Gans gut verdaut

Gänsebraten an Weihnachten © RitaE@pixabay

Lieben Sie Gans? Oder sind Sie eher der Truthahn-Typ? Halten Sie es womöglich lieber mit Hummer, Lachs & Co.? Oder lassen Sie sich eher mit Baisers, Mandelpudding und Sorbets verführen? Wie auch immer. Mit den Festtagen stehen Ihrer Verdauung wahre Kampf tage bevor. Aber Sie können eine ganze Menge tun, um ohne Sodbrennen, Blähungen und Unwohlsein über die bevorstehende Schlemmerzeit zu kommen.

Wie funktioniert die Verdauung?

Unter Verdauung verstehen wir die Umwandlung der Nahrung mit Hilfe von Enzymen in Stoffe, die der Körper verwerten kann. Das beginnt bereits im Mund, wo während des Kauens Speichelenzyme diese Umwandlung einleiten. Im Magen kommen Salzsäure und das Haupt-Verdauungsenzym Pepsin hinzu.

Die Leber steuert Galle zur Fettverdauung bei, und in den verschiedenen Abschnitten des Darms wird der Nahrungsbrei anschließend mit Hilfe von Milliarden von Bakterien weiter zerlegt und zerkleinert, damit die lebenswichtigen Stoffe über die Darmschleimhaut aufgenommen und über die Blutbahn in die Organe, die Muskeln und ins Gehirn transportiert werden können.

Feiertage sind Großkampftage

Es liegt natürlich nahe, dass allzu üppiges, mit Fett beladenes Essen Schwerstarbeit bedeutet. Manche Festmahlzeit geht schlicht und einfach über die Kräfte des Verdauungssystems -vor allem, wenn nicht alle Abschnitte des Ernährungskanals so arbeiten, wie sie sollten. Oder kauen Sie etwa gründlich? Nehmen Sie sich genügend Zeit zum Essen? Und Ihr Darm? Leisten Sie ihm Hilfestellung, indem Sie jeden Tag zehn Kilometer gehen und Ihre Bauchmuskeln regelmäßig trainieren?

Allerdings können Sie die natürliche Verdauungsbewegung des Darms auch auf andere Weise anregen. Zum Beispiel durch vernünftige Zusammenstellung der Nahrung oder auch durch Bitterstoffe, wie sie etwa in Löwenzahn, Brokkoli, Hopfen, Salbei und Rosmarin, in Artischocken oder Radicchio-Salat enthalten sind. Solche Bitterstoffe wirken hauptsächlich über die Geschmacksknospen der Zunge. Schon Sekunden später produzieren Galle und Bauchspeicheldrüse vermehrt Sekrete, die Darmbewegung wird aktiviert und die Verdauungsarbeit insgesamt verstärkt.

So entlasten Sie die Verdauung

Wer leichter essen und verdauen will, sollte auch wissen, dass im Körper bestimmte Nahrungsbestandteile bevorzugt verarbeitet, andere dagegen sehr rasch den Fettpolstern des Körpers zugeschlagen werden:

  • Als erstes verbrennt der Organismus Alkoholkalorien, denn er kann sie nicht speichern. 1 Gramm Alkohol liefert 7 Kalorien!
  • Als zweites kommen die Kohlenhydrate dran, wie sie in Zucker, aber auch in Kartoffeln, Brot, Reis, Nudeln oder Gemüse enthalten sind. 1 Gramm Kohlenhydrate enthält 4 Kalorien.
  • An dritter Stelle wird Eiweiß verarbeitet - aus Fleisch, Fisch, Eiern, Getreide, Hülsenfrüchten oder Gemüse. Ein Gramm Eiweiß wird mit 4 Kalorien veranschlagt
  • Erst zuletzt kommen die Fettkalorien dran. Und wenn die Mahlzeit bis dahin schon ausreichend Energie enthalten hat, werden die Fettkalorien sofort auf die Fettpolster draufgesattelt. 1 Gramm Fett bringt immerhin 9 Kalorien, also mehr als doppelt so viel wie Kohlenhydrate oder Eiweiß.

Kein Wunder also, wenn so viele Menschen über Magendrücken, Übersäuerung und Sodbrennen, über Übergewicht und Verstopfung klagen.

Ist Gänsebraten gesund?

Ein leckerer Gänsebraten gehört zu den typischen Weihnachtsessen - doch wie viele Kalorien stecken eigentlich in einem Stück Gans? Der Kaloriengehalt der Gans ist vor allem davon abhängig, ob das Fleisch mit oder ohne die Haut verspeist wird.

100 Gramm Gans ohne Haut bringen es auf etwa 150 Kalorien. Wird die Gans dagegen mit Haut gegessen, enthalten 100 Gramm Gans mehr als das Doppelte an Kalorien. Wer über die Weihnachtsfeiertage seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte beim Gänsebraten also besser auf die Haut verzichten.

Von Aniskeks bis Zimtstern

Spritzgebäck, Vanillekipferl und Mürbeteigplätzchen sind die fetten Schwergewichte unter den weihnachtlichen Näschereien. Erstaunlich wenig Kalorien bringen Kokosmakronen, Honigkuchen und Aniskeks.

Hier sehen Sie, was an Kalorien, Fett und Ballaststoffen in den süßen Leckereien drinsteckt - jeweils pro 100 Gramm

Plätzchen­­sorte Ka­lorien (Kcal) Fett­­gehalt Cho­lesterin Ballast­­stoffe
Anis­keks 335 3,1 140 0,9
Honig­­kuchen 340 3,6 65 1,7
Kokos­­makronen 313 13,9 0 3,8
Leb­kuchen 372 8,7 36 2,6
Mürbe­teig 498 25,0 75 2,0
Nuss­­plätzchen 450 21,2 38 1,6
Pfeffer­­nüsse 450 15,2 50 1,4
Prin­ten 455 19,2 14 1,4
Spe­kulatius 441 18,7 96 1,5
Spritz­­gebäck 515 28,7 74 1,5
Vanille­­kipferl 505 28,8 192 1,5
Vollkorn­­keks 433 21,4 0 8,1
Zimt­stern 415 16,6 0 3,0

Aktualisiert: 31.08.2016 – Autor: Arbeitsgemeinschaft Medizin und Rehabilitation

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