Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebel und Knoblauch © LeoNeoBoy

Zwiebeln und andere Liliengewächse wie Knoblauch, Schalotten und Schnittlauch enthalten schwefel- und sulfidhaltige Substanzen, die vor Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Magenkrebs ist eine häufige Krebsart, deren Auftreten eng mit der aufgenommenen Nahrung im Zusammenhang steht. In Anbaugebieten für Zwiebeln und Knoblauch, in denen der Verzehr dieser Liliengewächse überdurchschnittlich hoch liegt, war die Mortalitätsrate bei Magenkrebs jeweils signifikant niedriger.

Schutz vor Magenkrebs und Darmkrebs

In einer kontrollierten, prospektiven Kohortenstudie wurde bei dem Verzehr von mehr als einer halben Zwiebel pro Tag eine deutliche Verringerung des Magenkrebsrisikos nachgewiesen. Auch ein verringertes Risiko für Dickdarmkrebs wird bei einem hohen Verzehr von Knoblauch und Zwiebeln beobachtet. Für diese schützende Wirkung sind wahrscheinlich vor allem die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe der Zwiebeln und des Knoblauchs verantwortlich.

Allerdings ist die Frage, ob die Liliengewächse nur in rohem Zustand diesen Effekt haben oder auch gekocht oder gebraten, bisher nicht ausreichend geklärt.

Zwiebeln und Knoblauch gegen aggressive Radikale

Aber Zwiebeln haben noch weitere positive Eigenschaften: Sie haben einen hohen Gehalt des Flavonoids Quercetin. Quercetin wirkt antioxidativ, hilft also dem Körper bei der Abwehr der aggressiven freien Sauerstoffradikale. Auch Quercetin wirkt antikanzerogen und antimikrobiell. Flavonoide sind hitzestabil, so dass auch in gebratenen Zwiebeln noch ein hoher Anteil davon enthalten ist.

Wegen ihrer antimikrobiellen Eigenschaften waren Zwiebeln schon bei den Ägyptern um 1500 v. Chr. zur Behandlung entzündeter Wunden geschätzt. Hierfür sind vor allem die Thiosulfinate verantwortlich, die den Arachidonsäurestoffwechsel und damit die Bildung von Entzündungsvermittlern hemmen. Auf dieser Wirkung basieren auch diverse Hausrezepte, etwa mit Zucker gekochte Zwiebeln gegen Halsschmerzen und Husten.

Alliin als Herzschützer

Zwiebeln sind auch wahre Herzschützer: Ihre schwefelhaltigen Verbindungen hemmen die Verklumpung von Blutplättchen und beugen so der Bildung von Blutgerinnseln vor. Das Blut wird "dünner", die gesamte Durchblutung verbessert sich. Als besonders wirksame Substanzen haben sich hierbei Ajoen und Allicin erwiesen. Ajoen hat einen ähnlich starken Einfluss auf die Blutplättchenaggregation wie Aspirin.

Der Nachweis von Ajoen gelang bisher nur in frischem Knoblauch, nicht aber in Tabletten, Ölen oder sonstigen Knoblauchauszügen. Wer also die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Ajoen ausnutzen möchte, muss Knoblauch frisch verzehren und in Kauf nehmen, dass die spezielle Duftmarke, die man dann über Atem und Haut verströmt, anderen Menschen nicht immer gefällt.

Allicin entsteht erst beim Zerkleinern des Knoblauchs durch die enzymatische Spaltung des Stoffes Alliin und ist auch für den charakteristischen Geruch des Knoblauchs verantwortlich. Alliin ist übrigens auch für die Tränen beim Zwiebelschneiden verantwortlich. Das Alliin der Zwiebeln hat allerdings eine etwas veränderte Struktur und wird durch ein anderes Enzym umgesetzt. Dabei entsteht dann der tränenreizende Stoff der Zwiebel: Propanthialsulfoxid.

Die Zwiebelkuchenzeit kann man also genießen und damit sogar noch etwas für die Gesundheit tun. Aber Vorsicht: Durch den hohen Fettgehalt von Zwiebelkuchen kann sich das schnell auf das Körpergewicht auswirken. Eine gute Ergänzung ist da ein bunter Salat - mit viel frischen Zwiebeln.

Aktualisiert: 01.02.2013 – Autor: gesundheit.de

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