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Gallensteine (Cholelithiasis): Symptome und Diagnose

Gallensteine sind häufig – etwa jeder sechste Erwachsene in Deutschland besitzt welche. Besonders Frauen (5-F-Regel: "Female, fair, fat, fourty, fertile", also weiblich, hellhäutig, übergewichtig, (über)vierzig und fruchtbar), Übergewichtige und ältere Menschen sind betroffen, auch eine familiäre Häufung ist bekannt.

Doch längst nicht jeder weiß, dass er diese potenziellen Plagegeister mit sich trägt – nur etwa jeder Vierte hat Beschwerden. Nicht selten werden sie zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des rechten Oberbauchs entdeckt.

Gallensteine: Typische Symptome

Zu Beschwerden (Gallensteinleiden) kommt es meist dann, wenn die Steine die Gänge verstopfen. Krampfartige Leibschmerzen entstehen durch den Versuch der Gallenblase, durch abwechselndes Zusammenziehen und Entspannen den Stein voranzutreiben. Diese starken Koliken im rechten und mittleren Oberbauch können in Schulter und Rücken ausstrahlen und werden oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

Viele der Betroffenen leiden darüber hinaus auch unter Druckgefühl im Bereich der Gallenblase, Völlegefühl, Blähungen und Unwohlsein vor allem wenn sie fettreiche Speisen und kalte Getränke zu sich nehmen.

Verlegt ein Stein den Gallengang komplett, kann eine Infektion und Entzündung des Gallengangs oder der Gallenblase auftreten (Cholezystitis = Gallenblasenentzündung). Dann sind die Schmerzen von Fieber begleitet. Versperrt ein Stein den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse (der oft zusammen mit dem Gallengang in den Darm mündet), kann es zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kommen.

Diagnose von Gallensteinen

Oft gibt die Krankengeschichte dem Arzt bereits erste Hinweise, bei der körperlichen Untersuchung kann er manchmal einen Druckschmerz im rechten Oberbauch auslösen. Die einfachste und für den Patienten unbelastende Methode ist die Ultraschalluntersuchung. Allerdings sind nicht alle Steine zu sehen. Deshalb kommt in Zweifelsfällen die Computertomographie oder Kernspintomographie zum Einsatz.

Mit einer Endoskopie lassen sich Gallensteine in den Gallengängen nachweisen und häufig sogar entfernen. Diese Untersuchung wird als ERC(P) (Endoskopisch-Retrograde-Cholangio-[Pankreato-]grafie) bezeichnet und verläuft wie eine Magenspiegelung. Über den bis in den Zwölffingerdarm vorgeschobenen Schlauch wird ein Kontrastmittel in die Gallengänge gespritzt, die dadurch im Röntgenbild gesehen und beurteilt werden können.

Mit der Blutuntersuchung können Entzündungen von Gallenblase und Leber sowie der Übertritt von Gallenflüssigkeit ins Blut gezeigt werden.

Aktualisiert: 19.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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