Riesenbärenklau
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Bärenklau – Verbrennung durch giftigen Riesenbärenklau & Co.

Von: Jasmin Rauch (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 21.06.2022 - 15:14 Uhr

Der Bärenklau ist eine Pflanze, die für ihre weißen Blüten bekannt ist – und für die Verbrennungen und Verletzungen, die er bei Hautkontakt auslösen kann. In heimischen Gefilden begegnet man zwei Arten: Dem Wiesenbärenklau und dem Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt. Beide Pflanzen sind giftig, unterscheiden sich jedoch in der Schwere der verursachten Verletzungen. Wie Sie Riesenbärenklau und Wiesenbärenklau erkennen, mit welchen anderen Pflanzen die Möglichkeit einer Verwechslung besteht, was Sie beim Kontakt mit Bärenklau tun müssen und welche Verletzungen durch Bärenklau entstehen, erfahren Sie hier.

Was ist Bärenklau?

Bärenklau (Heracleum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Doldenblütler. Ihren Namen trägt die Pflanze, weil die leicht behaarten Blätter des Wiesenbärenklaus an Bärenkrallen, also Bärenklauen, erinnern.

In Europa kommen der Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium L.) und der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) vor. Der lateinische Name der Pflanze sowie die weiteren deutschen Bezeichnungen des Riesenbärenklaus, Herkulesstaude oder Herkuleskraut, sind an den griechischen Sagenhelden Heracles angelehnt. Damit beziehen sie sich auf die enorme Wuchshöhe der Pflanze.

Während der Wiesenbärenklau ursprünglich aus Europa stammt, handelt es sich beim Riesenbärenklau um eine eingeschleppte Art aus dem Gebiet des Kaukasus. Aus diesem Grund bezeichnet man Riesenbärenklau auch als einen Neophyten (von der altgriechischen Bezeichnung neo = neu, phytón = Pflanze). Mittlerweile ist die Herkulesstaude in ganz Europa vertreten, mit Ausnahme der mediterranen und polaren Gebiete.

Bärenklau wächst bevorzugt an Wald- und Uferrändern, aber auch in Gärten ist er zu finden.

Der Riesenbärenklau im Überblick

Ist Bärenklau giftig?

Beide Arten von Bärenklau enthalten bestimmte Pflanzenstoffe, sogenannte Furocumarine. Mit diesen schützt sich der Bärenklau vor Fressfeinden. Die Furocumarine sind Bestandteil des Pflanzensafts. Werden Stängel, Blüten oder Blätter des Bärenklaus verletzt, beispielsweise beim Pflücken, können die Stoffe über den Saft auf die Haut gelangen. Auch getrocknete Blüten, Blätter und Samen enthalten noch Furocumarine.

Kommen diese in Kontakt mit UV-Strahlen, also mit Sonnenlicht, entsteht eine phototoxische Reaktion. Dabei kommt es zu Hautreaktionen, die sehr schmerzhaft sein können. Optisch erinnern sie an Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

Obwohl beide Arten Furocumarine enthalten, ist es hier dennoch wichtig, zwischen Wiesenbärenklau und Riesenbärenklau zu unterscheiden. Denn Wiesenbärenklau enthält deutlich weniger Furocumarine als sein größerer Verwandter und gilt damit als weniger gefährlich.

Bärenklau: "Verbrennung" durch die Pflanze

Die Hautreizungen, die Wiesenbärenklau verursacht, fallen in der Regel deutlich harmloser aus als nach der Berührung von Riesenbärenklau und zeigen sich als leichte Rötungen und Schwellungen der Haut.

Die Beschwerden, die nach dem Kontakt mit Riesenbärenklau auftreten können, sind schwerwiegender. Folgende Symptome können durch Riesenbärenklau auf der Haut auftreten:

  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Schwellungen
  • Bildung von Blasen ("Verbrennung")
  • Ausschlag

Zudem kann es durch das Einatmen der enthaltenen ätherischen Öle zu Übelkeit und einer Reizung der Schleimhäute kommen.

Die Beschwerden treten oftmals zeitlich verzögert auf – bisweilen erst zwei bis drei Tage nach dem Kontakt mit der Pflanze.

Was tun bei Kontakt mit der Herkulesstaude?

Kam es zum Kontakt mit Riesenbärenklau (oder auch Wiesenbärenklau), sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • Waschen Sie die betroffenen Hautstellen gründlich mit Wasser und Seife.
  • Meiden Sie die Sonne für mindestens zwei Tage.
  • Verzichten Sie darauf, schwimmen zu gehen.
  • Wenden Sie auf der betroffenen Stelle Sonnencreme an.
  • Sind bereits Hautreaktionen sichtbar, können die betroffenen Stellen beispielsweise durch kalte Kompressen gekühlt werden.

