Gesunde Beeren
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Beeren: So gesund sind sie!

Von: Dagmar Reiche (Ärztin und Medizinautorin)
Letzte Aktualisierung: 30.06.2021 - 18:55 Uhr

Sommerzeit bedeutet Beerenzeit: Mit einem vielfältigen Angebot locken die aromatischen Beerensorten, die pur genauso schmecken wie als Saft oder Kompott, auf dem Kuchen oder im Nachtisch. Zusätzlich liefern die ebenso gesunden wie leckeren Beeren zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Denn Beeren schmecken nicht nur gut, sondern bieten einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sowie reichlich Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit und somit die Verdauung fördern. Gleichzeitig besitzen Beeren eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane, die antiviral, antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken. Lesen Sie hier, wie gesund Beeren sind und welche Wirkung die verschiedenen Sorten haben.

Beeren: Sorten und botanische Besonderheiten

Beeren bieten eine farbenfrohe Vielfalt: Es gibt rote Beeren, schwarze Beeren, rosa Beeren, blaue Beeren, weiße Beeren und viele mehr. Auch wenn viele Früchte die Bezeichnung "Beere" im Namen tragen, entsprechen sie nicht immer der botanischen Definition für Beeren(früchte). Aus botanischer Sicht werden diese den Schließ- und Sammelfrüchten zugeordnet:

  • Die häufigste Beeren sind Schließfrüchte: Sie bleiben auch im vollreifen Zustand geschlossen und ihre Samen damit vom Fruchtfleisch umhüllt. Dazu zählen nicht nur klassische Beeren wie die Johannis-, Heidel- oder Weinbeeren, sondern zum Beispiel auch Bananen, Kiwis, Datteln, Gurken oder Kürbis. Da solche Beeren wie die letzten beiden eine harte Außenschicht besitzen, werden sie auch als Panzerbeere bezeichnet.
  • Besitzt die Blüte mehrere Fruchtknoten mit jeweils einer beerenartigen Frucht, spricht man von einer Sammelbeere – eine relative seltene Form, zu der zum Beispiel die Kermesbeeren zählen.
  • Erdbeere, Himbeeren oder Brombeeren sind dagegen botanisch keine Beeren, sondern Sammelfrüchte – genauer Sammelnuss- beziehungsweise Sammelsteinfrüchte. Ihre Samen in Form von winzigen Nüsschen oder Steinchen findet sich nicht geschützt im Innenleben der Beere, sondern außen auf dem Fruchtkörper.
  • Auch Holunder- oder Wacholderbeeren werden ihrem Namen nicht gerecht – erstere zählen zu den Steinfrüchten, letztere sind Zapfen einer immergrünen Zypressenart.

Im Handel werden verschiedene Obstarten zu dem Begriff "Beerenobst" zusammengefasst – botanisch zwar nicht ganz korrekt, doch traditionell für für alle verständlich. Ihre Gemeinsamkeit sind ihre Eigenschaften: klein und rundlich sowie relativ weich und – natürlich – essbar. Damit fallen "Gemüsebeeren" wie die Tomate nicht darunter und Obstarten wie die Erdbeere werden dazu gezählt.

Inhaltsstoffe und gesunde Wirkung von Beeren

Beeren sind sehr arm am Kalorien, machen aufgrund ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen trotzdem schnell satt. Die folgende Tabelle zeigt für verschiedene Beerensorten, welche Vitamine, Mineralstoffe und anderen Inhaltsstoffe in den jeweiligen Beeren stecken. Außerdem erfahren Sie in der Liste mehr über die gesunde Wirkung der Beeren:

