Wie finde ich das richtige Fitnessstudio?

Training im Fitnessstudio © istockphoto, kzenon

Längst sind Fitness-Studios nicht mehr die Domäne der "Muskelmänner". Immer mehr Sportwillige geben als Trainingsziele körperliche Fitness, Figurtraining und Gesundheit an. Viele Studios haben deshalb ihr Repertoire um vielseitige Angebote (z.B. Aerobic, Ernährungsberatung, Entspannungsverfahren, Massagen u.a.) erweitert und sprechen mit speziellen Programmen gezielt verschiedene Altersgruppen an.

Was ist gut für mich?

Der personelle und gerätetechnische Standard des Studios sollte den Bestimmungen des TÜV für gesundheitsorientierte Fitness-Anlagen genügen. wenn besonders die Behandlung von gesundheitlichen Problemen im Vordergrund steht, sollte man auf das DVSF Siegel (Deutscher Verband der Sportärzte in Sport-, Fitness- und Freizeitanlagen e.V.) achten.

Was will ich?

Zunächst sollte man für sich selbst klären, welche Wünsche und Ansprüche man hat. Folgende Fragen sind dabei hilfreich:

  • Ist das Studio für mich gut erreichbar, liegt es z.B. auf dem Weg von der Arbeit zur Wohnung?
  • Brauche ich für die Zeit des Trainings eine Kinderbetreuung im Studio?
  • Soll neben einem Gerätepark auch ein gutes Kurs- und Wellnessprogramm vorhanden sein?
  • Sollen neben der zu erreichenden Fitness auch noch gesundheitliche Probleme behoben werden? Dann müssen an Personal und Einrichtung besonders hohe Ansprüche gestellt werden.
  • Sind Angebote im Bereich Gesundheitsschulung und -bildung vorhanden, z.B. Ernährungsberatung und Diätprogramme?
  • Will ich mich nach dem Training noch entspannen, z.B. in der Sauna, im Schwimmbad oder bei einer Massage?
  • Sollte in meinem Studio die Möglichkeit bestehen, eine Kleinigkeit zu essen, Getränke und evtl. gute Sportkleidung zu kaufen?
  • Lege ich Wert auf eine familiäre Atmosphäre? Dann ist z.B. ein kleineres Studio die bessere Wahl.

Vorher zum Check?

Als Vorbereitung sollte bei älteren Menschen und Menschen mit akuten oder chronischen Beschwerden bzw. bekannten Vorerkrankungen im Rahmen einer sportärztliche Untersuchung die Eignung in Bezug auf die Übungen und die Trainingsintensität überprüft werden. Neben einer Blutdruckmessung sollten auch ein Ruhe- und ein Belastungs-EKG durchgeführt werden. Hierdurch ist eine Aussage über die Leistungsfähigkeit und die Grenze der Belastbarkeit einer Person möglich. Sind die eigenen Wünsche geklärt, sollte ein gutes Studio eine ausführliche Beratung und ein kostenloses und unverbindliches Probetraining unter Anleitung eines Trainers anbieten. Dabei sollte auf verschiedenen Punkte besonders geachtet werden:

An meinen Körper lasse ich nur ...

Wünschenswert ist es, dass zumindest ein Teil der Trainer Diplom-Sportlehrer sind und sportmedizinische Kenntnisse aufweisen bzw. spezielle Fachausbildungen absolviert haben, z.B. zum staatl. anerkannten Sport- und Gymnastiklehrer, Sport-Physiotherapeuten oder zum lizensierten Aerobictrainer.

Wie fit bin ich eigentlich?

In der Regel, und das ist vor allem bei untrainierten Personen wichtig, sollte am Anfang ein qualifizierter Fitnesstest durchgeführt werden, der Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit testet und zu dem ein medizinischer Risikofragebogen mit Körperdaten (Größe, Alter, Gewicht, Body-Mass-Index, Blutdruck und Ruhepuls) gehört. Einige Studios bieten zudem eine Körperfettmessung an, um zu ermitteln, ob das Training auch einer gezielten Gewichtsreduktion dienen sollte.

