Fitness-Lügen: Mann bei Fitness-Training
© rawpixel

Die 20 größten Fitness-Lügen

Von: Kristina Klement
Letzte Aktualisierung: 12.07.2017 - 10:56 Uhr

Joggen ist schlecht für die Gelenke, Radfahren macht impotent und Krafttraining sorgt für Bodybuilder-Muskeln? Alles Unsinn! Wir lüften die 20 bekanntesten Fitness-Irrtümer und nehmen so Ihrem inneren Schweinehund auch die letzte Ausrede, sich vor Bewegung Sport oder dem regelmäßigen Training im Fitnessstudio zu drücken.

1. Fettverbrennung beim Sport erst nach 30 Minuten

Falsch! Bereits ab der ersten Minute Bewegung kurbelt der Körper die Fettverbrennung an. Allerdings hat diese erst nach 30 Minuten ihre Höchstleistung erreicht. Wer also sein Fett wegkriegen möchte, sollte möglichst länger als eine halbe Stunde trainieren. Beim Ausdauersport sollte man es zudem nicht zu ruhig angehen. Am effizientesten funktioniert die Fettverbrennung, wenn man bei 70 bis 80 Prozent seines Maximalpulses trainiert.

2. Wer schwitzt, ist nicht fit

Im Gegenteil: Sportler besitzen eine bessere Thermoregulation. Da ihre Muskeln und Zellen leistungsfähiger sind, geben sie bei Belastung mehr Schweiß ab, als bei unsportlichen Menschen.

3. Krafttraining macht dicke Muskeln

Gerade Frauen fürchten oft, von Krafttraining eine Bodybuilder-Figur zu bekommen. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Der Muskelaufbau wird vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron bestimmt, welches vom weiblichen Organismus nur in geringen Mengen produziert wird. Krafttraining bewirkt bei Frauen daher eher eine straffere und schlankere Silhouette.

4. Stretching bringt nichts

Über die Effekte von Stretching vor dem Sport streiten sich die Experten. Im Zweifelsfall ist hier lockeres Aufwärmen sinnvoller. Nach dem Training sollte man aber nicht auf die Dehnübungen verzichten: Gedehnte Muskeln werden besser durchblutet, bleiben geschmeidig und können sich besser regenerieren. Während des Stretchings sollte man nicht dynamisch hin- und herfedern, sondern lieber die Dehnung 20 Sekunden lang ruhig halten.

5. Sportler brauchen eine spezielle Ernährung

Auch wenn manche Freizeitsportler meinen, nach einem halbstündigen Dauerlauf gleich zu isotonischen Wunderdrinks, Vitaminpillen, Powershakes und Energieriegeln greifen zu müssen – diese Produkte sind nur für Leistungssportler gedacht. Nahrungsergänzungsmittel allein machen müde Muskeln nicht munter. Teilweise finden sich sogar verbotene Stoffe in den Lebensmitteln. Statt zu Powerriegel und Sportlerdrink besser zu Banane und Saftschorle greifen.

6. Durch Gerätetraining nimmt man nicht ab

Wer regelmäßig an Geräten Krafttraining macht, sollte sich nicht wundern, wenn er sogar mehr Pfunde auf die Waage bringt, als zu unsportlichen Zeiten. Das sollte jedoch kein Grund zur Sorge sein, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Durch eine höhere Muskelmasse wird übrigens auch der Grundumsatz an Kalorien erhöht. Die Folge: Selbst im Schlaf verbrennen muskulöse Menschen mehr Fett als Sportmuffel.

7. Nur einmal pro Woche Fitnessstudio bringt nichts

Einmal ist auf jeden Fall besser als Keinmal. Besonders Anfänger können ihre Fitness bereits mit einem einstündigen Training pro Woche enorm steigern. Durch eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining wird die Leistungsfähigkeit gesteigert, der Blutdruck sinkt, Cholesterinwerte verbessern sich und das allgemeine Wohlbefinden steigt.

8. Bei Krafttraining müssen Muskeln schmerzen

Im Gegenteil. Wer zu viele Gewichte auflegt, kann sich schnell überanstrengen und sogar verletzen. Viel effektiver kann der Körper gestrafft werden, wenn die Gewichte verhältnismäßig leicht sind, dafür die Übungen umso öfter wiederholt werden.

9. Sauna macht schlank

Schwitzen hat nichts mit Fettverbrennung zu tun. Der Körper verliert in der Sauna Wasser und Mineralien, aber kein Gramm Fett. Die Pfunde, die man in der Sauna „ausgeschwitzt“ hat, sollte man sofort mit Wasser wieder auffüllen.

10. Joggen ist schlecht für die Gelenke

Beim Joggen wirkt das zwei- bis dreifache Körpergewicht auf die Gelenke. Dennoch erhöht Joggen ihre Funktionstüchtigkeit, denn durch die Bewegung wird mehr Gelenkflüssigkeit produziert. Dadurch können die Knorpel optimal mit Flüssigkeit versorgt werden und bleiben länger gesund und in Form. Stark übergewichtige, unsportliche Menschen sollten jedoch mit Walking beginnen, um die Gelenke langsam an die Bewegung zu gewöhnen.

