Thymian auf einem Tisch
© Getty Images/dianazh

Thymian: Wirkung gegen Husten & Co.

Von: Kathrin Mehner (Medizinredakteurin), Jasmin Rauch (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 05.06.2023 - 14:11 Uhr

Thymian kann nicht nur in der Küche zum Verfeinern von verschiedenen Gerichten eingesetzt werden, sondern wird auch bei gesundheitlichen Beschwerden wie einer Erkältung verwendet. Besonders gut soll das Heilkraut geeignet sein, um festsitzenden Husten zu lösen. Deswegen kommt Thymian in verschiedenen Hustensäften zum Einsatz. Daneben soll das Kraut aber auch bei anderen Beschwerden – beispielsweise bei Magen-Darm-Problemen – hilfreich sein. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung, Lagerung und Verwendung von Thymian.

Thymian: Wirkung des Krauts

In Thymian steckt etwa ein bis drei Prozent ätherisches Öl. Die Hauptbestandteile des Öls sind Thymol und Carvacrol. Vor allem Thymol soll antiseptisch wirken, also Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze abtöten. Daneben sollen aber auch Gerbstoffe und Flavonoide für den heilenden Effekt des Küchenkrautes sorgen.

Thymian wird in der Heilkunde in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, denn er soll verschiedene Wirkungen haben:

  • Thymian wird vor allem gegen festsitzenden Husten eingesetzt, um Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Er kommt deshalb häufig bei akuter Bronchitis zum Einsatz.
  • Zudem werden dem Heilkraut wie bereits erwähnt eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung, ein hemmender Effekt auf die Ausbreitung von Akne sowie ein lindernder Effekt bei Entzündungen im Mundbereich nachgesagt.
  • Darüber hinaus soll Thymian auch eine lindernde Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen haben.
  • Thymiantee wird neben dem schleimlösenden Effekt eine positive Wirkung auf die Psyche nachgesagt. Das Getränk soll das Nervensystem beruhigen und ist deswegen bei Unruhe oder Einschlafstörungen empfehlenswert. Eine Tasse Thymiantee soll zudem helfen, bei einem Kater nach zu viel Alkohol die Beschwerden abzumildern.

Thymian ist darüber hinaus sehr mineralstoffreich: So enthalten 100 Gramm Thymian etwa 73 Milligramm Magnesium, 270 Milligramm Kalium und 630 Milligramm Calcium. Zum Vergleich: 100 Milliliter Milch enthalten etwa 120 Milligramm Calcium. Da man aber üblicherweise nur sehr geringe Mengen Thymian zu sich nimmt, fällt dieser Mineralstoffgehalt vergleichsweise wenig ins Gewicht.

Thymian gegen Husten als Hustensaft, Tropfen & Co.

Das im Thymian enthaltene ätherische Öl soll bei Husten helfen, festsitzenden Schleim in den Atemwegen zu lösen und abzutransportieren.

Bei akuter Bronchitis werden deshalb oftmals Thymian-Präparate (meist in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten wie Schlüsselblume oder Efeu) eingesetzt.

In welchem Ausmaß Thymian bei solchen Erkrankungen tatsächlich wirksam ist, ist jedoch wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Im Labor sowie mithilfe von Tierversuchen konnten die keimtötenden und schleimlösenden Eigenschaften von Thymian nachgewiesen werden. Es ist aber noch offen, inwieweit sich diese Wirkung auf den Menschen übertragen lässt.

Bei der Behandlung von Husten hat Thymian in jedem Fall eine lange Tradition und es stehen heute viele verschiedene Formen von Arzneimitteln mit dem Kraut zur Verfügung. So gibt es unter anderem Kapseln, Pastillen, Tropfen und Säfte mit Thymianextrakt. Ebenso ist aber auch ein Thymiantee wirksam.

Weitere medizinische Verwendung von Thymian

Neben Husten und Erkältung gibt es noch weitere Bereiche, in denen Thymian eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Allerdings ist auch diese Wirkung nicht immer wissenschaftlich bewiesen.

  • Salben mit Thymian sollen die Durchblutung fördern.
  • Gurgeln mit Thymiantee soll bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum helfen.
  • Thymian soll Blähungen und Sodbrennen stoppen.
  • Ein halber Teelöffel Thymianpulver auf nüchternen Magen soll gegen Mundgeruch helfen. Trinken Sie anschließend ein Glas Wasser.

Thymian in der Schwangerschaft

Auch während der Schwangerschaft können Sie Thymiankraut unbesorgt zum Würzen von Speisen verwenden. Übertreiben Sie es jedoch nicht, denn möglicherweise hat das Kraut in größeren Mengen eine stimulierende Wirkung auf die Gebärmutter. Normalerweise tritt diese Wirkung aber bei den zum Würzen oder für Tees verwendeten Mengen nicht ein.

