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Insektengiftallergie

Insektengiftallergie gegen Wespen © Pezibear (Pixabay)

Bei einem Bienen- oder Wespenstich gibt das Insekt sein Gift in die menschliche Haut ab. Um die Einstichstelle kommt es zu Rötungen, Schwellung oder Juckreiz. Diese Hauterscheinungen sind zwar schmerzhaft, heilen aber in den meisten Fällen schnell wieder ab. Allerdings gibt es gefährliche Ausnahmen. Laut Ärzteverband der Immunologen reagieren in Deutschland etwa 3 % der Erwachsenen allergisch auf Insektenstiche – allen voran die von Wespen, gefolgt von Bienen. Stiche von Hornissen, Hummeln, Mücken und Bremsen führen seltener zu allergischen Reaktionen.

Eine Insektengiftallergie kann lebensbedrohlich sein

Bei den 2,5 Millionen Betroffenen kann ein einziger Stich lebensgefährlich sein. Bei der Insektengiftallergie reagiert des körpereigenen Abwehrsystems überschießend: Nach dem ersten Stich wird ein Abwehrmechanismus in Gang gesetzt, bei dem zahlreiche Antikörper speziell gegen dieses Gift gebildet werden.

Gelangt dieses bei einem erneuten Stich wieder in den Körper, läuft das Immunsystem Amok: Es lässt die Antikörper in Massen ausschwärmen, um das vergleichsweise harmlose Gift zu eliminieren. Die Folge ist eine massive Abwehr- und Entzündungsreaktion, die wenige Minuten nach dem Stich beginnt und den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen kann.

Jährlich endet diese Überreaktion bei rund 20 Menschen in Deutschland tödlich. Besonders häufig sind solche Fälle im Spätsommer in Zeiten der Obsternte – die Ende August/Anfang September geschlüpften Wespen sind dann auf Nahrungssuche und damit besonders aggressiv.

Da eine Insektengiftallergie lebensbedrohlich sein kann, muss der Betroffene nach einem Stich sehr schnell ärztlich betreut werden. Um bei erneuten Insektenstichen prompt selbst reagieren zu können, wird der Arzt dem Patienten zusätzlich eine Notfallapotheke zusammenstellen.

Reaktion auf Insektenstiche

Die Reaktionen des Körpers setzen meist schon Sekunden bis Minuten nach dem Stich ein. Bei nicht-allergischen Menschen entsteht rund um die Einstichstelle eine kleine gerötete Schwellung (bis zu 10 cm Durchmesser), die juckt und spannt oder schmerzt. Diese Schwellung bildet sich normalerweise innerhalb einer Stunde zurück und ist am nächsten Tag ganz verschwunden.

Ausnahme: gleichzeitige Stiche von vielen Insekten (mehr als 50 bei Kindern und 100 bei Erwachsenen) oder Stiche im Kopf- oder Halsbereich können auch bei nicht sensibilisierten Menschen lebensbedrohlich sein.

Insektengiftallergie: Symptome

Bei Allergikern ist typisch, dass zum einen die lokalen Veränderungen an der Einstichstelle besonders ausgeprägt sind (große Quaddeln, flächenhafte Rötung) und sich weiter ausbreiten (starker Juckreiz, Schwellung, Brennen und Rötung am ganzen Körper, Schwellungen an Hals und Gesicht), zum anderen allgemeine Beschwerden auftreten – als Zeichen, dass der Gesamtorganismus betroffen ist. Dazu gehören:

Dies sind ernst zu nehmende Warnzeichen, dass sich eine Notfallsituation entwickeln kann, ein anaphylaktischer Schock. Dieser ist durch einen lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps mit stark beschleunigtem Puls und drohender Bewusstlosigkeit gekennzeichnet. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Aktualisiert: 16.08.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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