Prostataentzündung: Therapie

Entzündung der Prostata: Welche Therapie gibt es?

Bei der akuten bakteriellen Prostatitis steht die Behandlung mit Antibiotika im Zentrum. Diese werden – meist im Krankenhaus – zunächst in die Vene oder den Muskel gespritzt, später dann als Tablette (insgesamt über 4 Wochen) gegeben. Darüber hinaus ist Bettruhe nötig und es werden Schmerzmittel und krampflösende Substanzen verordnet. Kommt es zum Harnverhalt, also der Unfähigkeit die Blase zu entleeren, muss vorübergehend ein Blasenkatheter durch die Bauchdecke gelegt werden. Ein Abszess muss chirurgisch gespalten werden.

Chronische Prostatitis mit hartnäckigen Beschwerden verbunden

Im Gegensatz zur akuten Form ist die Therapie der chronischen Prostatitis schwieriger und die Beschwerden halten sich oft hartnäckig. Werden Erreger gefunden, müssen über mehrere Wochen (gegebenenfalls bis zu einem Jahr) passende Antibiotika eingenommen werden, dazu in manchen Fällen ein Medikament zur Entspannung der Blasenmuskulatur und Verbesserung des Urinflusses (Alpharezeptorenblocker).

Entfernung der Prostata als Teil der Behandlung

Hilft alles nicht, muss eine operative Entfernung der Prostata erwogen werden. Bei der entzündlichen abakteriellen Form wird ebenfalls ein Versuch mit Antibiotika gestartet (auch wenn keine Erreger nachweisbar sind), daneben werden entzündungshemmende Mittel gegeben. Von manchen Fachleuten wird auch eine Prostatamassage dreimal pro Woche oder die Wärmebehandlung mit einer durch die Harnröhre eingeführten Mikrowellensonde (TUMT = transurethrale mikrowelleninduzierte Thermotherapie) als hilfreich erachtet.

Roggenpollenextrakt (als Kapseln in der Apotheke erhältlich) hat sich in einigen Studien als wirksam erwiesen; evtl. können auch Heilpflanzen wie Kürbis, Sägepalme, Brennnessel oder Bärentraube die Beschwerden lindern oder auch weiteren Entzündungen vorbeugen.

Bei der nicht-entzündlichen Form sind vor allem muskelentspannende und schmerzhemmende Mittel angezeigt, auch eine psychologische Beratung wird empfohlen. Falls eine Ursache für die chronische Prostatitis wie eine Verengung der Harnröhre gefunden wurde, kann auch ein spezielles operatives Vorgehen helfen.

Prostatitis: Was kann der Erkrankte tun?

Einige allgemeine Maßnahmen dienen dazu, einer Prostatitis vorzubeugen und die Beschwerden zu lindern:

  • Wichtig ist die regelmäßige Blasenentleerung, um Keime nach außen zu spülen und die regelmäßige Stuhlentleerung, um das Risiko für ein Wandern der Darmbakterien und den Druck auf die Prostata zu vermindern.
  • Unterkühlung sollte vermieden werden – deshalb ist warme Unterwäsche zu tragen und immer so schnell wie möglich die nasse Badehose zu wechseln.
  • Wärme fördert die Durchblutung: Empfehlenswert sind regelmäßige warme Sitzbäder.
  • Bei allen chronischen Formen ist weder körperliche Schonung, noch sexuelle Enthaltsamkeit nötig. Im Gegenteil: Die regelmäßige Ejakulation spült Keime nach außen, leichtes Joggen fördert die Entspannung der Beckenbodenmuskulatur.
  • Das regelmäßige Trinken von Nieren- und Blasentee wirkt entzündungs- und keimhemmend. Harnwegsinfekte sollten frühzeitig durch den Arzt behandelt werden, um einer Keimverschleppung vorzubeugen.
  • Muskelentspannungsübungen und autogenes Training lindern bei manchen Betroffenen die Beschwerden.

Aktualisiert: 27.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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