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Gallensteine (Cholelithiasis): Entstehung

Mann mit Gallensteinen © istockphoto, bee32

Gallensteine ruhen oft lange Zeit unerkannt in der Gallenblase, wo sie Platz haben. Manchmal begeben sie sich auf Wanderschaft – und verstopfen die Gallengänge. Dadurch staut sich die Gallenflüssigkeit, was zu starken, krampfartigen Schmerzen führt. Meist ist das die Situation, in der die Gallensteine erstmalig entdeckt werden.

Steine –  oder fachsprachlich "Konkremente" –  können sich an verschiedenen Orten im Körper bilden, meist durch Auskristallisierung und Verklumpung von Fetten, Salzen oder Farbstoffen. Am häufigsten kommen sie in Gallenblase oder Nieren und Harnwegen, seltener auch Speicheldrüsen vor.

Entstehung von Gallensteinen

Die Gallenblase schmiegt sich eng an die Leber, um die dort produzierte Gallenflüssigkeit schnell aufnehmen und speichern zu können. Diese sogenannte Galle hilft dem Darm, fettreiche Nahrung zu verdauen. Sie enthält verschiedene gelöste Bestandteile wie

  • Gallensäuren
  • Phospholipide
  • Cholesterin
  • Farbstoffe aus dem Blutabbau
  • Hormone

Sind zu viele der einzelnen Substanzen vorhanden oder ändert sich ihre Zusammensetzung, fallen sie aus der Lösung aus und setzen sich an den Wänden von Gallenblase (Cholezystolithiasis) oder Gallengängen (Choledocholithiasis) ab. Sie können einzeln oder zu mehreren auftreten, klein oder bis zu pflaumengroß sein und verkalken.

Cholesterinsteine und Pigmentsteine

Bei Gallensteinen unterscheidet man Cholesterin- und Pigmentsteine sowie einen Mischtyp:

  • Cholesterinsteine entstehen durch einen hohen Cholesteringehalt der Gallenflüssigkeit, verbunden mit einem Mangel an Gallensalzen. Cholesterinsteine bilden sich gehäuft bei Übergewicht, erhöhtem Cholesteringehalt im Blut, Einnahme der "Pille" oder im Rahmen der Crohn-Krankheit.
  • Pigmentsteine bestehen vorwiegend aus dem Gallenfarbstoff Bilirubin und entstehen vor allem bei vermehrtem Blutzerfall, künstlichen Herzklappen, Malaria, chronischen Infekten der Gallenwege und Lebererkrankungen.

Gallensteine einer Person sind immer vom gleichen Typ (meist Cholesterinsteine) und beruhen auf der individuellen Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit. Wie weit das Gallensteinleiden auch ein psychische Komponente hat, ist umstritten. Gerade in der Alternativmedizin werden Gallensteinleiden häufig auf psychische Belastungen zurückgeführt und einem bestimmte Persönlichkeitstyp zugeordnet, der konfliktscheu ist, wenig nach außen lässt und Aggressionen eher gegen sich selbst richtet.

Aktualisiert: 10.06.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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