Pastinaken – gesunde Wurzeln

Pastinaken
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Unter den Wurzelgemüsen wird die Pastinake im Gegensatz zu Karotte, Sellerie oder Roter Bete oft sehr stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht, denn die aromatischen Rüben sind besonders in der Winterküche – wenn die Pastinake Saison hat – vielseitig einsetzbar. Im Püree, in der Suppe oder als Salat besticht die Pastinake mit ihrem süßlichen Geschmack und ihren wertvollen Inhaltstoffen. Was die gesunde Wurzel ausmacht, welche Nährwerte in ihr stecken und wie man sie anbauen und zubereiten kann, das und mehr erfahren Sie hier.

Was sind Pastinaken?

Als Pastinake oder Pastinak wird die essbare Wurzel der gleichnamigen Pflanze (Pastinaka sativa) bezeichnet. Die Pastinakenwurzel ist eine Rübe. Rüben sind in der Pflanzenkunde Verdickungen der Hauptwurzel, die der Pflanze als Speicherorgan für bestimmte Reservestoffe dienen, beispielweise für Zucker. Weitere Namen für die Pastinake sind unter anderen Hammelmöhre, Germanenwurzel oder Spindelwurz.

Wie sehen Pastinaken aus?

Die Pastinake ist eine bis zu 20 Zentimeter lange, nach unten hin spitz zulaufende Rübe, deren Form an eine Karotte erinnert. Die Wurzel ist innen hellgelb bis weiß, außen ist die Pastinake beigefarben bis gelblich mit dunkleren Ringstreifen. Sie sieht der Petersilienwurzel sehr ähnlich und kann bis zu 1,5 Kilogramm schwer werden.

Sind Pastinaken und Petersilienwurzel das Gleiche?

Nein, Pastinaken und Petersilienwurzeln sind nicht das Gleiche, auch wenn sie sich äußerlich ähneln und man sie leicht verwechseln kann. Bei der Petersilienwurzel ragt jedoch der Stilansatz oben sichtbar über das Wurzelende hinaus, bei der Pastinake ist er im Unterschied dazu eingesunken.

Pastinake und Petersilienwurzel im Vergleich (Unterschied)

Pastinaken (links) und Petersilienwurzeln (rechts) – © Getty Images/Foodcollection und Getty Images/Qwart

Sicher unterscheiden kann man sie an Geschmack und Geruch: Während die Petersilienwurzel wie Petersilie riecht und intensiv danach schmeckt, duftet die Pastinake wie eine Mischung aus Kartoffel, Karotte und Sellerie. Auch ihr Geschmack unterscheidet sich deutlich von dem der Petersilienwurzel.

Wie schmecken Pastinaken?

Der Geschmack der gekochten Pastinake ist leicht süßlich-nussig und erinnert ein wenig an eine Mischung aus Kartoffeln, Sellerie und Karotten. Für das fein-würzige Aroma sind ätherische Öle verantwortlich. Nach dem ersten Frost schmecken Pastinaken noch besser, da die niedrigen Temperaturen die Bildung von Glucose in der Wurzel anregen und die Bildung von Stärke reduzieren. Dann entfaltet sich das volle Aroma der Pastinaken und die Wurzeln sind noch süßer.

Pastinaken: Nährwerte, Inhaltsstoffe und Kalorien

Pastinaken sind im Vergleich zu anderen Wurzelgemüsen wie Karotte oder Wurzelpetersilie ausgesprochen reich an Kohlenhydraten, vor allem an Stärke. Daher sättigen sie besonders gut und langanhaltend.

Der Kaloriengehalt der Pastinake beträgt pro 100 Gramm 59 Kilokalorien (kcal) beziehungsweise 247 Kilojoule. Zum Vergleich: In 100 Gramm Karotten sind es 25 Kilokalorien (105 Kilojoule) und in 100 Gramm Kartoffeln 68 Kilokalorien (285 Kilojoule).

