13 Tipps für eine perfekte Sonnenbrille

Frau mit Sonnebrille © rawpixel

Sonnenbrillen haben eine wichtige Schutzfunktion gegen die UV-Strahlung, sind aber zugleich auch ein beliebtes Mode-Accessoire. Doch beim Kauf einer Sonnenbrille sollten modische Aspekte keine so große Rolle spielen wie der Schutz der Augen. Die qualitativen Unterschiede bei der Vielzahl der angebotenen Modelle sind sehr groß. Viele Merkmale der Sonnenbrillen sind mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen. Daher kann eine qualifizierte augenoptische Beratung entscheidend sein. Was ist beim Kauf zu beachten und wie muss eine gute Sonnenbrille sitzen? Die folgenden 13 Tipps und Informationen erleichtern Ihnen die Orientierung beim Kauf einer Sonnenbrille.

1. Dunkle Gläser sind gefährlich

Gläser müssen vor ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) schützen. Solche ultraviolette Strahlung ist unsichtbar. Sie kann aber in entsprechender Intensität zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen.

Sonnenbrillen, die nur das sichtbare Licht dämpfen, schaden daher mehr als sie nützen. Sie setzen den natürlichen Schutzmechanismus des Auges außer Kraft, dessen Pupille sich bei Helligkeit normalerweise automatisch verkleinert und somit weniger Strahlung eindringen lässt.

Die Filterung der UV-Strahlung findet im Brillenglas statt und ist deshalb nicht vom Tönungsgrad abhängig. Nicht die am dunkelsten gefärbten Gläser schützen am besten, sondern die Sonnenbrille, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind.

2. UV-Schutz: Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "UV 400"?

Die Bezeichnung "UV 400" gibt die Wellenlänge an, unterhalb derer das ultraviolette Licht durch das Glas abgeblockt wird. Eine Brille mit dieser Kennzeichnung filtert also UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen, da deren Wellenlänge unter 400 Nanometern liegt. Sichtbares Licht hat eine Wellenlänge bis zu 780 Nanometer und dringt daher durch eine solche Sonnenbrille hindurch.

Achten Sie darauf, dass die Sonnenbrille mit dem Label "UV 400" (oder "100 Prozent UV-Schutz") gekennzeichnet ist. Dieser Wert ist beim Gebrauch im normalen Alltag in der Regel ausreichend. Am Meer, im Schnee oder im Gebirge kann sogar noch ein stärkerer Schutz nötig sein. Dann ist auch ein zusätzlicher Infrarotschutz empfehlenswert.

3. Lichtreduktion: Was versteht man unter Absorption?

Die Absorptionseigenschaft farbiger Brillengläser hängt von der Lichtreduktion ab. Das ist der Anteil an Licht, der durch das Glas beseitigt wird und damit nicht in das Auge gelangt. Bei einer Lichtreduktion von 65 Prozent gelangen also nur noch 35 Prozent des einfallenden Lichts in das Auge, 65 Prozent werden durch Absorption und Reflexion beseitigt.

In Mitteleuropa verwendet man Reduktionswerte zwischen 50 und 75 Prozent. In einer sehr hellen Umgebung, zum Beispiel am Strand oder in einer Schneelandschaft, sollte man höhere Reduktionsstufen von bis zu 85 Prozent verwenden.

Es werden verschiedene Blendschutzkategorien unterschieden. In unseren Breitengraden wird meist Kategorie 2 empfohlen. Sonnenbrillen dieser Kategorie filtern etwa 57 bis 82 Prozent des Lichts. Kategorie 0 filtert nur geringfügig, Kategorie 1 eignet sich eher für bewölkte Tage und Kategorie 3 kommt beim Strandurlaub, Wasser- oder Bergsport zum Einsatz. Bei Kategorie 4 dringen nur noch drei bis acht Prozent des Lichts durch – dies ist nur auf Gletschern und im Hochgebirge erforderlich.

4. Die Farbe der Gläser

Braune und graue Gläser verfälschen die Farbe der Seheindrücke am wenigsten. Bei allen anderen Glastönungen braucht das Auge eine gewisse Reaktionszeit, um die Farbe wieder neutralisieren zu können.

Die Gläserfarbe darf nach den DIN-Normen-Vorschriften die Erkennbarkeit der Lichter von Verkehrsampeln und des blauen Lichtes von Einsatzfahrzeugen nicht beeinträchtigen. Die Farbe hat keine Auswirkungen auf den UV-Schutz.

