Milcheiweißallergie, Nussallergie & Co. – häufige Nahrungsmittelallergien

Ob Nussallergie, Weizenallergie oder Sojaallergie: Allergien gegen Nahrungsmittel können verschiedene Ursachen haben. Isolierte Nahrungsmittelallergien sind selten und kommen besonders häufig bei Babys und kleinen Kindern vor. Doch auch Erwachsene können davon betroffen sein. Bei einer isolierten Nahrungsmittelallergie reagiert der Körper mit der Bildung von sogenannten IgE-Antikörpern auf bestimmte Proteine (Eiweiße) in Lebensmitteln – die Folge sind allergische Reaktionen. Davon zu unterscheiden sind sogenannte Kreuzallergien, die durch eine bestehende Allergie auf etwas anderes, zum Beispiel Pollen, ausgelöst werden.

Nicht zu verwechseln sind Lebensmittelallergien mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der fehlende Enzyme dafür sorgen, dass einige Lebensmittel im Magen-Darm-Trakt nicht richtig verarbeitet werden können. Was Sie über besonders häufige Nahrungsmittelallergien wissen müssen und was es mit Kreuzallergien auf sich hat, erfahren Sie in dieser Fotostrecke.

Ausführliche Informationen über Symptome, Diagnose und Behandlung von Lebensmittelallergien finden Sie hier.

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Nussallergie und Erdnussallergie

Frau mit Nussallergie isst Nüsse © Getty Images/turk_stock_photographer
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Eine isolierte Nahrungsmittelallergie auf Nüsse oder Erdnüsse fällt häufig sehr schwer aus. Bei Nussallergien handelt es sich in Deutschland vor allem um Allergien auf Hasel- und Walnüsse. Auch Allergien gegen Erdnüsse sind möglich, diese zählen streng genommen jedoch nicht zu den Nüssen, sondern zu den Hülsenfrüchten.
Erdnussallergien werden gehäuft in den USA und Großbritannien registriert, mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland eine größere Anzahl Betroffener. Typisch sind besonders heftige allergische Symptome – Erdnüsse und Haselnüsse sind die häufigsten Verursacher eines anaphylaktischen Schocks.

Viele Lebensmittel enthalten Nüsse ganz, gerieben oder in Spuren. Beispiele für nusshaltige Lebensmittel sind unter anderem Brotaufstriche, Pralinen, Käse, Wurst oder Gebäck.

Neben der isolierten Nussallergie entstehen allergische Reaktionen insbesondere bei Haselnüssen und Mandeln häufig durch Kreuzreaktionen mit Pollen. Die Symptome sind dann in aller Regel aber deutlich milder.

Milcheiweißallergie – häufig bei Babys

Baby mit Kuhmilchallergie © Getty Images/JohnAlexandr
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Bei einer Milcheiweißallergie reagiert der Körper allergisch auf das in Milchprodukten enthaltene Milcheiweiß. Dieses unterscheidet man in Kasein und verschiedene Molkeneiweiße. Kasein ist bis 120 Grad hitzebeständig, wohingegen Molkeneiweiße ab circa 70 Grad zerstört werden. Deshalb vertragen manche Menschen mit Milcheiweißallergie hocherhitzte Milchprodukte. Besteht eine reine Kuhmilchallergie, können zudem Lebensmittel aus Schaf- oder Ziegenmilch vertragen werden.

Insbesondere im frühen Kindesalter kommt es häufiger zur Milchallergie. Etwa zehn Prozent der Säuglinge sind davon betroffen. Symptome einer Kuhmilchallergie bei Babys sind häufig Koliken, Durchfall oder Verstopfung, aber auch eine laufende Nase, Husten oder schuppige Haut. Die Beschwerden können auch auftreten, wenn die stillende Mutter Milchprodukte zu sich genommen hat.

In der Regel "verwächst" sich diese Allergie im Laufe der Zeit, sodass sie bei Erwachsenen nur selten vorkommt. Die Ursachen dafür werden aktuell noch erforscht.

Hühnereiweißallergie: Allergie auf Eier

Mann mit Hühnereiweißallergie © Getty Images/The Good Brigade
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Leidet man an einer Allergie auf Hühnereiweiß, lösen die in Hühnereiweiß und (seltener) im Eigelb enthaltenen Eiweißproteine allergische Reaktionen aus. Umgangssprachlich wird die Hühnereiweißallergie häufig auch Eiweißallergie genannt. Diese Bezeichnung kann aber zu Verwechslungen führen. Auf vielen Nahrungsmitteln ist nämlich der Eiweißgehalt in der Nährwerttabelle vermerkt. Diese Angabe bezieht sich aber nicht auf Hühnerweiß. Wurde dieses verwendet, ist das gesondert in der Zutatenliste angegeben.

Auch einige Impfstoffe können bei einer Hühnereiweißallergie Beschwerden hervorrufen, wenn zur Produktion Hühnerembryonen oder Zellen von Hühnerbindegewebe verwendet wurden. Dies betrifft unter anderem Vakzine gegen Influenza, Gelbfieber und Masern-Mumps-Röteln. In der Regel kommt es nicht zu Beschwerden durch die Impfung. Bei bekannter, schwerer Allergie sollte aber vor der Impfung ärztliche Rücksprache gehalten werden.

