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Insektengiftallergie – was tun?

Auch ohne eine Insektengiftallergie kann ein Insektenstich unangenehm sein. Für Allergiker kann ein solcher Stich jedoch lebensbedrohlich sein. Deshalb gilt es, im Ernstfall schnell zu reagieren. Was bei einem Stich zu tun ist, wie eine Hyposensibilisierung helfen kann und wie Sie sich am besten vor einem Insektenstich schützen können, erfahren Sie im Folgenden.

Was tun nach einem Insektenstich?

Sind Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gestochen worden, gilt zunächst: keine Panik.

  • Entfernen Sie den Stachel möglichst schnell, aber vorsichtig – am besten mit einer Pinzette, notfalls auch durch Abkratzen.
  • Kühlen Sie die Stelle danach mit Eiswürfeln oder kaltem Wasser.
  • Antiallergische Salben können den Juckreiz lindern, auch eine aufgeschnittene Zwiebel, auf den Stich gepresst, leistet gute Dienste.
  • Falls Sie eine homöopathische Hausapotheke haben, sollte Apis das Mittel der Wahl sein.

Erste Maßnahmen bei bekannter Insektengiftallergie

Falls bei Ihnen eine Allergie bekannt ist, gelten nach einem Stich folgende Maßnahmen:

  • Wenden Sie sofort Ihr vom Arzt verordnetes Notfallset an.
  • Legen Sie sich auf den Rücken, lagern Sie die Beine hoch.
  • Verständigen Sie gegebenenfalls den Notarzt.

Allgemein sollte nach jeder – auch noch so geringen – allergischen Reaktion ein Arzt aufgesucht werden. Nehmen Sie aber eine Begleitperson mit – Sie könnten bewusstlos werden!

Was tun bei bekannter Insektengiftallergie?

Ist schon einmal eine Allergie aufgetreten, verschreibt der Arzt ein Notfallset, mit dem der Betroffene vor Ort direkt reagieren kann. Es enthält vor allem eine Spritze oder ein Spray mit Adrenalin zur Bekämpfung der Atem- und Kreislaufbeschwerden, sowie Kortison und Antihistaminika.

Viele Menschen sind sich nicht der potenziellen Gefahr einer Allergie bewusst und suchen nicht oder erst spät einen Arzt auf. Falls sich bei Ihnen nach dem Stich einer Wespe, Biene oder Hornisse schon einmal gerötete Schwellungen gebildet haben, starker Juckreiz aufgetreten ist oder Sie sogar Kreislaufprobleme (Schwäche, Benommenheit, Schwindel), Übelkeit oder ein Engegefühl entwickelt haben, sollten Sie sich auf jeden Fall vorbeugend an einen allergologisch versierten Arzt wenden.

Hyposensibilisierung gegen Insektengift

Eine etablierte Möglichkeit der Behandlung bei einer Bienen- oder Wespengiftallergie ist die Hyposensibilisierung, die auch als spezifische Immuntherapie (SIT) oder Allergie-Impfung bezeichnet wird. Der Arzt macht zuerst einen Allergietest, um genau herauszufinden, worauf der Patient allergisch reagiert. In einer anschließenden Beratung wird entschieden, ob eine Hyposensibilisierung in Frage kommt.

Bei dieser Methode wird das entsprechende Gift in stark verdünnter Form in langsam steigender Dosierung unter die Haut gespritzt (subkutane Immuntherapie = SCIT) beziehungsweise – als neuere Methode – unter die Zunge geträufelt (sublinguale Immuntherapie = SLIT). Dadurch wird das Immunsystem angeregt, Antikörper gegen das Gift zu bilden. So reagiert der Organismus mit der Zeit immer unempfindlicher darauf.

Ziel der Hyposensibilisierung ist es, die Empfindlichkeit des Allergikers auf Insektengift zu senken und möglichst lang haltenden Schutz zu gewährleisten. Der Therapieerfolg bei Wespen- und Bienengiftallergie liegt bei 90 %.

11 Tipps zum Schutz vor Insektenstichen

Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zu einem Stich kommt. Diese Tipps helfen Ihnen, einem Insektenstich vorzubeugen:

  1. Machen Sie keine hektischen Bewegungen, wenn sich eine Biene oder Wespe nähert und pusten Sie die Tiere nicht an.
  2. Gehen Sie im Gras nicht barfuß, denn Bienen und Wespen halten sich gerne am Boden auf.
  3. Schützen Sie sich vor Insektenstichen mit langärmeligen Kleidungsstücken und Hosen.
  4. Vorsicht bei offenen Getränkedosen – es könnte sich eine Biene oder Wespe darin verirrt haben. Für Gläser und Becher gibt es im Handel spezielle Aufsätze, um das zu vermeiden.
  5. Stark duftende Kosmetika ziehen Insekten ebenso an wie Schweiß.
  6. Vermeiden Sie grelle Farben und Blumenmuster auf Kleidern – auch diese locken Insekten an.
  7. Süßigkeiten sollten nach dem Essen sofort wieder weggeschlossen werden.
  8. Tragen Sie immer insektenabweisende Mittel auf, bevor Sie ins Freie gehen.
  9. Abfallkörbe im Freien locken Bienen und Wespen an.
  10. Fenster in Ihrem Schlafzimmer geschlossen halten oder Insektengitter anbringen.
  11. Seien Sie vorsichtig beim Obstpflücken, da Wespen sich häufig in der Nähe von Fallobst aufhalten.

Vorsicht sollten Sie vor allem mit Kindern walten lassen. Erklären Sie auch Ihnen, was im Umgang mit Insekten zu beachten ist.

Als Allergiker müssen Sie in den Sommermonaten immer Ihre Notfallapotheke mitnehmen. Sie sollten sicher sein in ihrer Anwendung – lassen Sie sich sonst noch einmal von Ihrem Arzt einweisen. Informieren Sie Familie, Freunde und Kollegen von Ihrer Allergie und erklären Sie ihnen, was im Notfall zu tun ist.

Aktualisiert: 16.08.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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