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Windeldermatitis (Windelausschlag, wunder Po)

Windeldermatitis © stephanie.m.pratt (Symbolfoto)

Die meisten Eltern kennen es: der zarte Babypo ist rot und wund, das Wickeln tut dem kleinen Liebling weh und man traut sich kaum, den Popo zu säubern. Glücklicherweise lässt sich die Situation mit der richtigen Pflege schnell bessern. Babys Po steckt fast immer in einer Windel – die nicht immer trocken ist. Die warme feuchte "Kammer" weicht die Haut auf und macht sie anfällig für äußere Einflusse. Urin und Stuhl reizen die zarte Haut zusätzlich.

Ursachen der Windeldermatitis

Ändert sich dann noch der Stuhl – zum Beispiel durch Zufüttern einer neuen Beikost (insbesondere Zitrusfrüchte), eine Infektion, Durchfall oder Medikamente – kann das zu Rötungen und Entzündungen führen. Die angegriffene Haut hat nur noch eine eingeschränkte Schutzfunktion – ein leichtes Spiel für Pilze und Bakterien. Manchmal reagiert das Kind auch empfindlich auf die Windelmaterialien.

Symptome einer Windeldermatitis

Beim einfachen Wundsein ist die Haut im Windelbereich gerötet – der Ausschlag breitet sich vom After in Richtung Damm und Genitalien/Unterbauch aus. Wenn er in dem feuchtwarmen Windelklima schlecht abheilt, kann es zu offenen, nässenden Stellen kommen.

Siedeln sich Pilze darauf ab (Windelsoor), bilden sich zusätzlich Pusteln, Knötchen und Schuppen – die betroffene Region juckt stark, kann anschwellen und sich über den Windelbereich hinaus ausdehnen. Die Grenzen zum gesunden Bereich sind im Gegensatz zum einfachen wunden Po gut zu erkennen. Lassen sich Bakterien nieder, werden die Pickelchen größer, sondern eventuell Eiter ab, der sich als gelbliche Krusten auflagert. Bei einem schweren Infekt kann sogar das Allgemeinbefinden beeinträchtigt und die Temperatur erhöht sein.

Vorbeugung und Behandlung von Windeldermatitis

Die wichtigste Maßnahme ist, dem feuchtwarmen Klima in der Windel entgegenzusteuern. Zu dieser Popflege – mit der sie auch vermeiden können, dass Ihr Liebling überhaupt einen wunden Po bekommt – ein paar Tipps:

  • Häufig Windeln wechseln: Bei Stuhlgang sofort, ansonsten mindestens nach jeder Mahlzeit
  • Eher locker wickeln – so gelangt etwas Luft in die feuchte Kammer
  • Sooft wie möglich Luft an den Babypo lassen (nackt strampeln lassen – in einem warmen Raum auf einer Decke oder unter einer Wärmelampe)
  • Hat Ihr Baby häufiger einen wunden Po, wechseln Sie doch mal zu einer anderen Windelmarke – manche Kinder reagieren auf bestimmte Substanzen empfindlich, auf andere Marken aber nicht.
  • Zum Reinigen nehmen Sie einen weichen Waschlappen, der nur in Wasser getränkt ist oder auch Calendulaöl oder Molke. Aber: Ölpflegetücher werden von manchen Kindern nicht vertragen und sind bei einer Pilzinfektion eher zu vermeiden.
  • Nach dem Saubermachen die Haut (inklusive der Hautfalten!) gut trocknen: entweder vorsichtig abtupfen oder mir einem Fön auf niedriger Stufe (40 bis 50 Zentimeter entfernt, seitlich halten und bei kleinen Jungen den Penis mit einem trockenen Tuch abdecken)
  • Danach eine hautschützende weiche Zinkpaste oder eine Babysalbe mit Ringelblumenöl einschmieren. Bei nässenden Ausschlägen kann stattdessen eine Cremepaste aus Mandelöl, Zinkoxid und Fettcreme oder aus Kamille, Lebertran, Schwefel, Wollwachs und Zinkoxid (in der Apotheke zu mischen) oder eine fertige Lebertransalbe (zum Beispiel Mirfulan®) aufgetragen werden.

Zusätzlich gibt es einige Heilpflanzen, die gegen die Entzündung wirken. So können Sie Babys Po nach dem Reinigen in warmem Kamillen- oder Schafgarbentee baden, besonders bewährt hat sich auch Thymiantee. Zusammenziehend und damit heilungsbeschleunigend wirken Eichenrinde (aus der Apotheke) und Heidelbeerpresssaft (aus dem Reformhaus). Zwei wirksame Hausmittel sind Muttermilch, die auf die wunden Stellen getupft wird und schwarzer Tee (eine halbe Stunde ziehen lassen), mit dem nässende Stellen abgetupft werden.

Leidet Ihr Kind an immer wiederkehrendem Windelsoor, empfehlen viele Therapeuten eine Umstellung der Ernährung: Verzicht auf "ungesunde" Kohlenhydrate wie Zucker, Weißmehl, Fruchtsäfte, stattdessen Vollwertkost mit reichlich Sauermilchprodukten, Sauerkraut und Nüssen. Wichtig ist dabei die bewusste, langsame Nahrungsaufnahme mit gründlichem Kauen. Auch eine homöopathische Konstitutionstherapie kann helfen, die kindliche Abwehr zu stärken.

Wann zum Arzt?

Meist bekommen Eltern die Situation mit einfachen Maßnahmen selbst in den Griff. Ein Arztbesuch ist allerdings angeraten, wenn sich der Zustand der Haut nicht innerhalb von drei bis vier Tagen bessert, die Haut stark blutet oder andere Zeichen einer Pilzinfektion aufweist oder wenn Ihr Kind insgesamt beeinträchtigt zu sein scheint. Infektionen mit Pilzen und Bakterien müssen mit speziellen Medikamenten behandelt werden – meist Cremes, in schweren Fällen auch Tabletten.

Aktualisiert: 13.03.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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