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Brustverkleinerung: Risiken und Kosten

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Höhe der Kosten, die für eine Brustverkleinerung entstehen, hängt in erster Linie davon ab, wie viel Gewebe aus der Brust entfernt werden muss. Nach einem ausführlichen Gespräch und der Begutachtung der Brust wird der behandelnde Arzt einen Kostenvoranschlag erstellen. In der Regel liegen die Kosten für eine Brustverkleinerung in Deutschland zwischen 4500 und 7000 Euro. Diese Preise sind jedoch nur Richtwerte, die genauen Kosten können erst durch den behandelnden Arzt festgelegt werden.

Kostenübernahme durch Krankenkasse nur bei medizinischer Notwendigkeit

Ob bei einer Brustverkleinerung eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt oder nicht, hängt immer von den Umständen der OP ab. Wird die Operation als medizinisch notwendig erachtet, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten des Eingriffes oder zahlt zumindest einen Zuschuss. Bei einer lediglich aus optischen Gründen gewünschten Bruststraffung erfolgt dagegen keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Brustverkleinerung muss medizinisch notwendig sein

Der behandelnde Arzt muss im Einzelfall entscheiden, ob eine Brustverkleinerung als medizinisch notwendig anzusehen ist oder nicht. In einem Gutachten muss er begründen, ob durch die Operation eine Erkrankung geheilt, gelindert oder verhindert werden kann. So werden Brustverkleinerungen häufig von der Krankenkasse bezahlt, wenn feststeht, dass durch das Gewicht der Brüste der Rücken oder der Nacken stark beeinträchtigt werden.

Teilweise ist für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse auch eine Bescheinigung des Arztes notwendig, dass sich die Beschwerden trotz alternativer Therapien wie beispielsweise Krankengymnastik nicht gebessert haben.

Risiken einer Vollnarkose

Eine Brustverkleinerung findet unter Vollnarkose statt und birgt somit zunächst einmal die gleichen Risiken, wie jede andere Operation auch. Zu diesen Risiken gehören:

  • Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Beatmungsprobleme
  • Rückfluss von Mageninhalt in die Luftröhre
  • Reizung des Halses mit Husten und Heiserkeit durch den Beatmungsschlauch
  • Beschädigung der Frontzähne während der Beatmung
  • Übelkeit und Erbrechen nach der Operation
  • Allergische Reaktionen

Nach der Operation kann es außerdem zu Wundheilungsstörungen, die breitere Narben zur Folge haben können, sowie zu einem erhöhten Thromboserisiko kommen.

Risiken einer Brustverkleinerung

Neben diesen allgemeinen Risiken einer Operation unter Vollnarkose birgt eine Brustverkleinerung aber auch noch einige spezifische Risiken: So kann nach der Operation eine lokale Entzündung in der Brust auftreten. Auch anhaltende Rötungen, Blutergüsse sowie Schwellungen der behandelten Stellen sind möglich – in Einzelfällen kann es mehrere Monate dauern, bis diese abgeklungen sind. Taubheitsgefühle, die durch die Durchtrennung feinster Nerven entstanden sind, verschwinden mit der Zeit meistens ebenfalls von selbst wieder.

Zudem kann es nach einer Brustverkleinerung vorkommen, dass die Stillfähigkeit beeinträchtigt ist. Planen Sie in der nächsten Zeit also ein Kind zu bekommen, sollten Sie darüber nachdenken, die Brustverkleinerung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. In sehr seltenen Fällen kann es daneben auch zu anhaltenden Gefühlsstörungen sowie zu einem Verlust der Brustwarze kommen. Dies ist dann der Fall, wenn die Brustwarze während der OP komplett verpflanzt, anschließend vom Körper aber nicht wieder angenommen wird.

Um einen optimalen Ablauf der OP sowie einen reibungslosen Heilungsverlauf nicht zu gefährden, sollte einige Zeit vor sowie nach der Behandlung auf Alkohol, Nikotin und blutverdünnende Medikamente wie Acetylsalicylsäure verzichtet werden.

Aktualisiert: 23.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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