Filzläuse

Frau wegen Filzläusen beim Arzt © istockphoto, Minerva Studio (Symbolfoto)

Filzläuse klammern sich vor allem an Scham- und Achselhaare und ernähren sich vom menschlichen Blut. Juckreiz und winzige Blutergüsse weisen auf die Plagegeister hin. Sie selbst bewegen sich kaum und sind so recht gut versteckt. Der Volksmund nimmt häufig kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Beschreibung auch unappetitlicher Dinge geht. Filz- oder Schamläuse haben deshalb eine Reihe umgangssprachlicher Kosenamen: Liebeskäfer, Sackratten und Mastmatrosen sind nur einige davon.

Eigenschaften der Filzlaus

Die Kosenamen für Filzläuse beschreiben jedoch recht gut einige der Eigenschaften: Die Filzlaus (Phthirus pubis) wird bei engem körperlichen Kontakt, also v.a. Geschlechtsverkehr übertragen, fühlt sich deshalb besonders wohl in den Haaren der Genitalregion, hat sechs warzenartige Fortsätze ähnlich der Käferbeine und gehört wie dieser zum Stamm der Gliederfüßer.

Von Mikroben und Menschen

Filzläuse sind 1,5-2 mm große Hautparasiten, die sich gerne dort aufhalten, wo sie sich mit ihren zangenartigen Klauen festklammern können:

  • dicht behaarte Bereiche mit vielen Schweißdrüsen, also Scham-, Achsel-, Brust- und Bauch- und Bartbehaarung,
  • bei Kindern auch Kopfhaare, Augenbrauen und Wimpern.

Sie bleiben am liebsten an einem Ort sitzen und saugen dort an derselben Stelle manchmal stundenlang Blut. Das Weibchen legt 2-3 Eier (Nissen) pro Tag, bis zu 200 im Lauf ihres Lebens, und klebt diese an den Schaft der groben Haare an. Daraus schlüpfen innerhalb einer Woche Larven, die nach weiteren zwei Wochen ausgewachsen sind.

Während engen Köperkontakts kommt allerdings Bewegung in das träge Tierchen: Es kann plötzlich mehrere Zentimeter zurücklegen, um sein Menü um das Blut eines neuen Wirtes zu bereichern. Bis zu 2 Tage schafft die Laus es auch, ohne Mahlzeiten in Bettwäsche, Kleidung und Handtüchern zu überleben, kann also - selten - auch durch indirekten Kontakt übertragen werden.

Filzläuse kommen weltweit vor. Genaue Zahlen sind nicht zu erhalten. Das Risiko für einen Filzlausbefall (Pediculosis pubis) scheint einigen Studien zufolge weniger von sozioökonomischen Faktoren wie Armut und Hygiene als von der Form der sexuellen Aktivität (z.B. häufig wechselnde Geschlechtspartner, Single, Homosexualität) abzuhängen.

Symptome eines Filzlausbefalls

Etwa 3-6 Tage nach der Infektion zeigen sich die Beschwerden: relativ geringer, manchmal brennender Juckreiz meist im Schritt vor allem nachts in der Bettwärme und linsen- bis fingernagelgroße schieferfarbene bis stahlblaue Verfärbungen (sog. Taches bleues) an den Bissstellen. Durch Kratzen können zusätzliche Wunden entstehen.

Die Läuse selbst bzw. die Nissen sind aufgrund ihrer Unbeweglichkeit häufig erst nach längerem Hinschauen als kleine dunkle Punkte oder mit einer Lupe zu erkennen. In der Wäsche sind manchmal rostbraune Flecken zu sehen - Kot der appetitlichen Tierchen.

Filzläuse: Nachweis und Therapie

Die Diagnose wird oft aufgrund der typischen Symptome gestellt. Die Läuse bzw. Nissen können ggf. mikroskopisch nachgewiesen werden. Zur Behandlung stehen Medikamente zur Verfügung, die mehrfach von außen auf die befallenen Regionen aufgebracht werden. Die Nissen werden anschließend mit einem feinen Kamm entfernt. Sind Augenbrauen und Wimpern befallen, wird die Entfernung von Läusen und Nissen mittels einer Pinzette empfohlen (nach Vorbehandlung mit Vaseline), da die Medikamente an den Augen zu gefährlich sind. Eine Rasur oder ein Abschneiden der Haare ist nicht zwingend nötig. Alle Personen, die in engem Kontakt stehen, müssen mitbehandelt werden.

Wichtig sind allgemeine Maßnahmen, um den Läusen sicher den Garaus zu machen. Dazu gehören das häufige Wechseln, Auskochen und heiße Trocknen von Handtüchern, Bett- und Leibwäsche. Verschließt man die Wäsche drei Tage lang fest in einer Plastiktüte, kann man die Parasiten sicher aushungern. Alternative ist eine chemische Reinigung. Kämme und Bürsten müssen für 10 Minuten in ca. 60°C heißes Wasser und anschließend eine Stunde in Desinfektionsmittel gelegt werden.

Auf den Punkt gebracht

  • Filzläuse sind Blutsauger des Menschen und kommen weltweit vor.
  • Die Übertragung erfolgt v.a. durch direkten Körperkontakt, selten indirekt.
  • Zeichen sind Juckreiz und bläuliche Flecken.
  • Familien- und Sexualpartner müssen mitbehandelt werden.

Aktualisiert: 13.04.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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