Finger weg von Ungarn

Finger weg von Ungarn

Hier mal mein Erfahrungsbericht aus Ungarn.
Ich war im Januar 2018 zu einer ersten Untersuchung bei Frau Sedlmeier in Budapest. Auf Grund ihrer eingeschränkten deutschen Sprachkenntnisse hege ich Zweifel, dass es sich wirklich um eine deutsche Zahnärztin handelt.
Frau Sedlmeier schlug vor eine grössere Lücke im Oberkiefer mit einem Implantat inklusive Knochenaufbau zu schliessen. Da die Zähne am Rand der Lücke bereits überkront waren, fragte ich, ob denn nicht auch eine Brücke ginge? Dies bejahte sie mit sichtbarem Zähneknirschen. Damit war das Implantat an der Stelle vom Tisch.
Insgesamt wurde mir eine Behandlung von Ober- und Unterkiefer in zwei Sitzungen von jeweils etwas mehr als einer Woche vorgeschlagen. Dabei sollten die unteren Zähne abgeschliffen werden und hoch gesetzt werden. Im Oberkiefer sind bis auf zwei Zähne sowieso nur Kronen bei mir vorhanden. Hier sollten die teilweise schon sehr alten Kronen ersetzt werden, die genannte Brücke erstellt und die verbleibenden Zähne abgeschliffen und überkront werden. Die erste Sitzung für den Oberkiefer sollte 10 Tage dauern.
Sitzung 1:
Ich kam früh in die Praxis und wollte noch einige Details der Behandlung besprechen. Nach wenigen Fragen bemerkte ich eine gewisse Ungeduld bei Frau Sedlmeier und dann der Kommentar, dass sei doch alles besprochen. Sie wolle anfangen. Sie begann dann im Oberkiefer alle alten Kronen zu entfernen (mit teilweise ziemlich roher Gewalt) und die zwei Schneidezähne herunter zu schleifen. Nach der vierstündigen Behandlung bekam ich ein Provisorium.
vier Tage später setzte sie die erstellten Kronen ein. Die viergliedrige Brücke war viel zu hoch. Sie versuchte es mit Schleifen der gegenüberliegenden Zähne (!), die Brücke passte trotzdem nicht und musste neu erstellt werden. Die gegenüberliegenden Zähne musste sie am Folgetag mit Füllungen versehen, da ihre Schleifaktion den Nerv freigelegt hat.
Am vorletzten Tag wurde von einem hinzugezogenen Chirurg im Unterkiefer ein Zahn gezogen und durch ein Implantat ersetzt. Der Chirurg verwendete keine Schablonen oder ähnliche Hilfsmittel um das Implantat korrekt zu setzen,
Am letzten Tag wurde die korrigierte Brücke eingesetzt und ich sollte 6 Monate später für die Weiterbehandlung des Unterkiefers wiederkommen. Eine Bissprobe des gesamten Ergebnisses wurde nicht vorgenommen.
Auf Grund der nun geschilderten Folgen habe ich die Behandlung abgebrochen:
1. Die Brücke fiel nach einer Woche das erste Mal heraus und 6 Monate später ein zweites Mal.
2. Die Krone auf einem heruntergeschliffenen Eckzahn verursachte kurze Zeit später starke Schmerzen. Sie sass nicht richtig, fiel ebenfalls heraus und musste neu eingesetzt werden. Das "Hütchen" welches Frau Sedlmeier geschliffen hatte, war nach Angaben des Zahnarztes zu klein und die Krone hatte zuviel Luft zum "Hütchen." Die Krone war somit fehlerhaft.
3. Der Biss musste durch Schleifarbeiten nachträglich angepasst werden, da das Fremdkörpergefühl nicht verschwandt.
Nach dem Abbruch habe ich einen deutschen Zahnarzt für die Weiterbehandlung des Implantates ausgewählt.
1. Das Implantat wurde zu tief eingesetzt. Es hatte sich Knochen über dem Implantat gebildet (2 mm). Dieser musste weg geschliffen werden, was in der Folge sehr schmerzhaft war.
2. Das Implantat sitzt leicht schief. Die Brücke (auf einem zweiten bereits vorhandenem Implantat), welche auf das Implantat gesetzt wurde, liess sich nur schwer positionieren
3. Es wurde ein exotischer Hersteller (alpha biodent) gewählt. Das Werkzeug für die Weiterbehandlung musste der deutsche Zahnarzt zu hohen Kosten erst beschaffen.

Mir ist es rätselhaft, wie die x-fachen positiven Bewertungen für Zahnärzte in Ungarn zustande kommen? Ich kann diese nicht nachvollziehen und habe einen bestimmten Verdacht wie diese zustande kommen. Ich für meinen Teil werde nie wieder einen Fuss in eine ausländische Zahnpraxis setzen.

  • Beitrag vom 23.01.2019 - 13:37

  • Autor:

    noforeign