Wechseljahre: Haut jetzt besonders pflegen

Schönheit kommt von innen - in den Wechseljahren aber auch trockene Haut, sprödes Haar und Pickel. Schuld an der "inneren Hautalterung" sind die Hormone."Mit Beginn der Menopause sinkt die Konzentration der weiblichen Sexualhormone. Da sie die Zellen beim Speichern von Flüssigkeit unterstützen, sinkt damit in den Wechseljahren auch der Feuchtigkeitsgehalt in Haut und Schleimhäuten", erklärt Dr. Susanne Holthausen, Ärztin bei der Techniker Krankenkasse (TK). Nach der Hormonumstellung erneuert sich die Haut zudem langsamer, wird dünner, weniger elastisch und anfälliger für Falten und Verletzungen. "Die Veränderungen, die die Wechseljahre für Haut und Haare mit sich bringen, lassen sich nicht aufhalten. Der Prozess kann aber verlangsamt und teilweise sogar kompensiert werden", sagt Holthausen. Wichtig ist dabei zunächst eine besonders gründliche Körperpflege zum Beispiel mit milden Waschlotionen und feuchtigkeits- und fetthaltigen Cremes. Die empfindliche Gesichtshaut sollte mindestens zweimal am Tag mit einer leicht fetthaltigen und feuchtigkeitsreichen Gesichtspflege eingecremt werden. Beim Duschen, Baden oder Händewaschen rät die Ärztin zu rückfettenden Waschlotionen anstelle von feuchtigkeitsentziehenden Alkoholtinkturen.

Viel trinken

Viele Frauen unterschätzen zudem ihren Flüssigkeitsbedarf. Und wer zu wenig trinkt, trocknet seine Haut zusätzlich aus. In der Zeit der Hormonumstellung sollten Frauen deshalb besonders darauf achten, ausreichend zu trinken - zwei bis drei Liter täglich, am besten Mineralwasser, Früchtetee oder Saftschorlen. Sanfte Bürstenmassagen, frische Luft und Saunabesuche regen die Durchblutung der Haut zusätzlich an und tun gut.

Zu intensive Gesichtsmassagen haben allerdings den gegenteiligen Effekt, da sie die Feuchtigkeit aus den Zellen treiben. Auch kosmetische Behandlungen können ein Genuss für Haut und Seele sein, wirken aber nur vorübergehend. Schönheitschirurgie dagegen will gut überlegt sein: "Bei Operationen sind immer Komplikationen möglich und die Haut wird auch durch Lifting nicht jünger, sondern nur gestrafft", warnt die TK-Ärztin. Solche Eingriffe sollten, wenn überhaupt, nur von erfahrenen Fachärzten für Plastische Chirurgie durchgeführt werden.

Vorsicht Sonne

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Lichtempfindlichkeit der Haut. Der Hautfarbstoff Melanin, der für die Bräunung sorgt und vor Sonnenbrand schützt, wird vom Körper in geringerer Menge hergestellt als früher, da die Zahl der pigmentbildenden Zellen sinkt. Deshalb sollten ausgiebige Sonnenbäder und Solarienbesuche - die zudem auch das Entstehen so genannter Altersflecke begünstigen - spätestens mit Beginn der Wechseljahre tabu sein. Im Sommer bieten Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, langärmelige Kleidung, Tücher und breitkrempige Hüte zusätzlichen Schutz.

Sinkender Östrogenspiegel

Durch den sinkenden Östrogenspiegel kann das Haar seine Spannkraft verlieren, dünner werden oder sogar vermehrt ausfallen. Um es nicht zusätzlich zu belasten, sollten Frauen ihre Haare in den Wechseljahren nicht färben und auch auf eine Dauerwelle verzichten. Außerdem kann auch eine Therapie mit Östrogenen helfen - entweder als Haarwasser oder auch in Tablettenform.

Dennoch rät Holthausen zu einem kritischen Umgang mit der Hormontherapie: "Eine amerikanische Untersuchung hat gezeigt, dass die Therapie mit Hormonersatzpräparaten in den Wechseljahren größere Risiken birgt als bisher angenommen", sagt die Ärztin. Laut der Studie erhöhen bestimmte Hormonpräparate das Risiko für Erkrankungen wie Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Thrombose. Dr. Susanne Holthausen empfiehlt, die Risiken und den Nutzen einer Hormontherapie sorgfältig gegeneinander abzuwägen: "Letztendlich kann nur jede Frau selbst entscheiden, wie stark sie die Beschwerden einschränken".

In jedem Fall rät die TK-Expertin davon ab, die Hormone nur vorbeugend einzunehmen.

Aktualisiert: 23.05.2012 – Autor: TK

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