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Zimt – Warum er schaden kann

Während Zimt viele positive Effekte auf die Gesundheit haben kann, gilt er jedoch nicht uneingeschränkt als gesund. Vor allem Schwangere, Kinder, Menschen mit bestimmten Allergien und verschiedene andere Risikogruppen sollten beim Verzehr von Zimt Vorsicht walten lassen. Darüber hinaus steht sein Inhaltsstoff Cumarin im Verdacht, eine krebserregende Wirkung zu besitzen. Wer auf Zimt besser verzichten sollte und was Sie bei der Einnahme von Zimt beachten sollten, lesen Sie hier.

Allergie gegen Zimt

Bereits seit längerem ist bekannt, dass Zimt bei empfindlichen Personen Allergien hervorrufen kann. Interessanterweise kann der Genuss von Zimt auch bei Personen, die allergisch gegen Kräuterpollen (zum Beispiel von Beifuß) sind, zu allergischen Reaktionen und den typischen Symptomen einer Allergie führen (sogenannte Kreuzallergien).

Ab wann hat Zimt eine gesundheitsschädigende Wirkung?

Seit einigen Jahren weiß man, dass – in Zimt natürlicherweise enthaltene – Phenylpropanoide (vor allem Cumarin, aber auch Safrol) gesundheitsschädigend sein können. Insbesondere Cumarin kann bei einem bestimmten Anteil der Bevölkerung in hohen Konzentrationen zu Leber-Entzündungen führen.

Während Cumarin in Cassia-Zimt oft vorkommt, ist Ceylon-Zimt unkritisch. Obgleich einige Studien eine krebserregende Wirkung von Cumarin bei Tieren feststellten, konnte dieses Ergebnis für Menschen bislang nicht bestätigt werden.

Daneben könnte Cumarin für weitere Beschwerden verantwortlich sein, etwa Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlafsucht, sowie für Schäden an Nieren und Leber. Auch Herzrasen, eine erhöhte Darmtätigkeit, Schweißausbrüche und eine schnelle Atmung können als Nebenwirkung von zu viel Zimt auftreten.

Höchstwerte für Cumarin

Aufgrund der krankmachenden Eigenschaft gelten für Zimtsterne im Handel seit einigen Jahren Höchstwerte. Für gemahlenen Zimt oder Zimtstangen ist jedoch kein Cumarin-Grenzwert vorgegeben.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist die Tagesdosis für Cumarin überschritten, wenn ein 60 Kilogramm schwerer Erwachsener zwei Gramm Cassia-Zimt oder mehr als sechs Milligramm Cumarin täglich konsumiert. Dieser Wert wird bei einem maßvollen Verzehr von Zimt in der Regel nicht überschritten.

Nach Angaben des Instituts liegt bei einem 15 Kilogramm schweren Kind die Grenze bei 0,5 Gramm Cassia-Zimt. Das entspricht ungefähr sechs kleinen Zimtsternen am Tag oder 100 Gramm Lebkuchen.*

Herausforderung für den Verbraucher

Untersuchungen zeigen allerdings immer wieder, dass in zimthaltigen Lebensmitteln die Grenzwerte häufig überschritten werden. Zum Teil liegt das daran, dass in Fertigprodukten fast immer der erheblich billigere Cassia-Zimt verwendet wird, der eine vielfach höhere Cumarin-Konzentration als Ceylon-Zimt aufweist.

Da die Hersteller nicht verpflichtet sind, die verwendete Zimtart anzugeben, ist es für den Verbraucher schwierig abzuschätzen, ob er unter dem erlaubten Cumarin-Grenzwert von täglich 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht bleibt, zumal auch Lebensmittel wie Müsli oder Cola Zimt enthalten und eine Aufnahme über die Haut (zum Beispiel Seife) erfolgen kann.

Zimt: Genuss nur in bestimmten Mengen

Insbesondere bei Kindern ist dieser Grenzwert schnell erreicht – Bund und Länder empfehlen beispielsweise, dass Kinder täglich nicht mehr als

  • 4 Zimtsterne à 5,6 Gramm oder
  • 1 Lebkuchen à 30 Gramm oder
  • Milchreis mit Zimt und Zucker à 200 Gramm oder
  • 2 Müsliriegel à 35 Gramm oder
  • Fertig-Müsli à 75 Gramm

verzehren sollten.

Wer sollte Zimt nicht einnehmen?

Nicht nur bei Kindern oder Unverträglichkeiten in Form einer Allergie wird vor dem Verzehr von Zimt gewarnt, auch in der Schwangerschaft sollte Zimt nur mit Vorsicht genossen werden – sein Öl kann Wehen auslösen. Auch stillende Frauen sollten besser keinen Zimt verzehren.

Daneben sollte auf Zimt verzichten, wer Medikamente einnimmt, welche die Leber beeinflussen können, beispielsweise Statine oder Paracetamol. Auch wer an einem Magen- oder Darmgeschwür leidet sollte lieber keinen Zimt konsumieren.

Quellen und weitere Informationen

* Bundesinstitut für Risikobewertung (2012): Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln.

Aktualisiert: 03.12.2019 – Autor: Dagmar Reiche, überarbeitet: Silke Hamann

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