BeereGesunde Inhalts­stoffeWirkung
Erd­beereVitamin C, Fla­vonoide, Salicyl­säure, Gerb­stoffe, Kalzium, Kalium, Eisen, Folatgegen Durch­fall, stoffwechsel­­anregend, gegen Rheuma und Gicht
Him­beereVitamin C, Vitamin A, Rutin, Biotin, Ka­lium, Magne­sium, Eisen, Ellag­säurefieber­senkend, blut­reinigend, knochen­­bildend, Unter­­stützung bei Magen-Darm­­katarrhen, fördert die Verdauung
Stachel­beereVitamin C, Silicium, Zitronen­­säure, Kalzium, Kalium, Magne­sium, Pektinver­dauungs­­fördernd, ent­wäs­sernd, kräft­igend für Haare und Nägel
Johannis­beereVitamin C, Kalzium, Kalium, Eisen, Phosphor, Zitronen­säure, Pektingegen Rheuma und Gicht, ent­giftend, anti­­bakteriell, immun­­system­­stärkend, harn­treibend
Heidel­beereVitamin C, Vitamin E, Beta­carotin, Eisen, Kalium, Natrium, Zitronen­säure, Pektin, Quercetin, An­thocyaneent­zündungs­­hemmend, blut­bildend, gegen Durch­fall, Magen­­schmerzen und Blasen­­schwäche blutdrucksenkend
Preisel­beereVitamin C, Vitamin A, Beta­carotin, Eisen, Magne­sium, Kalium, Natrium, Arbutin, Flavon­oide, Pektinver­dauungs­­fördernd, cholesterin­senkend, gegen Durch­fall, Harnwegs­­infektionen, Gicht und Rheuma, antivirale, bakteri­zide und fungi­zide Wirk­stoffe
Brom­beereEisen, Calcium, Ellag­säure, Vitamin A, Magnesiument­giftend, krebs­­hemmend, blutdruck­­senkend, gut für Haut und Schleimhäute
Holunder­beereAn­thocyane, Flavon­oide, ätherische Öle, Gerb­stoffeSchutz­­wirkung vor Er­krankungen des Herz-Kreislauf­­-Systems, der Gelenke, Augen, Haut und Nieren, Stärkungs­­mittel bei fiebrigen Er­krankungen, gegen Rheuma und Gicht
Hage­butteVitamin C, Pektinanti­oxidativ, abwehr­­stärkend, ver­dauungs­­fördernd, entzündungs­­hemmend
Eber­escheVitamin C, Vitamin A, Pektine, Gerb­stoffe, SorbitWohl­tuend für Magen und Darm, anti­oxidativ, ver­dauungs­­fördernd, ent­zündungs­­hemmend
Sand­dornQuercetin, viel­faches reicher an Vitamin C als Zitrus­früchteAn­­reicherung ver­schiedener Produkte mit Vitamin C, pharma­­zeutische Ver­wendung bei Haut­­schäden durch Ver­bren­nung und Sonnen­brand

Welche Beeren haben wann Saison?

Der folgenden Tabelle können Sie die Erntezeit verschiedener regionaler Beeren entnehmen:

BeereErntezeit
Erd­beereMai bis Juli
Him­beereMai bis Au­gust
Stachel­beereJuli bis Au­gust
Johannis­beereMai bis Juli
Heidel­beereJuni bis Au­gust
Preisel­beereSep­­tember
Brom­beereMai bis Juli
Holunder­beereAugust
Hage­butteSep­tember bis Ok­tober
Eber­escheAugust bis Ok­tober
Sand­dornab Sep­tember
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Kauf und Lagerung von Beeren: 3 goldene Regeln

Da die Beeren sehr empfindlich sind, ist eine schonende und rasche Verarbeitung wichtig. Beachten Sie folgende Regeln:

  1. Beim Einkauf ist auf pralle Früchte und trockene, glänzende Schalen zu achten, da die Beeren sehr druckempfindlich sind und nach Verletzung schnell schimmeln. Manche Beeren, etwa reife Heidelbeeren, haben einen weißlichen Schleier, der als Schutz dient und als Zeichen der Frische gilt.
  2. Zum Säubern die Früchte nur kurz in stehendes Wasser tauchen und sofort auf ein Küchenpapier zum Abtropfen geben, damit sie sich nicht mit dem Wasser vollsaugen und matschig werden oder ihr Aroma verlieren. Die Blätter und Stängel entfernt man am besten erst kurz vor dem Verzehr.
  3. Lagern Sie Beeren kühl und dunkel, etwa im Keller oder im Gemüsefach des Kühlschranks. Im Kühlschrank halten sich die frischen Beeren ein bis zwei Tage.

Übrigens: Wenn Sie Beeren selbst pflücken, achten Sie darauf, nur reife Exemplare zu nehmen. Bis auf Stachelbeeren reifen Beeren nach dem Ernten nämlich nicht nach.

Beeren richtig einfrieren

Neben ihren vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Saft, Kompott, Muffins, Fruchteis, Beeren Crumble oder als Kuchenbelag, lassen sich die Beeren auch gut einfrieren. Gleichzeitig bleiben so wertvolle Vitamine erhalten, tiefgefrorene Beeren sind also immer noch gesund. Allerdings werden sie wegen ihres hohen Wassergehalts nach dem Auftauen oft matschig und kleben aneinander.

Das kann vermieden werden, wenn sie in einzelnen Schichten (nebeneinander auf einem Brett, in einer flachen Schale oder auf Folie ausgebreitet) zuerst außen angefroren und dann erst zusammen in einen Beutel gelegt und richtig eingefroren werden. Und selbst wenn die Beeren nach dem Auftauen nicht mehr so knackig wie nach dem Ernten sind: Für bestimmte Zubereitungsarten wie Obstmus, Grütze, Marmelade, Smoothie oder Milchshake eignen sich die leckeren Früchtchen allemal.

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