Darüber hinaus weist die Pastinake pro 100 Gramm einen höheren Gehalt an zahlreichen Mineralstoffen und Vitaminen auf als die gleiche Menge Karotte. Beispielsweise enthält sie mehr als doppelt so viel Vitamin C, Vitamin B2 und Folsäure und hat einen deutlich höheren Anteil an den Mineralstoffen Kalium, Calcium und Magnesium (siehe Tabelle). Lediglich der Gehalt an Vitamin A ist in der Karotte sehr hoch im Vergleich zur Pastinake. Aber dafür sind Karotten ja auch bekannt.

Inhaltsstoffe Pastinake (pro 100 g) Karotte (pro 100 g)
Kohlenhydrate 12.100 mg 4.800 mg
Vitamin C 18 mg 7 mg
Vitamin A 0,003 mg 1,7 mg
Vitamin B2 0,13 mg 0,05 mg
Folsäure 0,06 mg 0,03 mg
Kalium 523 mg 320 mg
Kalzium 51 mg 41 mg
Magnesium 26 mg 17 mg
Eisen 0,6 mg 0,4 mg
Ballaststoffe 2.100 mg 3.600 mg

Sind Pastinaken gesund?

Die vielen Vitamine und Mineralstoffe in der Pastinake machen diese zu einem gesunden Lebensmittel.

Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Kalium. Kalium kommt vor allem in den Körperzellen vor und ist wichtig für den Wasserhaushalt und die Funktion von Nerven und Muskeln. Es ist an der Regulation des Blutdrucks beteiligt, an der normalen Funktion von Magen und Darm und an der Energieproduktion.

Vitamin C ist ebenfalls reichlich in der Pastinake enthalten. Es ist unentbehrlich für die Funktion des Immunsystems, hilft beim Aufbau des Bindegewebes, unterstützt die Aufnahme von Eisen aus dem Darm und fängt zellschädigende freie Radikale ab.

Darüber hinaus gelten Pastinaken als sehr bekömmlich und leicht verdaulich. Sie liefern wertvolle Ballaststoffe für die Darmflora und fördern damit die Darmgesundheit. Da die Pastinake außerdem beim Wachstum wenig Nitrat einlagert und daher einen geringen Nitratgehalt aufweist, wird ein Babybrei aus der gekochten und pürierten Rübe gerne als erste Beikost in der Ernährung von Babys verwendet.

Nitrat wird im Körper teilweise zu Nitrit umgewandelt. Dieses kann die Aufnahme von Sauerstoff ins Blut beeinträchtigen, was insbesondere bei Babys und Kleinkindern schnell gefährlich werden kann. Neben dem gesundheitlichen Aspekt findet auch der leicht süßliche Geschmack des Breis bei Babys oftmals Anklang.

Eigenschaften als Heilpflanze

Auch in der Pflanzenheilkunde hat sich die Pastinake einen Namen gemacht. Die unten genannten Wirkungen sind allerdings nicht wissenschaftlich belegt, sondern beruhen auf langjähriger Anwendung in der Volksmedizin.

  • Die Pflanzenteile der Pastinake können entweder frisch oder getrocknet als Tee aufgegossen werden. Dieser wird gegen Bauchkrämpfe, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit und Fieber eingesetzt.
  • Aus den getrockneten Früchten der Pflanze kann Öl gepresst werden. Dieses soll bei Blasen- und Magenbeschwerden helfen.
  • Getrocknete Pastinaken sollen bei Nierenerkrankungen hilfreich sein.
  • Die ätherischen Öle in der Pastinake wirken leicht antibakteriell.
  • In der Wurzel enthaltene Pektine sollen Cholesterin im Darm binden, so dass es besser ausgeschieden werden kann. Außerdem regulieren die Pektine den Säuregehalt im Dickdarm und unterstützen das Wachstum der gesunden Darmbakterien.

Die Pastinake dient also als Hausmittel bei unterschiedlichen Beschwerden. Insbesondere bei schwerwiegenderen Symptomen oder bei Verdacht auf eine ernsthafte oder chronische Erkrankung, sollte jedoch unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Kann man Pastinaken roh essen?