Die Anwendung von Thymianextrakten in der Schwangerschaft ist vermutlich unbedenklich. Es existieren jedoch besser untersuchte Alternativen zur Behandlung von Krankheiten wie Bronchitis. Lassen Sie sich dahingehend gynäkologisch oder durch das Fachpersonal in der Apotheke beraten. Zudem enthalten einige Hustensäfte mit Thymian Alkohol. Auf die Einnahme dieser Mittel sollte deshalb während der Schwangerschaft verzichtet werden.

In der Volksheilkunde ist Thymian auch als Frauenkraut bekannt. Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass das Küchenkraut angeblich eine krampflösende Wirkung bei Menstruationsbeschwerden haben soll.

Tipps für die Verwendung von Thymianöl

Bei der Anwendung von Thymianöl sollten Sie die folgenden Warnhinweise beachten:

  • Wenden Sie das Öl nur verdünnt an, ansonsten kann eine Reizung der Schleimhäute auftreten. Fragen Sie im Zweifelsfall in der Apotheke nach.
  • Holen Sie sich ärztlichen Rat oder fragen Sie das Fachpersonal in der Apotheke, bevor Sie das Öl bei Babys oder Kleinkindern einsetzen. Bei ihnen kann das Öl eventuell zu Atemnot führen.
  • Personen mit Asthma sollten Thymianöl nur unter besonderer Vorsicht verwenden. Keinesfalls sollten Sie mit dem Öl inhalieren, da ansonsten ein Asthmaanfall ausgelöst werden kann.

Thymiantee: Zubereitung

Einen Thymiantee können Sie entweder als fertige Teemischung in der Apotheke kaufen oder aber ganz einfach selbst zubereiten. Geben Sie dafür einen Teelöffel Thymianblätter in eine Tasse und überbrühen Sie die Blätter mit 250 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee fünf Minuten lang ziehen, seihen Sie ihn anschließend ab und süßen Sie ihn je nach Belieben mit etwas Honig.

Verwenden Sie Bio-Kosmetik?
Ja, ausschließlich.
10%
Ja, gelegentlich.
33%
Nein, nie.
57%
Mehr Umfragen

Thymian ernten, lagern und einfrieren

Thymian wächst am besten an sonnigen Standorten mit nährstoffarmem Boden. Pflanzt man Thymian im Garten, kann man ihn vom Frühjahr bis zum Spätherbst ernten. Vor der Blüte ist das Aroma der Thymianpflanze etwas intensiver, ansonsten hat die Blüte aber keine Auswirkungen auf den Verzehr. Thymian blüht von Mai bis Oktober und kommt in der freien Natur vor allem in Mittel- und Südeuropa vor. Als Pflanze im Topf oder getrocknet ist das Küchenkraut jedoch das ganze Jahr über erhältlich.

Frisch geerntet ist Thymian im Kühlschrank bis zu zwei Tagen haltbar. Getrockneter Thymian sollte fest verschlossen, trocken und dunkel gelagert werden, um das Aroma des Gewürzes so gut wie möglich zu bewahren.

Thymian lässt sich zudem problemlos einfrieren, ohne dass es dem Geschmack des Krauts schadet. Dazu kann man einzelne Blättchen, aber auch ganze Zweige mit Blättern verwenden. Die Stängel sollte man zunächst waschen und trocken tupfen. Dann kann das Gewürz in einem geeigneten Behälter eingefroren werden. Vor der Zubereitung sollte man die Blätter allerdings von den Zweigen entfernen, da diese sonst für einen bitteren Geschmack im Essen sorgen können.

Thymian als Heilpflanze mit langer Tradition

Thymian gehört zur Familie der Lippenblütler und wird in eine eigene Gattung (Thymiane oder Thymus) eingeteilt. Es gibt viele verschiedene Thymianarten, die sich bezüglich ihres Aussehens, Wuchses und Aromas leicht unterscheiden. In heimischen Gärten sind besonders häufig der Echte Thymian (Thymus vulgaris auch Quendel genannt), Sandthymian (auch Wilder Thymian) sowie Zitronenthymian zu finden.

Genau wie Basilikum, Rosmarin und Oregano gehört auch Thymian zu den Kräutern, die gerne in der Küche des Mittelmeerraums eingesetzt werden. Seit Jahrhunderten ist die Pflanze aber auch als Heilkraut bekannt. Für den Einsatz gegen körperliche Beschwerden können alle Bestandteile dieser Pflanze bis auf die Wurzel verwendet werden. Arzneimittel mit Thymian oder Thymiantee gehören heute zu vielen Hausapotheken.

Passend zum Thema
Frau trinkt Tee als Hausmittel gegen Erkältung
Tee als Hausmittel: Welcher Tee ist gut für was?
Tee als Hausmittel: Welcher Tee ist gut für was?
Ingwer
Ingwer: Nicht nur bei Erkältungen hilfreich
Ingwer: Nicht nur bei Erkältungen hilfreich
Ein Schraubglas mit Oxymel (Sauerhonig) - Mischung aus Honig und Apfelessig
Oxymel – gesundheitliche Wirkung von Sauerhonig
Oxymel – gesundheitliche Wirkung von Sauerhonig