5. Was sind polarisierte Sonnenbrillen?

Polarisierte Sonnenbrillen sind mit einer speziellen Kunststoffbeschichtung versehen, durch die Lichteinstrahlung anders absorbiert wird. Der Vorteil im Vergleich zu normalen Sonnenbrillengläsern liegt darin, dass polarisierte Brillengläser mehr Kontrast und Klarheit bieten, weil Farben besser dargestellt und Spiegelungen ausgeblendet werden. So kann man mit ihnen beispielsweise besser Fische unter der Wasseroberfläche sehen, während man mit normalen Gläsern aufgrund der Oberflächenspiegelung oft nur die Wasseroberfläche selbst erkennen kann. Außerdem sind die Augen mit polarisierten Gläsern besser vor reflektiertem Licht geschützt. Besonders beim Autofahren auf nasser Fahrbahn, im Schnee oder beim Sport können polarisierende Sonnenbrillen Vorteile bieten.

Im Gegenzug kann es mit solchen Brillengläsern jedoch schwieriger sein, Displays zu erkennen, etwa auf dem Smartphone. Zudem sind polarisierte Sonnenbrillen teurer in der Anschaffung.

6. So überprüfen Sie die Qualität von Sonnenschutzgläsern

Achten Sie auf folgende Kriterien, um die Qualität der Sonnenschutzgläser zu überprüfen:

  • Hochwertige Gläser weisen keine Schlieren, Blasen oder Einschlüsse auf.
  • Auf einen leichten Fingerdruck hin darf das Glas nicht nachgeben.
  • Ein durch ein Sonnenschutzglas fixierter Gegenstand sollte sich beim Hin- und Herdrehen der Brille nicht verziehen oder verzerren.

7. Die Größe der Gläser muss stimmen

Gläser sollten groß genug sein, um die Augen vollständig abzudecken und vor seitlich sowie von oben oder – durch Reflexion – von unten einfallenden Sonnenstrahlen schützen. Mitunter helfen auch breite Bügel, die Augen seitlich zu schützen.

8. Ist das CE-Kennzeichen vorhanden?

Seit dem 1. Juli 1995 dürfen Sonnenbrillen nur noch vertrieben werden, wenn sie das CE-Kennzeichen tragen. Dieses erlaubt den Vertrieb von Sonnenbrillen in allen Staaten der europäischen Union, angebracht wird es vom Hersteller oder Importeur. Das CE-Kennzeichen garantiert ein Minimum an Qualitätsstandard.

9. Sonnenbrille und Autofahren

Wer viel Auto fährt, sollte darauf achten, dass Fassung und Bügel möglichst schmal gearbeitet sind, damit sie das Gesichtsfeld nicht einschränken.

Sonnenbrillen sind nicht dazu gedacht, in der Dämmerung oder Nacht getragen zu werden. Wer nachts oder bei unzureichender Beleuchtung beim Fahren eine Sonnenbrille trägt, gefährdet sich und andere.

10. Suchen Sie Ihre Sonnenbrille nach der Tätigkeit aus

Beim Wintersport benötigen Sie eine andere Brille als am Strand, beim Segeln oder Surfen. Schnee und weißer Sand zum Beispiel reflektieren mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass man auch unter einem Sonnenschirm einen Sonnenbrand bekommen kann.

11. Die richtige Fassung – wie muss eine Sonnenbrille sitzen?

Die Sonnenbrille sollte die Augen möglichst komplett abdecken und auch eine seitliche Lichteinstrahlung verhindern. Sie sollte oben mindestens bis zu den Augenbrauen reichen und seitlich bis zum Rand des Gesichts. Außerdem darf sie nicht drücken, sollte möglichst dicht an den Augen sitzen und einen festen Sitz auf der Nase und den Ohren aufweisen.

Jeder Kopf ist anders. Deshalb muss die Fassung der Kopfform individuell angepasst werden. Der*die Augenoptiker*in berücksichtigt mit großer Sorgfalt:

  • Kopfform
  • Schläfenbreite
  • Abstand der Augen
  • Position der Ohren

12. Wie pflegt man Sonnenbrillen?

Wie jede Brille sollte man auch eine Sonnenbrille regelmäßig säubern. Zur Pflege der Sonnenbrille nimmt man ein spezielles Reinigungstuch oder auch ein Geschirrspülmittel und spült mit klarem Wasser nach.

Sonnenbrillengläser, die von Sonnenöl oder Cremeresten verschmutzt sind, sollten nicht mit Feuchtreinigungstüchern, sondern erst mit klarem Wasser gereinigt werden.

13. Lassen Sie sich beraten

Wer mehr über Qualitätsmerkmale beim Kauf von Sonnenbrillen wissen möchte, wendet sich am besten seine*n Augenoptiker*in vor Ort. Das ist vor allem dann ratsam, wenn es eine Sonnenbrille mit Sehstärke sein soll. Im Geschäft findet sich meist eine große Vielzahl an modischen Modellen für Kinder, Damen und Herren. Durch das Anprobieren vor Ort ist die richtige Sonnenbrille meist schnell gefunden.

Aktualisiert: 22.07.2021 - Autor: Zentralverband der Augenoptiker; überarbeitet: Silke Hamann

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?