Handball – Beliebte Mannschaftssportart

Handball © istockphoto, LimesMedia_eu

Neben Fußball erfreut sich Handball in Deutschland großer Beliebtheit. Nachdem das Sommermärchen der Fußballer 2006 knapp gescheitert war, machten die Handballer das Wintermärchen 2007 mit dem Sieg bei der Handball-WM wahr. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" lautete das Motto der Jungs um Nationaltrainer Heiner Brand – und mit dem Sieg verschaffte sich die Mannschaft Kultstatus. Doch nicht nur bei Jungen und Männern ist Handball populär – auch bei Frauen steht die Teamsportart hoch im Kurs.

Frauensport Handball?

Schließlich wurde Handball ursprünglich als Frauensport konzipiert – als Gegenpol zum "harten Männersport" Fußball. 1915 hatte der Oberturnwart Max Heiser zu diesem Zweck das Mädchenspiel "Torball" entworfen. Dabei griff er auf erste Regeln zurück, die der Däne Holger Nielsen 1906 aufgeschrieben hatte, als sich aus verschiedenen, teilweise bereits in der Antike bekannten Vorläuferspielen, erstmals ein Spiel entwickelte, bei dem ein Ball in ein Tor geworfen wurde .

Im Jahr 1919, zwei Jahre nach der Umbenennung in "Handball", gab der Turnlehrer Carl Schelenz dem Spiel seine heutige Form als körperbetonten Sport, allerdings damals noch als Feldhandball. Erst die Skandinavier trieben die Entwicklung vom Handball zum vornehmlichen Hallensport aufgrund widriger Wetterverhältnisse voran.

Beim Handball zählt die Taktik

Jede Handball-Mannschaft besteht aus einem Torhüter und sechs Feldspielern. Handball-Fans wissen das strategische Spiel zu schätzen. In der Tat spielt die Taktik beim Handball eine große Rolle.

Das Regelwerk ist umfangreich und das Spiel schnell: 

  • Da der Spieler den Ball außer beim Dribbeln nur drei Sekunden in der Hand halten darf, sind schnelles Handeln, Konzentration und Teamwork gefragt.
  • Weil Handball mit großer Geschwindigkeit und mit viel Körpereinsatz gespielt wird, schult es vor allem Ausdauer, Aufmerksamkeit, Kraft und Fitness.
  • Nach dem Dribbeln darf ein Spieler maximal drei Schritte laufen, dann muss er den Ball abgeben oder aufs Tor werfen.
  • Beim Torwurf darf der Kreis vor dem Handball-Tor nicht betreten werden.
  • Als Strafe oder auch bei Unentschieden nach zweimaliger Verlängerung wird das Siebenmeterwerfen praktiziert.

Handball bei Olympia, EM und WM

Außerhalb Europas ist Handball relativ unbekannt – und auch in Großbritannien und den Beneluxstaaten zählt es nicht zu den beliebtesten Sportarten. In Ost-, Nord- und Südeuropa hingegen ist das Interesse ungebrochen: Das TV überträgt Handball live und verzeichnet bei großen Turnieren hohe Zuschauerzahlen.

Dabei blickt Handball-Deutschland auf eine große Tradition zurück: Die erste Handball-WM wurde 1938 in Berlin ausgetragen, und das deutsche Team ging sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball als Sieger vom Platz. Bei den Olympishen Spielen konnte sich zwei Jahre zuvor bereits die deutsche Feldmannschaft durchsetzen.

Nach der Austragung der ersten deutschen Handballmeisterschaft 1948 und der Gründung des Deutschen Handball Bundes (DHB) im darauffolgenden Jahr, erkämpfte sich die deutsche Nationalmannschaft bald eine vorrangige Stellung im europäischen Vergleich. Die Herren- als auch die Damenauswahl nehmen regelmäßig bei Handball-WM- und Handball-EM-Turnieren teil und starten ebenso häufig bei den Olympischen Spielen.

National wurde 1966 die Handball Bundesliga der Herren gegründet, die Einführung der Damen-Handball-Bundesliga erfolgte 1975.

Prävention vor Verletzungen beim Handball

Beim Handball kommt es zu vielen Zweikämpfen, wodurch dieser Sport als sehr körperbetont eingestuft wird. Verletzungen oder Gliederschmerzen bleiben dabei oft nicht aus. Besonders häufig treten Probleme in der Schulter sowie Verletzungen am Knie oder Sprunggelenk auf. 

Folgende Maßnahmen können helfen, Verletzungen beim Handball zu vermeiden:

  • Insbesondere Frauen haben laut einer Studie der Universität Kiel beim Handball ein größeres Verletzungsrisiko des Kreuzbandes (zum Beispiel: Kreuzbandriss), was beim Aufwärmtraining Berücksichtigung finden sollte. 
  • Sehr wichtig zur Vermeidung von Verletzungen im Handball ist die Stärkung der muskulären Gelenkkontrolle, vor allem der funktionellen Stabilisierung des Kniegelenks. 
  • Auch Übungen zur Bewegungskontrolle, zum Körperschwerpunkt und der richtigen Fußposition dürfen im Handballtraining nicht fehlen. 

Gesundheits-Tipps für Handball-Spieler

Generell ist das Risiko, sich zu verletzen, bei ungeübten Spielern größer. Zu einem Bänderriss kann es im Eifer des Gefechts leicht kommen. Auf die richtige Ausrüstung wie Knieschoner und besonders die passenden Schuhe sollte daher auch ein Handball-Anfänger nicht verzichten.

Um Überlastungsschäden zu vermeiden, sollte jeder Handballer sein Trainings- und Spielpensum langsam steigern. Auch hier gilt: Bei Beschwerden mit dem Training aussetzen und einen Arzt aufsuchen. Viele Schäden können sonst chronisch werden, wie auch Profispieler wissen.

Bei großen und wichtigen Handball-Turnieren wird deshalb in den Medien teils kritisiert, dass viele Spieler zu Schmerzmitteln wie Diclofenac greifen müssten, um dem hohen Pensum im Handball gerecht zu werden.

Aktualisiert: 02.11.2018 – Autor: Daniela Heinisch

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