Myome: Diagnose und Therapie

Zunächst wird der Arzt die Krankengeschichte erheben und genau nach den Beschwerden fragen. Bei der gynäkologischen Tastuntersuchung kann er evtl. eine gleichmäßige Vergrößerung oder knollige Veränderungen tasten. Die Diagnose kann fast immer mittels Ultraschalluntersuchung durch die Scheide gestellt werden. Selten ist auch noch eine Gebärmutterspiegelung oder Bauchspiegelung (Laparoskopie) nötig, um Klarheit zu bringen.

Welche Therapie gibt es?

Kleine Myome, die keine oder nur geringe Beschwerden machen, werden lediglich regelmäßig alle 6 bis 12 Monate mit Hilfe von Ultraschall kontrolliert. Behandlungsbedarf besteht erst, wenn Beschwerden auftreten oder ein Myom sehr groß ist. Die Art der Therapie richtet sich nicht nur nach den Beschwerden, sondern auch nach dem Alter der Patientin, evtl. vorhandenem Kinderwunsch und Wachstumsgeschwindigkeit des Myoms.

Hormone nur manchmal hilfreich

Eine Hormontherapie führt nicht zu einer Rückbildung des Myoms, kann aber manchmal Beschwerden lindern Stehen Blutungsstörungen wie eine verstärkte oder verlängerte Menstruation im Vordergrund, dann kann ein Behandlungsversuch mit Hormonen erfolgen. Beispielsweise wird durch orale Kontrazeptiva, also die Pille, die Blutungsstärke verringert.

Auch ein Intrauterinpessar, das kontinuierlich ein Hormon freisetzt, beeinflusst die Blutungsstärke positiv. Da aber beide Verfahren keinen Einfluss auf das Myom selber haben und dieses damit sowohl wachsen als auch sich rückbilden kann, müssen engmaschige Ultraschallkontrollen erfolgen.

Hormonbehandlung mit GnRH-Analoga

Eine radikalere Hormonbehandlung mit so genannten GnRH-Analoga blockiert die Östrogenproduktion der Eierstöcke und führt dadurch zu einer Verkleinerung der Myome. Prinzipiell entspricht dies einer künstlichen Menopause mit den möglichen entsprechenden Beschwerden und Nebenwirkungen, beispielsweise einer Osteoporose.

Setzt man die Behandlung ab, wachsen die Myome außerdem erneut. Dies macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine Dauertherapie handeln kann. Sie eignet sich aber beispielsweise zur Überbrückung der Zeit bis zu einer Operation, wenn das Myom starke Beschwerden verursacht.

Operation hilft meist dauerhaft

Bei stärkeren Beschwerden oder schnellem Größenwachstum ist ein chirurgischer Eingriff die Therapie der Wahl. Hier stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, von der so genannten Knopfloch-Chirurgie bis hin zum Bauchschnitt. Welches Verfahren gewählt wird, hängt von der Größe und dem Sitz des Myoms ab.

Diese Faktoren sind auch entscheidend, ob die Geschwulst isoliert entfernt werden kann oder – gerade wenn mehrere Myome vorliegen – die Gebärmutter mit entfernt werden muss. Bei jüngeren Frauen mit Kinderwunsch wird man natürlich stets versuchen, die Gebärmutter zu erhalten. Isoliert entfernte Myome haben jedoch manchmal die Tendenz, wieder aufzutreten.

Embolisation von Myomen

Eine neuere Behandlungsmöglichkeit ist die Embolisation von Myomen. Hierbei werden die versorgenden Blutgefäße (linke und rechte Arteria uterina) des Myoms mit kleinsten Kunststoffteilchen embolisiert, also verschlossen. Bisherige Ergebnisse haben gezeigt, dass sich durch diese Behandlung bei der Mehrzahl der Frauen die Myome und Beschwerden deutlich zurückbilden; Daten zu den Langzeitergebnissen stehen aber noch aus.

Da es bei diesem Verfahren zur Unfruchtbarkeit kommen kann und es während der Durchführung zu wiederholter Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen kommt, wird das Verfahren bisher nur bei Frauen angewendet, deren Familienplanung abgeschlossen ist.

Medikamentöse Behandlung von Myomen statt OP

Zudem besteht eine medikamentöse Behandlung der Myome als Alternative zu einer Operation. Der Wirkstoff Ulipristalacetat kann sowohl für die präoperative Behandlung mittlerer bis starker Symptome als auch in der Langzeit-Intervall-Therapie ohne zeitliche Limitierung eingesetzt werden. 

Ulipristalacetat kann das Volumen der Myome und die damit verbundenen Beschwerden so stark reduzieren, dass ein operativer Eingriff nicht mehr notwendig sein muss.

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Myome können eine Empfängnis erschweren und eine Fehlgeburt begünstigen – Kinderwunsch und Schwangerschaft stellen deshalb besondere Situationen im Zusammenhang mit Myomen dar. Während einer Schwangerschaft besteht insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte die Gefahr, dass das Kind unterversorgt wird, wenn die Plazenta über dem Myom sitzt. Ferner besteht die Neigung zu Frühgeburten. Deshalb sollten größere Myome vor einer Schwangerschaft entfernt werden. Das gilt auch, wenn eine Schwangerschaft ohne weitere ersichtliche Gründe ausbleibt.

Prognose

Nach den Wechseljahren bilden sich Myome oder zumindest die Beschwerden meist zurück. Bei organerhaltenden Operationen besteht immer die Gefahr, dass sich erneut Myome bilden. In sehr seltenen Fällen (0,2–0,5 %) kann sich das Myom in ein bösartiges Myosarkom verwandeln. Auch aus diesem Grund sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wichtig.

Aktualisiert: 01.09.2020
Autor*in: Dr. Ute Hillmann; Überarbeitung Dagmar Reiche

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