Pastinaken kann man ohne Bedenken roh essen. Wer keine gesunden Inhaltsstoffe durch das Erhitzen der Wurzel verlieren will, sollte den rohen Verzehr sogar bevorzugen. Möchte man verhindern, dass sich die rohe Pastinake bräunlich verfärbt, sollte man die Stücke jedoch mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Auch die grünen Blätter der Pflanze schmecken roh: Sie können wie Petersilie gehackt und zum Würzen genutzt werden.

Pastinaken zubereiten

Die Zubereitung von Pastinaken ist ähnlich wie bei Karotten. Zunächst sollte man die Wurzeln gründlich waschen und anschließend schälen. Ganz junge und zarte Exemplare müssen nicht unbedingt geschält werden. Zuletzt das obere Ende der Pastinake abschneiden, gegebenenfalls auch die Spitze.

Pastinaken lassen sich sehr vielfältig in der Küche verwenden. Man kann sie kochen, backen, braten, frittieren.

Rezept mit Pastinaken

Pastinaken sind ein Bestandteil vieler Rezepte. Ein Kartoffel-Pastinaken-Püree oder eine Cremesuppe aus Pastinaken sind leckere und gesunde Gerichte, die in den kalten Monaten besonders gut schmecken. Wir stellen Ihnen hier ein Rezept für einen Salat aus rohen Pastinaken vor. Denn auch als Rohkost macht die Pastinake eine gute Figur und sorgt für Abwechslung auf dem winterlichen Speiseplan.

Pastinakensalat mit Birnen und Nüssen

Ein Pastinakensalat mit Birnen und Nüssen ist eine gesunde Alternative zum Blattsalat und gerade im Herbst ein saisonaler Leckerbissen.

Zutaten für vier Personen:

  • 500 Gramm Pastinaken
  • 2 Birnen0,5 Becher Vollmilchjoghurt
  • 2 Esslöffel Zitronensaft
  • 2 Esslöffel gehackte Nüsse (Walnüsse oder Cashews)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

  1. Pastinaken waschen, schälen und dünn hobeln.
  2. Birnen waschen, vierteln und hobeln.
  3. Für das Dressing Joghurt mit Zitronensaft vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Pastinaken und Birnen auf einem Teller anrichten, Dressing darüber verteilen.
  5. Mit den gehackten Nüssen bestreuen.

Pastinaken kaufen und lagern: worauf achten?

Pastinaken haben im Herbst und Winter Saison. Man kann sie ungefähr ab September bis hinein in den März in der Gemüseabteilung von Supermarkt und Discounter, im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Frische Pastinaken sind außen glatt und fest und die Schale sollte keine Verletzungen aufweisen. Kleinere Rüben sind in der Regel zarter als die größeren, die teilweise holzig und faserig sein können. Pastinaken können im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu zwei Wochen gelagert werden.

Man kann Pastinaken auch einfrieren. Dafür sollte man die Wurzel zunächst waschen, schälen, in Stücke schneiden und diese in Salzwasser einige Minuten lang kochen. Nach dem Abtropfen können die Stücke in einem Gefrierbeutel oder in einer Dose eingefroren werden.

Pastinaken anbauen

Der Anbau der Pastinaken gelingt am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Im Freien können Pastinaken schon ab März direkt im Beet ausgesät werden.

Bei Frost sollten die Pflanzen mit einer Folie oder einem Vlies vor der Kälte geschützt werden. Wird es im Sommer zu trocken, dann müssen die Pastinaken regelmäßig gegossen werden. Denn nur bei ausreichender Bewässerung bilden sich dicke Wurzeln. Bis man die Rüben im November ernten kann, sollte das Beet regelmäßig von Unkraut befreit werden.

Aktualisiert: 30.11.2021 - Autor: Dr. rer. nat. Isabel Siegel, Diplom-Biologin und Medizinautorin

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