11. Langsames Laufen lässt die Pfunde schmelzen

Wer zu langsam läuft, tut zwar etwas für seine Gesundheit, bleibt aber auf seinem Fett sitzen. Der Gesamtenergieumsatz ist bei niedriger Anstrengung deutlich geringer als bei höherer Intensität. Ein Auto, das schnell fährt, verbraucht schließlich auch mehr Sprit. Am effizientesten funktioniert die Fettverbrennung bei 70 bis 80 Prozent des Maximalpulses. Anfänger dürfen langsam einsteigen, können den Kalorienverbrauch jedoch durch kurze Zwischensprints erhöhen.

12. Kaffee – ein Tabu für Sportler?

Kaffee entzieht dem Körper Wasser und steigert den Blutdruck? Unsinn! Gerade Sportler können Kaffee als Geheimwaffe einsetzen. Eine Stunde vor dem Training getrunken, kurbelt ein Espresso nämlich sowohl den Kreislauf, als auch den Energieverbrauch an.

13. Muskelkater als Zeichen für gutes Training

Schmerzende Muskeln nach dem Training bedeuten nur eines: man hat sich übernommen. Bei Muskelkater entstehen nämlich durch Überanstrengung kleine Risse im Muskelgewebe. Die Dehnungsschmerzen sind also kein Indikator für Muskelwachstum, sondern für Überlastung.

14. Radfahren macht impotent

Nicht das Radfahren an sich, sondern der falsche Sattel kann unter Umständen Impotenz verursachen. Besonders bei sportlichen Rennsatteln mit langer Nase kann durch den ständigen Druck auf die Dammregion die Blutzufuhr zum Penis beeinträchtigt werden. Abhilfe schafft ein breiterer Sattel, bestenfalls mit einer großen Einkerbung an der Spitze. Zudem sollte die Nase des Sattels nicht nach oben, sondern geradeaus zeigen. Häufige Pausen oder Sprinteinlagen im Stehen lassen das Blut wieder zirkulieren.

15. Rückenmuskeltraining hilft bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen kann man durch gezieltes Krafttraining Abhilfe schaffen. Dabei spielen jedoch nicht nur die Rücken-, sondern auch die Bauchmuskeln eine große Rolle. Ein ausgewogenes Training dieser beiden Partien sorgt für einen kräftigen Torso, der nicht so leicht ins Hohlkreuz kippen kann. Um eine Verkürzung der Muskeln auszuschließen, sollte man nach dem Training das Dehnen nicht vergessen.

16. Schwangere sollten keinen Sport treiben

Sport in der Schwangerschaft wirkt sich grundsätzlich positiv auf Mutter und Kind aus. Er steigert das Wohlbefinden und sorgt schon während der Schwangerschaft dafür, dass sich der Körper nach der Geburt wieder schneller regeneriert. Vermeiden sollten werdende Mütter aber Sportarten mit direktem Gegnerkontakt, Leistungssport, Skifahren und Reiten. Ideal ist leichtes Ausdauertraining wie Walking oder Schwimmen. Bei einer Risikoschwangerschaft sollte jedoch vorher ein Gynäkologe zu Rate gezogen werden.

17. Mit Muskeltraining gezielt Fett abbauen

Stimmt leider nicht. Gezieltes Bauch-Beine-Po-Training führt in der Regel nicht dazu, dass auch genau an diesen Stellen Fett abgebaut wird. Es ist individuell festgelegt, wo und in welcher Reihenfolge der Körper Fettdepots abbaut. Bei Frauen verschwindet häufig der Speck am Oberkörper schneller, als an Hüften und Po. Es ist jedoch möglich, gezielt Muskulatur aufzubauen.

18. Nach Sport zwei Stunden nichts essen

Nach intensivem Training verbrennt der Körper auch Stunden nach dem Sport noch Fett. Dass man in dieser Zeit nichts essen sollte, ist jedoch ein Märchen. Wer abnehmen will, sollte darauf achten, dass er nicht mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt. Wann man diese Kalorien isst, ist egal. Der Bedarf an Eiweiß liegt nach dem Sport sogar höher als sonst, denn es hilft den Muskeln, sich zu regenerieren.

Wann haben Sie Ihr Tagestief?
vormittags
16%
direkt nach dem Mittagessen
29%
nachmittags
31%
abends
10%
Tief? Was für ein Tief?
14%
Mehr Umfragen

19. Mit Sit-ups zum perfekten Sixpack

Ein muskulöser Bauch ist wesentlich schwerer anzutrainieren, als beispielsweise kräftige Oberarme. Trotz intensiven Trainings liegt besonders bei Frauen häufig eine Fettschicht über den Muskeln. Bevor also die Muskeln in Erscheinung treten können, müssen Sie erst einmal dem Bauchfett den Kampf ansagen. Das funktioniert am besten durch fettarme Ernährung und regelmäßiges Ausdauertraining. Erst dann bringen auch die Sit-ups sichtbare Resultate.

20. Sport macht schlank

Sport allein bringt nichts bei ungesunder Ernährung. Wer dauerhaft abnehmen möchte, sollte immer weniger Kalorien zu sich nehmen, als er verbraucht. Nur in Kombination mit bewusster Ernährung und regelmäßigem Sport ist gesundes Abnehmen möglich.