12 Tipps für eine perfekte Sonnenbrille

Frau mit Sonnebrille © rawpixel

Die ersten heißen Sommertage locken unzählige Lichthungrige nach draußen. Damit beginnt auch wieder die Saison der Sonnenbrillen. Neben ihrer Schutzfunktion gegen die UV-Strahlung haben Sonnenbrillen auch längst den Schritt zum Mode-Accessoire geschafft. Doch die qualitativen Unterschiede bei der Vielzahl der angebotenen Modelle sind sehr groß. Viele Merkmale der Sonnenbrillen sind vom Verbraucher selbst gar nicht zu erkennen. Deshalb ist die qualifizierte Beratung vom Augenoptiker gefragt. Die folgenden 12 Tipps und Informationen erleichtern Ihnen die Orientierung, was beim Kauf einer Sonnenbrille beachtet werden sollte.

1. Dunkle Gläser sind gefährlich

Gläser müssen vor ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) schützen. Solche ultraviolette Strahlung ist unsichtbar. Sie kann aber in entsprechender Intensität zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen.

Sonnenbrillen, die nur das sichtbare Licht dämpfen, schaden daher mehr als sie nützen. Sie setzen den natürlichen Schutzmechanismus des Auges außer Kraft, dessen Pupille sich bei Helligkeit normalerweise automatisch verkleinert und somit weniger Strahlung eindringen lässt.

Die Filterung der UV-Strahlung findet im Brillenglas statt und ist deshalb nicht vom Tönungsgrad abhängig. Nicht die am dunkelsten gefärbten Gläser schützen am besten, sondern die Sonnenbrille, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind.

2. UV-Schutz: Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "UV 400"?

Die Bezeichnung "UV 400" gibt die Wellenlänge an, unterhalb derer das ultraviolette Licht durch das Glas abgeblockt wird. Eine Brille mit dieser Kennzeichnung filtert also UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen, da deren Wellenlänge unter 400 Nanometern liegt. Sichtbares Licht hat eine Wellenlänge bis zu 780 Nanometer und dringt daher durch eine solche Sonnenbrille hindurch.

Achten Sie darauf, dass die Sonnenbrille mit dem Label "UV 400" gekennzeichnet ist. Dieser Wert ist beim Gebrauch im normalen Alltag in der Regel ausreichend. Am Meer oder im Gebirge kann sogar noch ein stärkerer Schutz nötig sein. Lassen Sie sich beraten!

3. Lichtreduktion: Was versteht man unter Absorption?

Die Absorptionseigenschaft farbiger Brillengläser hängt von der Lichtreduktion ab. Das ist der Anteil an Licht, der durch das Glas beseitigt wird und damit nicht in das Auge gelangt. Bei einer Lichtreduktion von 65 Prozent gelangen also nur noch 35 Prozent des einfallenden Lichts in das Auge, 65 Prozent werden durch Absorption und Reflexion beseitigt.

In Mitteleuropa verwendet man Reduktionswerte zwischen 50 und 75 Prozent. In einer sehr hellen Umgebung, zum Beispiel am Strand oder in einer Schneelandschaft, sollte man höhere Reduktionsstufen von bis zu 85 Prozent verwenden.

4. Auch die Farbe der Gläser spielt eine Rolle

Braune und graue Gläser verfälschen die Farbe der Seheindrücke am wenigsten. Bei allen anderen Glastönungen braucht das Auge eine gewisse Reaktionszeit, um die Farbe wieder neutralisieren zu können.

Die Gläserfarbe darf nach den DIN-Normen-Vorschriften die Erkennbarkeit der Lichter von Verkehrsampeln und des blauen Lichtes von Einsatzfahrzeugen nicht beeinträchtigen. Die Farbe hat keine Auswirkungen auf den UV-Schutz.

5. So überprüfen Sie die Qualität von Sonnenschutzgläsern

Achten Sie auf folgende Kriterien, um die Qualität der Sonnenschutzgläser zu überprüfen:

  • Hochwertige Gläser weisen keine Schlieren, Blasen oder Einschlüsse auf.
  • Auf einen leichten Fingerdruck hin darf das Glas nicht nachgeben.
  • Ein durch ein Sonnenschutzglas fixierter Gegenstand sollte sich beim Hin- und Herdrehen der Brille nicht verziehen oder verzerren.

6. Die Größe der Gläser muss stimmen

Gläser sollten groß genug sein, um die Augen vor seitlich, von oben oder – durch Reflexion – von unten einfallenden Sonnenstrahlen schützen.

7. Ist das CE-Kennzeichen vorhanden?

Seit dem 1. Juli 1995 dürfen Sonnenbrillen nur noch vertrieben werden, wenn sie das CE-Kennzeichen tragen. Dieses erlaubt den Vertrieb von Sonnenbrillen in allen Staaten der europäischen Union, angebracht wird es vom Hersteller oder Importeur. Das CE-Kennzeichen garantiert ein Minimum an Qualitätsstandard.

8. Sonnenbrille und Autofahren

Wer viel Auto fährt, sollte darauf achten, dass Fassung und Bügel möglichst schmal gearbeitet sind, damit sie das Gesichtsfeld nicht einschränken.

Sonnenbrillen sind nicht dazu gedacht, in der Dämmerung oder Nacht getragen zu werden. Kraftfahrer gefährden sich und andere, wenn sie bei unzureichender Beleuchtung absorbierende Gläser tragen.

9. Suchen Sie Ihre Sonnenbrille je nach Tätigkeit aus

Beim Wintersport benötigen Sie eine andere Brille als am Strand, beim Segeln oder Surfen. Schnee und weißer Sand zum Beispiel reflektieren mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung (übrigens auch der Grund dafür, dass man auch unter einem Sonnenschirm einen Sonnenbrand bekommen kann).

10. Die Fassung muss passen

Jeder Kopf ist anders. Deshalb muss die Fassung der Kopfform individuell angepasst werden. Der Augenoptiker berücksichtigt mit großer Sorgfalt: 

  • Kopfform
  • Schläfenbreite
  • Abstand der Augen
  • Position der Ohren

11. Wie pflegt man Sonnenbrillen?

Wie jede Brille sollte man auch eine Sonnenbrille regelmäßig säubern. Zur Pflege der Sonnenbrille nimmt man ein spezielles Reinigungstuch, das beim Augenoptiker erhältlich ist, oder auch ein Geschirrspülmittel und spült mit klarem Wasser nach.

Sonnenbrillengläser, die von Sonnenöl oder Cremeresten verschmutzt sind, sollten nicht mit Feuchtreinigungstüchern, sondern erst mit klarem Wasser gereinigt werden.

12. Lassen Sie sich beraten

Wer mehr über Qualitätsmerkmale beim Kauf von Sonnenbrillen wissen möchte, wendet sich am besten seinen Augenoptiker vor Ort.

Aktualisiert: 23.08.2018 – Autor: Zentralverband der Augenoptiker

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