Giftpflanzen: Vergiftungsgefahr für Kinder (Was tun bei Vergiftungen?)

Ganz wichtig: Keine Panik; Ruhe bewahren! Schwere oder gar tödliche Vergiftungen mit Pflanzen sind sehr selten. Schimpfen Sie nicht, regen Sie sich und Ihr Kind nicht auf.

Was jetzt zu tun ist:

  • Tee, stilles Wasser oder Saft zu trinken geben, keine Milch!
  • Kein Erbrechen auslösen, kein Salzwasser geben!

Wenn Sie Ihr Kind "auf frischer Tat ertappen", lassen Sie es evtl. noch vorhandene Reste ausspucken und sich zeigen, was es gegessen hat. Wichtig sind die folgenden Punkte:

  • Welche Pflanze hat Ihr Kind verschluckt?
  • Welche Teile der Pflanze wurden gegessen?
  • Wurde nur gekaut und ausgespuckt oder verschluckt?
  • Wie viel wurde verschluckt?

Wurde eine giftige Pflanze verzehrt, Sie sind sich nicht sicher, ob die Pflanze giftig ist oder Ihr Kind kann nicht sagen, wie viel es davon verspeist hat, rufen Sie eine Giftnotrufzentrale an - Sie erhalten dort 24 Stunden am Tag eine kostenlose Auskunft geben, wie das Gift wirkt und welche Gegenmaßnahmen Sie ergreifen können. Wenn Sie eine Pflanze nicht kennen, beschreiben Sie diese dem Berater so genau wie möglich (Aussehen, Standort, Form, Größe, Anordnung der Blätter, Farbe, Blüten, Früchte).

Hat Ihr Kind unerklärliche Symptome rufen Sie ebenfalls eine Vergiftungszentrale an und richten sich nach deren Anweisungen (z. B. Rettungswagen anfordern, selbst in die nächste Kinderklinik fahren).

Telefonnummern des zuständigen Giftnotrufs

  • (030) 19 240 - Berlin und Brandenburg
  • (0228) 19 240 - Nordrhein-Westfalen (NRW)
  • (0361) 730 730 - Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • (0761) 19 240 - Baden-Württemberg
  • (0551) 19 240 - Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein
  • (06841) 19 240 - Saarland
  • (06131) 19 240 - Rheinland-Pfalz und Hessen
  • (089) 19 240 - Bayern
     
  • (+43) 01–4064343 - Österreich
  • (+41) 044 251 51 51 - Schweiz

Vergessen Sie nicht, einen Zweig/Stängel mit den Pflanzenteilen (Blätter, Früchte, Blüten) aufzubewahren und mit ans Telefon und ggf. mit in die Klinik zu nehmen – das erleichtert die Pflanzenbestimmung.

Hinweise auf Vergiftungen

Mögliche Beschwerden einer Vergiftung sind (Auswahl):

  • Plötzliche unerklärliche Müdigkeit, Schwindel, Bewegungsstörungen, Taubheitsgefühle, Sehstörungen, Krämpfe, Unruhe, Verwirrtheit, Halluzinationen
  • Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfälle
  • Trockener Mund, oder verstärkter Speichelfluss, Schleimhautschwellung
  • Hautveränderung (Juckreiz, Rötung, Schmerzen)
  • Atemstörungen

Finden Sie Ihr Kind gar bewusstlos vor (und Sie haben durch Verfärbungen um den Mund und an den Händen den entsprechenden Verdacht), schauen Sie ihm in den Mund und holen Sie noch vorhandene Substanzreste heraus. Führen Sie lebensrettende Sofortmaßnahmen durch und fordern Sie einen Rettungswagen an.

Aktualisiert: 23.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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