Nicht nur für die Muskeln: der Gerätepark

Wichtig ist, dass die Trainingsgeräte individuell dosiert werden können, dass ausreichend (etwa 30 %) Kardio-Geräte vorhanden sind (z.B. Laufband, Ruder- und Fahrradergometer) und dass die Geräte regelmäßig gewartet werden. Die Kardiogeräte sollten auf jeden Fall eine Steuerung der Belastung über die Herzfrequenz ermöglichen.

Auch für Männer geeignet: Fitness- und Gymnastikurse

Das Kursprogramm sollte abwechslungsreich sein und sowohl Anfängern wie Fortgeschrittenen vielseitige Trainingsmöglichkeiten bieten. Neben ausdauerorientierten Kursen wie Aerobic, Step-Aerobic und Spinning sollte auch gezielte Kräftigungsgymnastik, wie die sog. "Bauch-Beine-Po-Kurse" (Problemzonentraining), Wirbelsäulengymnastik oder Pump (Langhanteltraining) angeboten werden. Ein besonderer Bonus können Angebote im Bereich Entspannungsverfahren (z.B. Autogenes Training), ganzheitliche Techniken (z.B. Yoga), Kampfsport (z.B. Karate) oder auch Mischformen sein, z.B. Tai Chi (Elemente aus Kampfsport und Meditation) oder Tai Bo (aus dem Kampfsport abgeleitete Bewegungsübungen, die Kraft, Ausdauer und Koordination stärken).

Fühle ich mich wohl?

Ob ein Fitness-Studio gut ist, lässt sich nicht nur am Programm und der fachlichen Betreuung erkennen, auch die Atmosphäre ist wichtig. Ist der Umgang der Mitglieder untereinander locker und vertraut? Kommt man mit den anderen Trainierenden leicht ins Gespräch? Bietet das Studio vielleicht auch außerhalb der Öffnungszeiten noch Aktivitäten an, wie z.B. gemeinsame Unternehmungen, Ski-Freizeiten, Weihnachtfeiern und Ähnliches? Achten sie auf den Umgangston im Studio und sprechen sie die bereits dort Trainierenden an. Achten sie darauf, ob sie vom Servicepersonal freundlich empfangen werden. Fragen sie nach, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten das Studio besonders stark frequentiert ist und ob es dann noch möglich ist, in Ruhe zu trainieren. Achten sie darauf, dass die Öffnungszeiten für sie optimal sind.

Sehr wichtig: Preise und Verträge

Was für die Leistungen des Studios gilt, gilt auch für die Beiträge: Ein Vergleich lohnt sich. Trotzdem hat in der Regel Qualität ihren Preis, denn das Studio muss gutes Personal auch finanzieren können. Bevor sie einen Ve rtrag unterschreiben, lesen sie aufmerksam die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Achten Sie besonders auf die Vertragslaufzeiten. Die meisten Fitnessstudios haben niedrigere Monatsbeiträge, wenn über einen längeren Zeitraum abgeschlossen wird.

Was die Kündigung bzw. Verlängerung eines Vertrages betrifft, steht seit Beginn des Jahres 1997 fest, dass die Klausel wirksam ist, wonach sich Verträge jeweils um ein Jahr verlängern, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Viele Studios haben außerdem Klauseln in ihren Verträgen, die die Teilnehmer veranlassen sollen, auch dann den Monatsbeitrag zu zahlen, wenn sie die Leistungen des Studios nicht in Anspruch nehmen. Wenn der Kunde nicht trainieren will, ist das in Ordnung. Ist er jedoch aus gesundheitlichen Gründen oder durch Wohnortwechsel am Training gehindert, sind diese Klauseln laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs ungültig.

Bedenken Sie, dass bei Fitnessstudios die Ihren Beitrag halbiert haben und diesen dann zweiwöchentlich abbuchen, der Gesamtjahresbeitrag höher ist als bei monatlicher Zahlungsweise, da 12 Monate 48 Wochen entsprechen und bei 2 wöchiger Zahlungsweise 52 Wochen bezahlt werden. Achten sie auf zusätzliche Kosten wie sie z.B. durch Aufnahmegebühren, Probetraining, Verlaufstests und für die Erstellung eines Trainingsplanes erhoben werden können.

Aktualisiert: 03.03.2016 – Autor: Ina Mersch

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