Trichomoniasis

Trichomoniasis: Pärchen beim Küssen © rawpixel (Symbolfoto)

Die Infektion mit dem Geißeltierchen "Trichomonas vaginalis" ist eine häufige sexuell übertragbare Krankheit namens Trichomoniasis. Ende des vergangenen Jahrhunderts waren weltweit jährlich schätzungsweise 174 Millionen Neuerkrankungen an Trichomoniasis zu verzeichnen, davon 11 Millionen in Westeuropa. Auch wenn die Trichomoniasis zu den eher ungefährlichen Geschlechtserkrankungen gehört und nur bei etwa der Hälfte der infizierten Frauen und noch weniger Männern Symptome verursacht, ist sie durchaus ernst zu nehmen. Bei von Trichomoniasis betroffenen Schwangeren ist das Risiko für eine Frühgeburt und ein niedriges Geburtsgewichts des Kindes erhöht. Außerdem scheint die Übertragung des Aids-Virus in beide Richtungen gefördert zu werden.

Von Mikroben und Menschen

Die Übertragung von Trichomoniasis erfolgt durch direkten Schleimhautkontakt, also Geschlechtsverkehr. In manchen Berichte ist von einem 70%igen Risiko beim Sexualakt mit einer infizierten Person die Rede. Auch wenn in verschiedenen Quellen immer wieder von anderen Übertragungswegen wie Wasser in öffentlichen Schwimmbädern, Whirlpools, feuchten Toilettensitzen oder Badewäsche gesprochen wird, sind diese bisher wohl nicht zweifelsfrei bewiesen worden. Die Wahrscheinlichkeit ist zumindest sehr gering, da die Geißeltierchen sehr empfindlich sind und außerhalb des Menschen, ihres einzigen Wirts, nur sehr kurz überleben.

Der Keim wird bei etwa jeder zehnten Frau im gebährfähigen Alter und 20-30 % der Frauen mit einer Entzündung im Genitalbereich gefunden. Dies beweist die große Verbreitung des Erregers sowie die Tatsache, dass die Infektion häufig unbemerkt und unbehandelt bleibt und damit chronisch verläuft. Und so besteht die Gefahr, dass der Parasit bzw. die Geißeltierchen unwissentlich weiter übertragen werden.

Symptome und Verlauf

Die Beschwerden sind bei Trichomoniasis bei der Frau überwiegend durch eine Scheidenentzündung bedingt. Diese führt zu Rötungen des Genitals, weiß-grünlichen, unangenehm riechendem Ausfluss, ausgeprägtem Juckreiz und evtl. Unterbauchschmerzen. Geschlechtsverkehr und Wasserlassen können unangenehm sein.

Symptome beim Mann sind sehr viel seltener und weniger ausgeprägt. Es steht eine Entzündung der Eichel, Harnröhre, Prostata oder Blase im Vordergrund, die sich meist als leichtes Brennen nach dem Wasserlassen oder dem Geschlechtsverkehr äußert. Der aus der Harnröhre austretende Ausfluss ist eher glasig.

Nachweis und Therapie

Der Parasit wird mittels Abstrich aus Scheide, Harnröhre oder Urin unter dem Mikroskop nachgewiesen, was beim Mann seltener gelingt als bei der Frau. In Zweifelsfällen kann eine Kultur angelegt werden. Die Therapie erfolgt mit Metronidazol, einem gut wirksamen Antibiotikum. In der Regel reicht eine einmalige Tabletteneinnahme.

Der Sexualpartner sollte bei vorliegender Trichomoniasis mitbehandelt werden. Während der Therapie ist sexuelle Enthaltsamkeit angezeigt. Eine einmal durchgemachte Infektion schützt nicht vor einer erneuten, da die zunächst gebildeten Antikörper nur wenige Wochen existieren.

Auf den Punkt gebracht

  • Die Trichomoniasis ist weltweit die häufigste Geschlechtskrankheit.
  • Die Infektion erfolgt v.a. durch Geschlechtsverkehr.
  • Sie verläuft häufig symptomlos.
  • Eine vollständige Heilung mittels Antibiotika ist möglich.
  • Die Sexualpartner sollten mitbehandelt werden.
  • Man kann sich immer wieder anstecken.
  • Kondome bieten Schutz vor einer Infektion.

Aktualisiert: 02.09.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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