Sind größere Hautareale betroffen oder sind die Schmerzen oder Hautreizungen sehr stark, sollte in jedem Fall ärztlicher Rat gesucht werden – auch, um die Bildung von Narben durch schlechtes Abheilen der Verletzung zu verhindern. Bis zur Abheilung der Verletzung nach dem Kontakt mit Riesenbärenklau kann es mehrere Wochen dauern.

Hautreaktionen vorbeugen

Verletzungen durch Bärenklau kann vor allem dadurch vorgebeugt werden, dass man den Kontakt mit der Pflanze meidet. Vor allem Kinder sollten deshalb auch über die Gefahren aufgeklärt werden, da insbesondere der giftigere Riesenbärenklau durch seine beeindruckende Größe gerne zum Spielen genutzt wird.

Lange Kleidung kann zusätzlich davor schützen, dass Furocumarine auf die Haut gelangen.

Wiesen- und Riesenbärenklau erkennen und unterscheiden

Da der Kontakt mit Bärenklau nicht ungefährlich ist, ist es hilfreich, die Pflanze möglichst genau bestimmen zu können. Dabei gibt es zwischen Wiesen- und Riesenbärenklau ein paar optische Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Beide Arten von Bärenklau haben folgende Merkmale gemeinsam:

  • kantige, behaarte und hohle Stiele
  • kleine Blüten, die als große Dolden angeordnet sind
  • Blüten sind in der Regel weiß, selten beim Riesenbärenklau hellrosa
  • unangenehmer Geruch

Anhand folgender Kennzeichen lassen sich Wiesen- und Riesenbärenklau unterscheiden:

  • Riesenbärenklau erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 Metern, Wiesenbärenklau wird maximal 1,50 Meter groß.
  • Beim Riesenbärenklau treten am Stiel rote Flecken auf.
  • Die Blätter des Riesenbärenklau wirken länglich, die des Wiesenbärenklau eher rundlich.

Schafgarbe und Giersch: Verwechslung mit Bärenklau vermeiden

Aufgrund der ähnlichen Blüten kann Bärenklau mit der ungefährlichen und als Heilkraut verwendeten Schafgarbe verwechselt werden. Achtet man auf die Form der Blätter, kann man dieser Verwechslungsgefahr jedoch leicht aus dem Weg gehen: Die Blätter der Schafgarbe sind sehr viel schmaler, feiner und "fiederteilig", sie erinnern also an Federn. Besteht Unsicherheit, ob es sich bei dem Kraut wirklich um Schafgarbe handelt, sollte die Pflanze vorsichtshalber nicht gepflückt werden.

Giersch breitet sich oft hartnäckig in vielen Gärten aus und kann auf den ersten Blick mit dem Wiesenbärenklau verwechselt werden. Die Blätter des Gierschs sind jedoch nicht unterteilt und haben lediglich kleine Zacken an den Rändern.

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Riesenbärenklau entfernen

Riesenbärenklau hält sich recht hartnäckig – am besten lässt sich der Bärenklau bekämpfen, wenn im Frühjahr oder Herbst die oberste Wurzelschicht (circa 15 Zentimeter im Erdreich) entfernt wird. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Blütendolden abzuschneiden, bevor sie Samen ausbilden können. Der Bärenklau sollte jedoch nicht vor der Blütenbildung beschnitten werden – sonst treibt er einfach wieder aus. Blütezeit des Riesenbärenklau ist von Juni bis Juli.

Will man Bärenklau entfernen, gilt: Arme, Beine und Hände sollten gut bedeckt sein. Auch die Augen sollte man schützen, da der Pflanzensaft dort ebenfalls Reizungen auslösen kann.

Die Pflanzenreste sollten sicher entsorgt werden (beispielsweise in der Mülltonne und nicht auf dem Komposthaufen), sodass kein zufälliger Hautkontakt mehr entstehen kann.

Ist Riesenbärenklau meldepflichtig?

Für Riesenbärenklau besteht keine Meldepflicht. Bemerkt man jedoch insbesondere an viel besuchten Ortenden Riesenbärenklau, kann man sich in vielen Städten und Gemeinden an die zuständigen Stellen in der Verwaltung wenden. Diese können dem Hinweis dann bei Bedarf nachgehen und gegebenenfalls die passenden Bekämpfungsmaßnahmen einleiten, um die Pflanzen zu entfernen.