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Reiterhosen und Rettungsringe bei Übergewicht

Übergewichtige Frau mit Reiterhosen und Rettungsringen © istockphoto, Staras

Männer bekommen Rettungsringe am Bauch, Frauen legen eher um die Hüften herum zu und setzen sogenannte Reiterhosen an: Übergewicht ist bei beiden Geschlechtern ein leidiges Thema. Bei Männern ist Übergewicht mit Schuld daran, dass sie häufiger als normalgewichtige Menschen von einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall bedroht sind. Denn an manchen Stellen sitzt das Fett "lockerer" als an anderen und kann schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Daher sind Maßnahmen gegen überflüssige Kilos umso wichtiger.

Ist Übergewicht eine Krankheit?

Übergewicht ist eine echte Krankheit. Das hat mittlerweile nicht nur die Ernährungsforschung erkannt. Bald jeder dritte Deutsche hat ein Gewichtsproblem, schon viele Kleinkinder wiegen mehr, als sie sollten und in der Grundschule kämpfen die Sportlehrer gegen die Fettpolster der Erst- und Zweitklässler an.

Übergewicht und seine Folgen

Die Folgen für unsere dicke Gesellschaft sind verheerend. Denn im Gefolge des Speicherfetts lauern Krankheiten, die sowohl die Lebensqualität als auch die Lebensspanne negativ beeinflussen. An erster Stelle steht dabei der Typ-II-Diabetes, im Volksmund auch "Alterszucker" genannt. Er betrifft aber schon lange nicht mehr nur die Rentnergeneration.

Kinder und Jugendliche sind seit einigen Jahren immer häufiger von dieser Krankheit betroffen. Dicht auf folgen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, der mittlerweile auch in der Generation zwischen 20 und 30 Jahren keine Ausnahmeerscheinung mehr ist.

Für junge Frauen besteht ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und einem unerfüllten Kinderwunsch und durch die starke Belastung der Gelenke kann eine Arthrose zum Ausbruch kommen.

Persönliche Folgen von Übergewicht

All diese Schlagwörter können manchen Übergewichtigen nicht schrecken. In speziellen Miss-Wahlen werden stark übergewichtige Frauen zu Schönheitsidealen gekürt und ihr angeblicher Mut vor der Gesellschaft gelobt.

Doch die persönlichen Folgen, die aus diesen Folgekrankheiten des Übergewichts entstehen, sind oft grausam:

  • Augen- und Gelenkerkrankungen
  • oft jahrelange Schmerzen
  • die Einnahme von Medikamenten mit zahlreichen Nebenwirkungen 
  • psychische Belastung

Welches Fett ist gefährlicher?

Besonders das Fett im Bauchraum, das sogenannte viszerales Fett, gefährdet den Organismus. Der Grund hierfür ist, dass diese Fettpolster besonders leicht in freie Fettsäuren umgewandelt werden und im Blut mitschwimmen. Männer lagern ihren Speck bevorzugt als "Rettungsring" rund um die Taille ab ("Apfelform"). Ein Großteil des berüchtigten Bierbauchs befindet sich zudem im Inneren der Bauchhöhle.

Die beim weiblichen Geschlecht eher auftretenden Reiterhosen an den Oberschenkeln und die Polster rund um das Gesäß gehören zu der eher schwer zu mobilisierenden Fettart ("Birnenform"). Sie werden erst spät vom Organismus angegriffen und sind darum auch im Rahmen einer Diät so schwer zu erreichen.

Hier liegt also der Grund, warum Männer so viel öfter von Herzinfarkten oder dem Schlaganfall gepackt werden: Ihr leicht mobilisierbares viszerales Fett löst sich bei jeder Anstrengung sofort im Blut und verstopft die Blutgefäße, die zum Herzen und zum Gehirn führen. Und auch das Diabetes-Risiko ist beim viszeralen Fett größer.

Auch die Jugend ist immer häufiger betroffen

Das Hauptproblem in der immer dicker werdenden Jugend sehen die Ärzte vor allem in der Typ-II-Zuckerkrankheit. Was bis vor zehn, 15 Jahren nur die Menschen jenseits der 55 Jahre betraf, nimmt mittlerweile Besitz von den jungen Generationen: ein im Grunde gesunder, junger Organismus verliert in Folge des Übergewichts die Kontrolle über seinen Blutzuckerspiegel.

Durch die ständige Überlastung der Leber durch die freien Fettsäuren entsteht eine so genannte Insulin-Resistenz. Das bedeutet, dass der Körper zwar genügend Insulin herstellt, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Die Zellen, die auf das Insulin reagieren müssen, tun dies aber nicht mehr.

Ein hoher BMI kann Diabetes begünstigen

Diesen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Typ-II-Diabetes bestätigt zum Beispiel auch eine Studie an US-amerikanischen Krankenschwestern ("Nurse´s health study"): Bei einem BMI (Body Mass Index) von 35 und mehr trägt der Übergewichtige ein vierzigfach höheres Risiko an einem solchen Alterszucker zu erkranken. Der BMI ist dabei ein Wert, der das Körpergewicht in Relation zur Größe stellt.

Aktualisiert: 29.01.2018 – Autor: Susanne E. Kaiser

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