Eine Hühnereiweißallergie kommt, ähnlich wie eine Milcheiweißallergie, vor allem bei jüngeren Kindern vor.

Weizenallergie

Frau mit Weizenallergie © Getty Images/VioletaStoimenova
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Auch gegen Weizen kann eine Allergie bestehen. Atmen Betroffene Mehlstaub aus Weizenmehl ein oder essen Produkte mit Weizen, können typische allergische Reaktionen, wie Ausschlag, juckende Schleimhäute oder Magen-Darm-Beschwerden, auftreten.

Abzugrenzen ist die Weizenallergie von der Weizenunverträglichkeit, der sogenannten Zöliakie. Dabei kommt es zu einer Intoleranz auf das im Weizen enthaltene Gluten. Eine Sonderform ist zudem das sogenannte "Bäckerasthma", bei dem der häufige Kontakt mit Mehlstaub eine Form von Asthma bronchiale auslösen kann.

Soja: Allergie gegen die Bohnen

Frau mit Sojaallergie schneidet Tofu © Getty Images/Nungning20
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Eine Sojaallergie tritt eher selten auf. Häufiger kommt es im Zusammenhang mit Soja zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die Bohne ist in vielen Produkten enthalten. Bei einigen ist der Sojaanteil offensichtlich, wie bei Sojasauce oder vielen vegetarischen Gerichten. Sojaproteine sind jedoch auch zum Teil in anderen Produkten enthalten, wie Brot, Würstchen oder Burger-Buletten. Allergiker*innen sollten auf die Kennzeichnung in der Zutatenliste achten. Ein Hinweis auf Soja sind auch enthaltene Produkte wie Miso, Kinako, Yuba oder die Kürzel E322 Lecithin (Soja) sowie E426 Sojabohnen-Polyose.

Allergie gegen Kaffee

Frau trinkt Kaffee trotz Allergie © Getty Images/juanma hache
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Allergien gegen Kaffee sind äußerst selten. In der Regel reagieren Menschen dann auf das im Kaffee enthaltene Koffein allergisch. Häufiger sind Unverträglichkeiten oder eine übermäßige Zufuhr von Koffein. Typische Beschwerden in diesem Zusammenhang sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen und Nervosität.

Allergie gegen Fisch oder Krustentiere

Frau mit Fischallergie isst Sushi © Getty Images/johnqsbf
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Die in Fisch enthaltenen allergieauslösenden Proteine sind besonders hitzebeständig. Das heißt, in der Regel können Menschen mit einer Fischallergie diesen auch nicht in zubereiteter Form essen. Grundsätzlich kommen allergische Reaktionen bei Salzwasserfischen häufiger vor als bei Süßwasserfischen. Personen mit einer starken Fischallergie sollten auch bei Eiern und Fleisch von Nutztieren aufpassen, da die Tiere potenziell Fischmehl zum Fressen erhalten.

Auch Allergien gegen Krustentiere, wie Hummer oder Krabben, können auftreten. Eine häufige Kreuzreaktion auf dieses Lebensmittel entsteht bei Personen, die an Hausstauballergie leiden.

Menschen mit Krustentierallergie sollten bei asiatischen Gewürzmischungen Vorsicht walten lassen, da diese bisweilen Bestandteile von Krustentieren enthalten.

Alkoholallergie

Sekt trotz Alkoholallergie © Getty Images/Joe Watts / EyeEm
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Ob es isolierte Alkoholallergien, also Allergien gegen Alkohol an sich (Ethanol) gibt, ist wissenschaftlich umstritten. Häufiger kommen Inhaltsstoffe des alkoholischen Getränks, wie Weintrauben, Erdbeeren oder Rückstände von Pestiziden, als Auslöser in Frage.

Alkohol hat zudem, je nach Sorte, einen hohen Histamingehalt. Der Botenstoff wird im Körper bei allergischen Reaktionen freigesetzt und kann diese damit verstärken. Besonders viel Histamin enthalten Sekt, Rotwein und bestimmte Biersorten. Auslöser der allergiebedingten Symptome ist also wohl nicht der Alkohol selbst.

Kreuzallergien: Allergie auf Äpfel, Tomaten & Co.

Lebensmittel, die Kreuzallergien verursachen © Getty Images/AtlasStudio
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Bei einer Kreuzallergie handelt es sich um eine Nahrungsmittelallergie, die durch eine andere, bereits vorliegende Allergie ausgelöst wird. Ähnelt ein Protein aus einem Nahrungsmittel dem eines anderen allergieauslösenden Stoffes, versucht das Immunsystem auch diese "Bedrohung" für den Körper zu bekämpfen. So kommt es beispielsweise bei einer Allergie gegen Birkenpollen zu entsprechenden Reaktionen gegen Apfel, Steinobst oder Tomate, bei Gräserpollen zu Allergien gegen Nüsse oder Hafer. Aber nicht nur Heuschnupfen, sondern beispielsweise auch eine Latexallergie, kann Kreuzreaktionen hervorrufen.

Die Symptome sind dabei häufig auf den Mundbereich begrenzt (beispielsweise Jucken am Gaumen, Hautrötungen am Mund) und betreffen seltener den gesamten Körper. Mehr zum Thema Kreuzallergie erfahren Sie hier.

Aktualisiert: 07.04.2022
Autor*in: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin