3) Kühlschrank ausmisten

Entfernen Sie so viele Speisen wie möglich aus Ihrem Kühlschrank, die während des Heilfastens eine besondere Anziehungskraft auf Sie ausüben könnten, wie zum Beispiel Schokoladenpudding oder Wurst.

Wenn noch andere Familienmitglieder mit Ihnen zusammen wohnen, könnte ein gemeinsames Vorhaben, wie etwa "Wir verzichten alle gemeinsam eine Woche lang auf Süßigkeiten" Ihren Plan bestärken und für alle anderen ebenso einen positiven Effekt mit sich bringen.

4) Der richtige Zeitpunkt

Denken Sie daran, dass Fasten gerade in den ersten Tagen dazu führen kann, dass Ihr Körper nicht auf Hochtouren ist. Eventuell fühlen Sie sich müde und schlapp. Starten Sie mit dem Heilfasten zu Hause am besten am Wochenende oder an einem freien Tag.

5) Schonen Sie sich

Gönnen Sie sich zu Hause genau die Ruhe, die sie während des Fastens brauchen. Überlasten Sie Ihren Körper nicht, da der Kreislauf durch das Fasten bereits belastet ist.

6) Bewegung tut gut

Planen Sie dennoch moderate Bewegung in Ihr Heilfasten mit ein. Lange Spaziergänge an der Luft sind eine Wohltat für den Körper. Aber auch sanfte Sportarten, wie etwa Yoga können eine ideale Ergänzung für das Heilfasten zu Hause sein. Denn gerade mit Yoga lässt sich der Effekt von innerer Ruhe und geistiger Klarheit verstärken und das Fasten zu Hause positiv unterstützen.

7) Finger weg von Zigaretten

Versuchen Sie als Raucher während des Heilfastens darauf zu verzichten. Der inhalierte Zigarettenrauch belastet den Körper unnötig und kann den Effekt der inneren Körperreinigung vermindern.

8) Nie auf eigene Faust fasten

Auch wenn Sie zu Hause fasten, sollten Sie es nicht auf eigene Faust tun. Holen Sie sich zuvor Rat von ihrem Hausarzt ein, um die gesundheitlichen Voraussetzungen für das Heilfasten zu überprüfen. Dies gilt insbesondere, wenn Vorerkrankungen bekannt sind. Prinzipiell ist nur gesunden Menschen zu raten, alleine zu Hause zu fasten.

9) Achten Sie auf Ihren Körper

Die meisten Erwachsenen vertragen Heilfasten gut, auch wenn leichte Nebenwirkungen, wie Migräne oder Schwindel auftreten können. Dennoch sollten Sie auf Ihren Körper achten. Stellen Sie stärkere körperliche Beschwerden im Laufe der Fastentage bei sich fest, sollten Sie das Fasten vorsichtig und schrittweise abbrechen und im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen.

10) Gönnen Sie sich etwas

Belohnen Sie sich für jeden Tag beim Fasten für Ihr Durchhalten mit einer Kleinigkeit, die Ihnen Freude bereitet, etwa ein Kinobesuch, Theaterkarten oder frischen Blumen. Das hilft dabei, Ihre Motivation zu erhalten.

Aktualisiert: 06.01.2021 - Autor: Sabrina Haas, Medizinautorin

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?